Bislang war nur von einem möglichen Korruptionsverdacht die Rede, nun ist klar, worum es genau geht: Gegen den Berliner Rapper Bushido wird laut Recherchen des ZDF-Magazins Frontal wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung ermittelt. Der Musiker soll Personenschützer des Landeskriminalamts (LKA) auch nach Ende ihrer offiziellen Aufgabe privat weiter als Bodyguards beschäftigt haben.
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Die Beamten sollen dafür „dienstliche Ressourcen unzulässig genutzt haben“, teilte die Polizei im Oktober mit. Im Gegenzug soll der Rapper ihnen unter anderem Möbel und Elektrogeräte überlassen haben, bevor er von Deutschland nach Dubai umzog.
Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Rapper. Nach Paragraf 333 des Strafgesetzbuches drohen bei Vorteilsgewährung bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Zudem wurde nach Informationen von ZDF ein Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsannahme gegen zwei Beamte eingeleitet. Auch dabei liegt das mögliche Strafmaß bei bis zu drei Jahren Gefängnis.
Bushido oder einer seiner Anwälte seien für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, hieß es von ZDF Frontal. Die Behörde betonte zugleich, es gelte die Unschuldsvermutung.
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Bereits im Oktober hatte das LKA nach internen Ermittlungen das betroffene Personenschutz-Kommissariat aufgelöst. Die Beamten wurden versetzt, um mögliche „Einflussnahme und Verflechtungen“ auszuschließen, hatte die Polizei damals erklärt.
Die Vorwürfe wurden erstmals im September 2025 durch ein Instagram-Video der RTL-Moderatorin Frauke Ludowig öffentlich. Ludowig traf Bushido und seine Frau in einem Döner-Imbiss für ein Interview. Auf dem Video sind im Hintergrund zwei Männer zu sehen, die den Eingangsbereich bewachen.