Ein Hoch auf toskanische Bürgermeister und Trauzeugen. Im Fall von Martha Argerich und Sophie Pacini waren sie es, die die besondere musikalische Freundschaft zwischen den beiden erst möglich gemacht haben. 2010 verbrachte die 18-jährige Sophie ihre Ferien in Pietrasanta – dem Heimatort ihres Vaters –  und sah ein Plakat: Ihr Vorbild, die große Martha Argerich, spielte das Eröffnungskonzert eines neuen lokalen Musikfestivals. Mithilfe der Amici von Papa Pacini gelang es, die Starpianistin in ihrem Hotel für ein Vorspiel abzupassen. Coraggio! Sophie nahm allen Mut zusammen und spielte die Sonate in h-Moll von Franz Liszt. Frau Argerich war entzückt. Bravissima! Dann flossen Tränen. Und später folgten gemeinsame Konzerte.

Am 19. November sind die beiden Pianistinnen, zwischen denen ein Altersunterschied von knapp 50 Jahren liegt, im Herkulessaal (20 Uhr) zu erleben. Gern wäre man dabei gewesen, als diese beiden Temperamente ihr Programm ausheckten. Beim Abend in München gibt es nun unter anderem Mozarts Sonate für vier Hände C-Dur KV 521, Schostakowitschs Concertino a-Moll für zwei Klaviere op. 94, und natürlich Franz Liszt, diesmal das Concerto pathétique für zwei Klaviere S. 258.

Der Kreuzigungstext in Geheimschrift: Detailaufnahme der gläserne Fassade der Herz-Jesu-Kirche in in Neuhausen, in der jetzt ein besonderes Konzert stattfindet.Der Kreuzigungstext in Geheimschrift: Detailaufnahme der gläserne Fassade der Herz-Jesu-Kirche in in Neuhausen, in der jetzt ein besonderes Konzert stattfindet. (Foto: Catherina Hess)

Ungefähr in Minute sechs nach Konzertbeginn wird ein Muezzin zum Gebet rufen. Am 21. November in der Herz Jesu in Neuhausen (Beginn 20 Uhr). Das katholische Gotteshaus ist architektonisch einer der eindrucksvollsten Kirchenbauten der Stadt. Auf dem riesigen, vorangestellten Glasportal steht als Auszug der Kreuzigungstext aus der Johannespassion, geschrieben in einer an Nägel erinnernden Geheimschrift des britischen Künstlers Alexander Beleschenko.

Eingeweiht wurde die Kirche 2000, das war auch das Jahr, in dem in London zum ersten Mal „The Armed Man – a Mass for Peace“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins erklang. Jenes Antikriegs-Oratorium, in dem auch „Allahu Akbar“ zu hören ist. Es hat in all den Jahren immer wieder Kirchengemeinden gegeben, die Jenkins’ Werk nur in einer gekürzten Version, also ohne den Muezzin-Ruf, in ihrem Gotteshaus duldeten. In der Konzertreihe „Paradisi Gloria“ des Bayerischen Rundfunkorchesters kommt die interkulturelle Friedensmesse ohne Eingriffe zur Aufführung. Die estnische Dirigentin Anu Tali leitet das Rundfunkorchester, es singen Beth Taylor (Mezzosopran), Rahmudin Rajabi (Muezzin) und die Arcis-Vocalisten München.

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„Alles begann mit den Recherchen für mein Album ‚Femmes‘. Ich bestellte alle Bücher und Noten von Komponistinnen, die ich finden konnte. Ihre Musik fesselte mich, und ihre Lebensgeschichten berührten und schockierten mich zutiefst“, erzählt Cellistin Raphaela Gromes auf Instagram. Gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin Susanne Wosnitzka hat sie ein Buch über ihre Lieblingskomponistinnen geschrieben, das unter dem Titel „Fortissima!“ im Goldman Verlag (Penguin Random House) erschienen ist.

Das Buch zur Musik beziehungsweise die Musik zum Buch: Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Anna Rakitina und mit Julian Riem am Piano hat Raphaela Gromes das gleichnamige Doppelalbum eingespielt, das sie jetzt auch auf der Konzertbühne präsentiert. Ihre „Femmage an die Heldinnen der Musik“ ist am 25. November, 20 Uhr, im Münchner Prinzregententheater zu erleben. Judith Rakers, Autorin, Fernsehmoderatorin und ehemalige Tagesschau-Sprecherin, wird dabei Auszüge aus dem Buch lesen.

Die Abtei St. Bonifaz in der Maxvorstadt ist seit rund 30 Jahren einer der wichtigsten Anlauforte für Obdachlose und Menschen in Not in der Stadt. Laut Erzdiözese werden dort im Haneberghaus an der Karlstraße an fünf Tagen in der Woche an die 1600 Menschen mit Getränken und warmen Speisen versorgt, erhalten ärztliche Hilfe, Schuhe und Kleidung.

Diese so ungeheuer wichtige Arbeit will das Vokal Ensemble München gemeinsam mit dem Orchester La Banda nun mit einem Benefizkonzert unterstützen. Am Samstag, 15. November, 19 Uhr, sind in der Abteikirche an der Karlstraße 34 drei außergewöhnliche Werke zu hören, die das Thema der Bitte und Klage eindrucksvoll vertonen.

Im Mittelpunkt des Konzerts unter Leitung von Helene Sattler steht Mozarts Requiem, ergänzt wird das Programm durch zwei Vertonungen des Psalms 130, der Kantate „Aus der Tiefe rufen wir“ von Christoph Graupner aus dem Jahr 1723 und der Kantate „De profundis“, die der böhmische Komponist Jan Dismas Zelenka seinem verstorbenen Vater widmete. Der Eintritt zum Konzert ist frei, Spenden willkommen.