Es wirkt fast wie ein leiser Gegenentwurf zum Live-Service-Dauerfeuer. Eine neue Analyse von Ampere zeigt, dass Spieler in großen Märkten wie UK, USA und Japan weiterhin klar Singleplayer bevorzugen. Während Publisher auf der PS5 zunehmend Multiplayer-Mechaniken forcieren, bleiben viele Spieler beim klassischen Solo-Abenteuer, und das gegen den Trend eines Marktes, der immer stärker auf langfristige Bindung setzt.

Laut der Befragung unter mehr als 34.000 Teilnehmern gaben in den USA ganze 65 Prozent an, lieber allein zu spielen. Japan liegt mit 63 Prozent knapp dahinter, Großbritannien mit 58 Prozent. Selbst Deutschland reiht sich ein, dort bevorzugen 60 Prozent den Einzelspielerfokus.

Ein Generationenwechsel, der das Bild verändert

Spannend wird es beim Blick auf das Alter. Während nur 49 Prozent der 16- bis 24-Jährigen Singleplayer bevorzugen, steigt die Zahl bei den 25- bis 34-Jährigen bereits auf 56 Prozent. Besonders deutlich wird der Trend bei den älteren Spielern. In der Gruppe der 55- bis 64-Jährigen bevorzugen ganze 64 Prozent das Solo-Spiel.

Was nach einer simplen Altersfrage klingt, zeigt primär eines. Die Gaming-Gewohnheiten entwickeln sich nicht zufällig, sondern orientieren sich stark am kulturellen Umfeld. Wer mit Games wie The Last of Us, Mass Effect oder Skyrim groß geworden ist, hat eine andere Erwartungshaltung an Erzählungen und Spielgefühl. Jüngere Spieler sind dagegen stärker sozial eingebettet – Roblox, Fortnite, Minecraft oder Mobile-Titel prägen ihre Spielwelten, in denen Kommunikation ein integraler Teil des Gameplays ist.

Warum das für Entwickler und die PS5-Generation relevant bleibt

Trotz Live-Service-Offensiven zeigt die Studie, dass Singleplayer wirtschaftlich weiterhin absolut relevant ist. 24 Prozent der Befragten kaufen Spiele, weil Freunde sie spielen, doch der Kern bleibt stabil. Die Mehrheit bevorzugt Solo-Erlebnisse.

Für Publisher wirkt das beinahe wie ein Reality-Check. Gerade die PS5-Generation erlebt einen stärkeren Push in Richtung Multiplayer-Langläufer. Doch Titel wie Star Wars Jedi: Fallen Order oder Spider-Man 2 beweisen, dass starke Einzelspieler-Abenteuer nach wie vor ein riesiges Publikum erreichen – auch ohne ständige Monetarisierung.

Aus Sicht der Community ist das ein gutes Zeichen. Singleplayer bleibt kein nostalgisches Relikt, sondern ein aktiver Gegenpol zu überfrachteten Live-Service-Experimenten. Die Frage ist eher, wie lange Publisher diese Balance halten können, und ob die nächste Konsolenphase erneut neue Gewohnheiten prägt.

Singleplayer ist nicht tot, und er war es nie. Die Daten bestätigen nur, was Spieler seit Jahren spüren. Solide, gut erzählte Abenteuer haben weiterhin einen festen Platz, auch auf der PS5, auch im Multiplayer-Zeitalter. Aber wird Gen Z langfristig die Regeln brechen und das Verhältnis drehen? Das könnte darüber entscheiden, welche Spiele wir in zehn Jahren überhaupt noch bekommen.