Konzert in München
Demo im Olympiapark: Protest gegen Till Lindemann
Aktualisiert am 25.11.2025 – 20:25 UhrLesedauer: 3 Min.
Demonstranten protestieren gegen den Auftritt von Till Lindemann in Dortmund (Archivbild). Auch in München wurde gegen den Rammstein-Sänger demonstriert. (Quelle: IMAGO/Sascha Schuermann/imago)
Till Lindemann tritt in der Münchner Olympiahalle auf. Neben den geplanten Kundgebungen zum „Orange Day“ demonstrierten Aktivisten auch gegen den Sänger.
Zum Auftritt von Rammstein-Frontmann Till Lindemann sind am Dienstag Gegendemonstranten im Münchner Olympiapark auf die Straße gegangen. Anlass sind einerseits die Vorwürfe gegen Lindemann, aber auch der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.
Dieser auch als „Orange Day“ bekannte Tag wird jedes Jahr am 25. November begangen, um ein Zeichen gegen Femizide, häusliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe zu setzen. Da das Konzert mit dem Aktionstag gegen Gewalt an Frauen zusammenfiel, kündigten Aktivisten bereits einige Wochen zuvor Proteste gegen das Konzert Lindemanns in der Olympiahalle an.
Bereits im Mai 2023 hatten mehrere Frauen Anschuldigungen gegen den Sänger erhoben. Mangels hinreichenden Tatverdachts wurde ein zuvor erhobenes Verfahren der Berliner Staatsanwaltschaft schließlich eingestellt. Lindemann wies die Vorwürfe stets zurück.
Infolge der öffentlichen Debatte wurden die sogenannten „Row Zero“-Bereiche bei Rammstein-Konzerten, aber auch die Songtexte und Gedichte Lindemanns medial diskutiert. Am frühen Dienstagabend versammelten sich die Aktivisten schließlich am Eingang zur U-Bahnstation „Olympiazentrum“.
Ziel der Aktivisten war es laut Ankündigung, möglichst viele Fans, die über diese U-Bahnstation zur Olympiahalle anreisen, auf die Anschuldigungen gegen den Musiker hinzuweisen. Vor Ort blieb das Geschehen friedlich; die Aktivisten skandierten verschiedene Parolen, um auf die Vorwürfe aufmerksam zu machen.
Die 65-jährige Lydia ist Geschäftsführerin der Münchner Frauenhilfe und gehört zu den Organisatoren der Demonstration. Mit der Demonstration wolle sie ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen, sagte sie einer Reporterin der Münchner t-online-Redaktion vor Ort. Auch dass der Olympiaturm anlässlich des Aktionstages orange beleuchtet wird, wertet sie als ein gutes Zeichen, denn „die Stadt hat leider wenig Möglichkeiten, um gegen solche Auftritte gerichtlich vorzugehen.“
Auch ihre Kollegin Mareike, 36, hofft, dass die Demonstration einen bleibenden Eindruck hinterlässt. „Ich berate jeden Tag Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Es wird einfach viel zu wenig getan.“ Dass manche Fans im Vorbeigehen die Demonstrationsparolen mit „Ganz München liebt Till Lindemann“ kontern, mache sie „wütend und verständnislos.“
