Eine rechtsmedizinische Untersuchung hat ein toxisches Gas im Hotelzimmer der verstorbenen Hamburger Familie in Istanbul nachgewiesen. Phosphin sei in aus dem Zimmer entnommenen Wischproben festgestellt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Untersuchung. Auch in Handtüchern des Hotels habe man demnach Phosphin entdeckt. 

Die vier Mitglieder der Hamburger Familie waren Mitte November im Urlaub in der türkischen Metropole gestorben. Die finale Klärung der Todesursache steht laut dem Bericht noch aus. 

Phosphingas entsteht, wenn das oftmals zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzte Aluminiumphosphid in Verbindung mit Wasser kommt. Für die Reaktion reicht auch der Kontakt mit Luftfeuchtigkeit aus. Phosphin schädigt die Körperzellen von Säugetieren. Es kann bei Menschen zu Reizhusten, Erbrechen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen führen, und Einatmen kann lebensbedrohlich sein.

Lebensmittelvergiftung wohl unwahrscheinlich

Eine zunächst im Raum stehende Lebensmittelvergiftung als Todesgrund wurde in der Untersuchung als weniger wahrscheinlich bezeichnet. Tests in den Einrichtungen, in denen die Familie gegessen hatte, hätten keine Auffälligkeiten aufgewiesen, berichtete Anadolu. Bereits vor einer Woche hatte eine vorläufige Untersuchung eine chemische Vergiftung als Ursache nahegelegt und die Wahrscheinlichkeit einer Lebensmittelvergiftung als gering eingestuft. 

Seit Beginn der Ermittlungen wurden elf Personen festgenommen. Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge handelte es sich dabei unter anderem um zwei Hotelangestellte sowie eine Person, die Schädlingsbekämpfung in dem Hotel der Familie durchführte.

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