Götter, Dämonen und die Crew von Christopher Nolan: „Ramayana“ soll ein Epos werden, wie wir es noch nie gesehen haben – und in Sachen visuelle Effekte völlig neue Maßstäbe setzen.
Die Vorlage von „Ramayana“ ist eines der bedeutendsten Epen der indischen Literatur – und ungefähr das, was Homers „Die Odyssee“ für den Westen ist. Dementsprechend aufregend ist es, dass aktuell gleich beide Werke im großen Stil verfilmt werden.
Während kein Geringerer als Christopher Nolan („The Dark Knight“, „Oppenheimer“) am 16. Juli 2026 „Die Odyssee“ in die Kinos bringen wird, soll wenige Monate später dann auch schon „Ramayana: Part I“ erscheinen – bevor 2027 dann auch noch „Ramayana: Part II“ folgen wird. Mit einem kolportierten Budget von 500 Millionen Dollar wird das Mammutwerk aller Wahrscheinlichkeit nach das mit Abstand teuerste Filmprojekt der indischen Kinogeschichte, doch damit scheinen sich die Macher noch nicht zufrieden zu geben …
Nicht nur zeigt man sich bereit, die indische Filmlandschaft in neue Sphären zu katapultieren. Darüber hinaus will man damit gleich die ganze Welt erobern – und selbst der Bombast-Konkurrenz aus Hollywood den Kampf ansagen. Einen Vorgeschmack darauf gibt bereits der obige Ankündigungstrailer.
„Ramayana“: Visuelle Effekte, wie wir sie noch nie gesehen haben?
Der Film sei so konzipiert, dass er ein Level von visueller Größe und Handwerkskunst biete, das mit den besten VFX der Filmwelt mithalten kann. Und mehr noch. Wie Regisseur Natesh Tiwari („Dangal“) nun auf dem WAVES Film Bazaar verraten habe, soll das Ganze „visuell so atemberaubend werden, dass es zum Maßstab für die ganze Welt wird.“
Man habe jahrelang an dem Motion-Capturing (ähnlich wie es etwa auch James Cameron bei den „Avatar“-Filmen verwendet) und dem damit einhergehenden Worldbuilding gearbeitet, um die mythologische Sage auf eine Art und Weise zum Leben zu erwecken, die der Vorlage gerecht wird. Schließlich wurde diese bereits mehrfach verfilmt – doch nie in einer solchen Dimension.
„Beängstigend, befreiend und betäubend zugleich“
Um die so noch nie dagewesenen Bilderwelten zum Leben zu erwecken, haben sich die Macher mit der Firma DNEG eine der renommiertesten Effekt-Schmieden der Welt an Bord geholt. Dass „Ramayana“ so am Ende nicht nur die indische Konkurrenz alt aussehen lassen dürfte, sondern auch mit den Blockbustern des Westens mithalten könnte, scheint also gar nicht mal so weit hergeholt.
Dass DNEG ganze Arbeit leistet, zeigt die Tatsache, dass die Firma im Laufe der Jahre regelmäßig mit Christopher Nolan zusammenarbeitete und unter anderem mit acht Oscars prämiert wurde – zuletzt etwa für ihre Arbeit an den Science-Fiction-Meisterwerken „Dune“ und „Dune: Part Two“. Nicht ganz zufällig gilt DNEG-Chef Namit Malhotra als treibende Kraft hinter „Ramayana“, der laut eigener Aussage seit 30 Jahren davon träumt, den Stoff zu verfilmen.
Regisseur Tiwari zufolge sei die Möglichkeit, mit der legendären Effekt-Firma zusammenzuarbeiten, eine besondere Erfahrung, die „beängstigend, befreiend und betäubend zugleich“ sei. Langsam realisiere zwar auch er die Ausmaße des gigantischen Projekts, vom Kinostart sei man aber immer noch ein gutes Jahr entfernt. Während es noch keinen offiziellen Starttermin gibt, ist laut ersten Postern von „Dilwali 2026“ und „Dilwali 2027“ die Rede, sodass die zwei Filme in den nächsten beiden Jahren wohl Anfang November Premiere feiern dürften.
Während uns am 17. Dezember 2025 erst einmal James Cameron mit „Avatar: Fire And Ash“ zurück nach Pandora katapultieren wird, sind in Indien aktuell übrigens auch noch weitere Epen in der Mache. Darunter auch „Varanasi“ – eine ebenfalls aus zwei (dreistündigen!) Filmen bestehende Saga von „RRR“-Macher S.S. Rajamouli, zu der kürzlich auch schon ein erster Trailer erschienen ist: