Nach seinem gefeierten Horrorfilm „Longlegs“ überraschte Regisseur Osgood Perkins vor rund einem Jahr mit einer blutigen Splatter-Groteske nach Stephen King. Eine seiner Hauptinspirationen: eine Tom-Hanks-Rolle aus den 80er-Jahren!
Wenn man den Namen Tom Hanks hört, denkt man an viel – an aufopferungsvolle Soldaten, liebenswerte Chaoten oder an ikonische Filmhelden, die Generationen geprägt haben. Doch Horror? Damit verbindet man Hanks eigentlich nie, obwohl er einst in einem Beitrag zu ebendiesem Genre sogar sein Filmdebüt feierte (mehr dazu in diesem Artikel). Doch ausgerechnet „Everybody’s Darling“ Tom Hanks, der mit Filmen wie „Forrest Gump“ oder „Der Soldat James Ryan“ Weltruhm erlangte, wurde für einen aktuellen Horrorfilm zur entscheidenden Inspirationsquelle.
Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Regisseur Osgood Perkins, der seit dem 2024 erschienenen, gefeierten Horror-Thriller „Longlegs“ die Aufmerksamkeit der Horrorgemeinde innehat (sein neuester Film „Keeper“ läuft gerade in den deutschen Kinos). Sein nächstes Projekt wurde die Horror-Komödie „The Monkey“, eine schräge Hommage an B-Movies und Fluchgeschichten. Was allerdings nur wenige wissen: Die Charakterisierung der Hauptfigur fußte teilweise auf der Darstellung eines völlig überforderten Mannes aus einer Hanks-Komödie der 1980er-Jahre!
„Erinnerst du dich an den alten Hanks?“: Unerwartete Inspiration für „The Monkey“
In einem Gespräch mit Bloody Disgusting enthüllte Perkins, dass er Hauptdarsteller Theo James bei den Dreharbeiten eine klare Referenz mit auf den Weg gab: Tom Hanks in der chaotischen, von Steven Spielberg als Executive Producer mitverantworteten Komödie „Geschenkt ist noch zu teuer“ von 1986. Dies sei der Ton gewesen, den er für die Figur brauchte. Oder wie er es selbst ausdrückte:
„Der Maßstab, den ich Theo mitgab, war: ‚Erinnerst du dich noch daran, als Tom Hanks einfach nur der alberne Jedermann war, bevor er zum Retter der Welt und zum Helden aller wurde?‘“
Perkins erklärte weiter, dass sowohl er als auch James eine Schwäche für diesen „gepeinigten Durchschnittstypen“ hatten – eine Figur, die ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs steht, aber nie wirklich aufgibt; ein dauergenervter, aber hartnäckiger Mann, der sich denkt: „Oh verdammt, nicht schon wieder.“ Genau diesen Tonfall sollte James‘ Charakter in „The Monkey“ transportieren.
Theo James bestätigte im selben Interview, dass Hanks in „Geschenkt ist noch zu teuer“ definitiv „ein Berührungspunkt war“ und er sich als Vorbereitung den Film sogar nochmals angeschaut hat. Zudem betonte er, dass es ihm bei seiner Figur, dem alleinerziehenden Vater Hal, um eine Balance ging. Nicht zu albern, nicht zu cool – sondern gerade so bodenständig, dass das Publikum mit ihm mitfühlen kann. Eine Erkenntnis, die er ganz offen Hanks‘ früheren Rollen zuschrieb.
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„The Monkey“ basierte dabei auf einer Stephen-King-Vorlage und versprach eine schräge Mischung aus Horror und Komik. Doch das Endergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Weder richtig gruselig noch richtig lustig, saß der Film zwischen allen Stühlen – und enttäuschte am Ende sowohl das Publikum als auch die Kritik. In der offiziellen FILMSTARTS-Rezension etwa gab es lediglich 2,5 von 5 Sternen.
Für Perkins, der mit „Longlegs“ zuvor eine gefeierte Regiearbeit vorweisen konnte, war das ein ernüchternder Rückschritt. Doch die wohl interessanteste Fußnote des Films bleibt trotzdem. Nämlich die Tatsache, dass Tom Hanks ihn entscheidend geprägt hat – durch eine Performance, die man heute kaum noch auf dem Schirm hat.
Tom Hanks hat in seiner Karriere schon viel erlebt – wie er beinahe bei den Dreharbeiten verunglückt wäre, lest ihr im folgenden Artikel:
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