Vor 31 Jahren kam nicht nur „Der König der Löwen“ ins Kino, sondern auch ein anderer Zeichentrickfilm, den Kinder der 90er mit großer Wahrscheinlichkeit gesehen haben – doch heute spricht kaum noch jemand über das Fantasy-Märchen!

Natürlich bedeutet ein gemeinsames Geburtsjahr noch lange nicht, dass man automatisch dieselben Erinnerungen teilt. Und doch verbindet mich als Millennial mit vielen Gleichaltrigen eine ganze Reihe prägender Momente – gerade, wenn es um Filme geht. Welche in den 90er-Jahren sozialisierten Personen sind nicht mit Disney-Klassikern wie „Der König der Löwen“ oder „Die Schöne und das Biest“ groß geworden? Oder haben sich nicht mindestens einmal mit „Kevin – Allein zu Haus“ auf die Weihnachtszeit eingestimmt?

Neben diesen Evergreens gibt es jedoch unzählige weitere Titel, die wir zwar irgendwann einmal im Kino gesehen haben oder die später über unsere Fernsehbildschirme geflimmert sind – die aber mit der Zeit verblasst sind. Erst vor Kurzem haben wir so an „Bernhard und Bianca im Känguruland“ erinnert (mehr dazu in diesem Artikel) – und auch „Däumeline“ (von 1994) ist ein Paradebeispiel für diese Kategorie!

Wie der Titel bereits verrät, handelt es sich bei „Däumeline“ um eine (freie) Adaption des Märchens „Däumelinchen“ von Hans Christian Andersen: Im Mittelpunkt steht ein winziges, in einer Blume geborenes Mädchen, das sich nach einem Leben jenseits des heimischen Blumentopfs sehnt. Auf ihrer Suche nach Zugehörigkeit gerät sie in eine Reihe märchenhafter Abenteuer und trifft auf allerlei skurrile Tiergestalten.

„Däumeline“ bei Amazon Prime Video*

Ich habe den Film damals auf der großen Leinwand gesehen, doch trotzdem hat er sich bei mir nicht annähernd so nachhaltig ins Gedächtnis eingebrannt wie einige der eingangs erwähnten Disney-Meilensteine. Überhaupt war „Däumeline“ mit einem weltweiten Einspielergebnis von gerade einmal 17 Millionen US-Dollar (gegenüber einem Budget von 28 Millionen) im Kino gar nicht sonderlich erfolgreich – wie viele andere Zeichentrick-Produktionen aus dieser Ära fand er erst mit seiner Veröffentlichung auf Videokassette und durch TV-Ausstrahlungen ein größeres Publikum (dieses Schicksal teilt er etwa auch mit „Balto“, über den wir ebenfalls schon einmal berichtet haben).

Die Macher hinter „Däumeline“ haben zahlreiche Zeichentrick-Klassiker verantwortet

Die Regisseure von „Däumeline“ sind übrigens keine Unbekannten: Don Bluth zählt so zu den prägenden Figuren des amerikanischen Animationsfilms der 1980er- und frühen 90er-Jahre – wer in dieser Zeit aufgewachsen ist, hat unter Garantie schon mindestens eine seiner Produktionen gesehen.

Bis in die 1970er-Jahre hinein arbeitete er bei Disney, erst als Zeichner, später als Animationsdirektor. Anschließend gründete er sein eigenes Studio und machte sich mit Animationsfilmen einen Namen, die oftmals ein wenig düsterer und eigenwilliger daherkamen als die Konkurrenz aus dem Mäusehaus.

Zu seinen Regiearbeiten gehören u. a. „Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH“, „Feivel, der Mauswanderer“ und „In einem Land vor unserer Zeit“. Seit „Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel“ (1989) teilte er sich die Regie regelmäßig mit seinem langjährigen künstlerischen Partner Gary Goldman – so auch bei „Däumeline“ oder später „Anastasia“.

In unsere Top 10 der besten Animationsfilme aller Zeiten nach den Bewertungen der FILMSTARTS-Community hat es „Däumeline“ übrigens wenig überraschend nicht geschafft. Ob dafür eine der anderen Don-Bluth-Produktionen darunter ist (und welcher Klassiker ganz oben auf dem Siegerpodest steht), erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

4,62 von 5 Sternen! Das ist der beste Animationsfilm aller Zeiten – laut den deutschen Zuschauern

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