Bürgermeister Patrick Nowicki dankte seiner Amts-Vorgängerin Nadine Leonhardt. Foto: Ines Tiede -

Eschweiler. In der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats ist Patrick Nowicki offiziell als neuer Bürgermeister der Stadt Eschweiler in sein Amt eingeführt worden. Die Amtseinführung und Vereidigung nahm Wolfgang Peters von der CDU-Fraktion als das dem Rat am längsten ununterbrochen angehörende Mitglied vor. Den Dienst als Bürgermeister hat Patrick Nowicki bereits am 1. November 2025 angetreten.

Als seine beiden ehrenamtlichen Stellvertreter wurden Frank Meyers (CDU, 1. Stellvertreter) und Dietmar Krauthausen (SPD, 2. Stellvertreter) gewählt und eingeführt. Sie vertreten den Bürgermeister bei repräsentativen Terminen der Stadt Eschweiler sowie bei Abwesenheit als Vorsitzenden des Rates.

Patrick Nowicki nutzte die konstituierende Ratssitzung, deren Leitung er nach der Vereidigung übernahm, um seiner Vorgängerin Nadine Leonhardt für ihren Einsatz als Bürgermeisterin in den vergangenen fünf Jahren zu danken.

Der Eschweiler Stadtrat hat 50 Ratsmitglieder. Die CDU-Fraktion stellt in der neuen Legislaturperiode 16 Ratsfrauen und -herren, die SPD 14 und die AfD zehn. Mit jeweils zwei Mitgliedern vertreten sind die Basis, Bündnis 90/Die Grünen, die Freien Wähler und die Linkspartei. Einzelratsmitglieder sind Stefan Schulze (FDP) und Holmer Milar (parteilos). Hinzu kommt Bürgermeister Patrick Nowicki als Vorsitzender.

Dass auf den neugewählten Bürgermeister und den Stadtrat viele Herausforderungen warten, machte Patrick Nowicki in seiner Antrittsrede klar.

Die teilweise immer noch vorhandenen Flutschäden, das Rathausquartier, die Sauberkeit der Stadt, der Ausbau der Digitalisierung und vieles mehr wurden zum Thema. Gleichzeitig sah er die perfekte Verkehrsanbindung sowie ein familienfreundliches Angebot von Kitas und Schulen als großen Vorteil der Stadt. Für die kommenden Aufgaben sieht sich Patrick Nowicki, auch durch den guten Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger, gut gewappnet.

Tatsächlich zeigte auch der neugewählte Stadtrat, in der von Bürgermeister Nowicki zügig und souverän geleiteten Sitzung, viel Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

So gingen die Wahlen der Mitglieder und Vorsitzenden der verschiedenen Ausschüsse relativ problemlos vonstatten.

Bei der anschließenden Abarbeitung der Tagesordnungspunkte konnte sich das Citymanagement über die Zusage von 15.000 Euro Soforthilfe freuen.

Auch der gemeinsame Antrag der Fraktionen von CDU und SPD, das neue Turbo-Bau-Gesetz umzusetzen, wurde einstimmig beschlossen. Dieses Gesetz, erst am 30. Oktober 2025 im Bundestag verabschiedet, ermöglicht es Gemeinden, in vereinfachten Verfahren neuen Wohnraum zu schaffen.

Für große Diskussion und wenig Anklang sorgte dann aber das „Haus des Strukturwandels“ an der Marktstraße 9. Als Vorzeigeprojekt geplant und gefördert durch den Wiederaufbauplan des Landes NRW und die Nationale Klimaschutzinitiative für klimaschonendes, ressourceneffizientes Bauen, sind hier die Baukosten auf 1,7 Millionen Euro angestiegen – für 180 bis 350 qm zu erwartende Ausstellungs- und Büroflächen.

Dies sorgte für Kopfschütteln im Stadtrat, zumal der Gewinn einer Nutzung nicht im Verhältnis zu den Kosten stehe.

Die Stadtverwaltung erklärte dazu, dass man nach verschiedenen Lösungen gesucht habe, aber selbst der Verkauf des Objekts könne die bereits entstandenen Kosten nicht decken. Zudem müssten die schon gezahlten Fördermittel bei Nichtdurchführung des Projekts zurückgezahlt werden und die Stadt könnte für Bauverzugskosten haftbar gemacht werden. Die Mehrheit des Stadtrates stimmte daher unter den Gesichtspunkten der Schadensbegrenzung der außerplanmäßigen Bereitstellung von 350.000 Euro unter großem Vorbehalt zu.

Die zahlreich erschienenen Besucher konnten somit einen sehr guten Einblick gewinnen, wie umstrittene Beschlüsse zustande kommen können.

Bleibt zu hoffen, dass auch nach der Vereidigung das Interesse der Bürgerinnen und Bürger für die Ratssitzungen anhält. Die nächste Sitzung des Eschweiler Stadtrates findet bereits in drei Wochen, am Mittwoch, 17. Dezember 2025, statt. Beginn ist um 16 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

Gaby Römers