Die deutsche Schauspielerin Ingrid van Bergen ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge starb sie im niedersächsischen Eyendorf, wo sie zuletzt wohnte. „Wir sind unendlich traurig“,
sagte eine enge Freundin der Schauspielerin der Nachrichtenagentur dpa. Van Bergen sei in den frühen Morgenstunden eingeschlafen.

Die Schauspielerin stand vor allem in den 1950er- und 60er-Jahren vor der Kamera. Sie wirkte in Filmen wie Des Teufels General, Der eiserne Gustav oder Wir Wunderkinder mit. Dabei spielte sie an der Seite von bekannten Schauspielergrößen wie Curd Jürgens, Heinz Rühmann oder, wie bei Stadt ohne Mitleid, auch mit Kirk Douglas. Mit der Rolle der Pensionsbesitzerin Lissy Flemming in der Nachkriegssatire Rosen für den Staatsanwalt gelang ihr 1959 ihr wohl größter Erfolg.

2009 gewann van Bergen das Dschungelcamp

Neben Filmengagements stand van Bergen in zahlreichen Theaterstücken in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und München auf der Bühne. Nebenbei sang sie Chansons und trat im Kabarett bei den Berliner Stachelschweinen auf. 

Geboren wurden van Bergen am 15. Juni 1931 in Danzig als zweites von vier Kindern des Dorfschullehrers Fritz van Bergen
und dessen Ehefrau Ella. Die frühe Kindheit verbrachte sie im
masurischen Dorf Fraknowo (damals Frankenau). Ihr Vater wurde im Krieg getötet, kurz vor Kriegsende flüchtete van Bergen mit ihrer Mutter und den Geschwistern vor dem russischen Vormarsch per Schiff. Von 1945 bis 1948 war die Familie in dänischen Lagern interniert, bevor sie nach
Deutschland zurückkehrte. 

In Reutlingen holte van Bergen 1950 ihr Abitur nach. In Hamburg schlug sie sich als Tänzerin auf der
Reeperbahn, Bürogehilfin, Fabrikarbeiterin und Reiseleiterin durch. 1954 wurde sie für den Film entdeckt.

Medienrummel nach tödlichen Schüssen auf Geliebten

Im Jahr 1977 erschoss Ingrid van Bergen ihren Geliebten in ihrer Villa im Starnberger See und wurde wegen Totschlags bei verminderter Schuldfähigkeit zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte ihr, dass sie zur Tatzeit
„stark durch Alkohol enthemmt“ war und sich „in einem potenziellen
Affektzustand befunden“ habe. 1981 wurde die Schauspielerin wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft im Frauengefängnis Aichach entlassen.

Nach ihrer Zeit im Gefängnis gelang ihr erst nach und nach der
Wiedereinstieg ins Berufsleben
. Es folgten viele Gastauftritte, vor allem in Krimis und TV-Serien. 2009 wurde Ingrid van Bergen auch als Realitystar bekannt. Sie gewann als Dschungelkönigin die RTL-Show Ich bin ein
Star – Holt mich hier raus!

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