München – Das Energiegetränk soll nach körperlicher Anstrengung, Hitze, Alkoholkonsum oder einer wilden Partynacht den Körper wieder mit wichtigen Mineralstoffen versorgen. Aber jetzt ist dem Hersteller nach langer Streiterei die Puste ausgegangen.

Erst im September 2021 kamen Produkte des Münchner Getränke-Start-ups „Hydr8“ auf den Markt. Firmengründer Benjamin Schwarz (29): „2018 saß ich mit Kumpels zusammen und wir waren gerade dabei, ein paar Bier zu vernichten. Zu dem Zeitpunkt litt ich nach einer wilden Nacht immer an einem Dreitageskater.“ Gescherzt wurde über ein Mittel, den Kater zu besiegen – und in der Studentenbude eine Geschäftsidee geboren.

Start-up sucht nach Investoren

Mittlerweile werden nach Firmenangaben bundesweit über 6000 Verkaufsstellen (unter anderem Rewe und Edeka) beliefert, mehr als 2,5 Millionen „Hydr8“-Flaschen sollen verkauft worden sein. Nun droht auch schon wieder das Ende der Erfolgsgeschichte – Insolvenz!

Viele deutsche Supermärkte führen das Getränk

Viele deutsche Supermärkte führen das Getränk

Foto: picture alliance / M.i.S.

Auf BILD-Anfrage bestätigte Schwarz als Grund „strukturelle Spannungen“ im Unternehmen. Ihm gehören 51 Prozent der Anteile, der Rest der Bau Invest GmbH aus Bad Krozingen. Der 29-Jährige: „Es hat sich einfach ergeben, dass man nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner kam. Wir arbeiten aber an einer Lösung.“

Beim Sport verliert der Körper wertvolle Mineralien. Energydrinks soll den Körper wieder damit auffüllen

Beim Sport verliert der Körper wertvolle Mineralien, der Elektrolyte-Drink soll gegensteuern

Foto: Getty Images

Derzeit sind zwei Wege aus der Misere denkbar: entweder neue Geldgeber oder die geordnete Abwicklung über das Insolvenzverfahren. Produktion und Lieferketten sollen aber vorerst normal weiterlaufen.

Mehr zum ThemaSo soll es nach der Insolvenz weitergehen

Bei der Suche nach Geldgebern steht dem Unternehmen Rechtsanwalt Robert Hänel aus Augsburg zur Seite. Er wurde vom Amtsgericht als Insolvenzverwalter eingesetzt. Der zeigt sich optimistisch, erklärte gegenüber BILD: „Das Produkt ist zukunftsfähig.“ Gesucht werden neue Investoren, um ein tragfähiges Konzept für das Getränk mit aktuell drei Geschmacksrichtungen zu finden.

Sechs Mitarbeiter bangen am Standort in München dennoch um ihre Jobs. Firmengründer Schwarz will nicht kampflos aufgeben, glaubt fest an seine Geschäftsidee und sein Produkt: „Mein Ziel ist es, das Unternehmen selbst fortzuführen.“ Beim Durchhalten könnte ihm jetzt vielleicht der eigene Energydrink helfen …

Frank Thelen gesteht: Ich kämpfte mit der PrivatinsolvenzFrank Thelen gesteht: Ich kämpfte mit der Privatinsolvenz

Quelle: BILD 11.11.2025