Pendlern in der Region Mainz stehen schwere Monate bevor. Denn die Deutsche Bahn (DB) saniert ab Dezember 2025 den Eisenbahnknoten Mainz (wir berichteten). Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) befürchtet nun, dass die umfangreichen Bauarbeiten zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr führen werden.
„Liste des Schreckens“
So erneuern Bauteams ab Dezember eine Vielzahl von Gleisen, Weichen, Oberleitungen und Technik. Die Arbeiten konzentrieren sich zeitlich versetzt auf die Strecken von Mainz in Richtung Frankfurt, Groß-Gerau, an den Mittelrhein und nach Wiesbaden. In der Folge sollen zeitweise die S-Bahnen nach Frankfurt, die Regionalbahnen nach Darmstadt, die Regionalexpress-Züge nach Bingen sowie die Regionalzüge in Richtung Alzey entfallen. Teilweise sollen die Züge durch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ersetzt werden.
Der VCD bezeichnet die Ankündigung als eine „Liste des Schreckens für den Alltagsverkehr“ und befürchtet die üblichen Einschränkungen bei Ersatzverkehren: unpünktliche Busse, erschwerte Mitnahme von Kinderwagen, mangelnde Barrierefreiheit und kein Fahrradtransport. Die Bahn selbst räume ein: „Wir wissen, dass wir Pendlerinnen und Pendlern dabei in den nächsten Monaten viel abverlangen.“
VCD fordert Nachbesserungen und mehr Homeoffice
Der Verkehrsclub fordert daher statt einer „schlichten Ansage“ eine wirklich frühzeitige Information. Die Fahrplanänderungen müssten rechtzeitig in die Routenplaner eingepflegt werden, damit Fahrten verschoben werden können. Zudem verlangt der VCD eine bessere Organisation der Schienenersatzverkehre mit klarer Ausschilderung und garantierter Barrierefreiheit.
Auch die Arbeitgeber in der Region sieht der VCD in der Pflicht. Sie seien gefordert, sich an die Corona-Zeiten zu erinnern und verstärkt mobiles Arbeiten und Homeoffice zu ermöglichen. So könne verhindert werden, dass Beschäftigte „an überfüllten Schienenersatzverkehren scheitern, aufs Auto umsteigen und Umwelt und Nerven auf den Autobahnen ruinieren“.