Wenn Regisseur M. Night Shyamalan einen Film dreht, sind die Plot-Twists vorprogrammiert. Doch im Finale des packenden Thrillers Split wartet eine echte Überraschung, mit der beim Kinostart 2017 wohl niemand gerechnet hat. Abgesehen davon zeigt Hauptdarsteller James McAvoy sein ganzes Spektrum an Können. Das allein zieht schon in den Bann.

ProSieben zeigte den packenden Thriller am 28. November 2025 um 22:40 Uhr. Eine Wiederholung gibt es nicht, doch ihr könnt Split auch bei Netflix und weiteren Anbietern streamen.

Split im TV: Ein unberechenbarer Entführer

In Split werden drei junge Frauen von einem mysteriösen Mann entführt. Unter ihnen befindet sich die Außenseiterin Casey (Anya Taylor-Joy), die überraschend abgeklärt auf die Bedrohung reagiert. Schnell versucht sie, eine Beziehung zum Täter Kevin (McAvoy) aufzubauen, was sich schwierig gestaltet, denn Kevin leidet unter einer extremen Form der dissoziativen Identitätsstörung. In ihm leben 23 vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten, die um Kontrolle ringen – manche harmlos, manche bedrohlich und einige erschreckend gewalttätig.

Während die Mädchen verzweifelt nach einem Ausweg suchen, bricht in Kevin etwas auf: Eine neue, bislang unbekannte Persönlichkeit kündigt sich an – eine, die stärker, gefährlicher und unberechenbarer ist, als alle anderen.

Meisterleistung: James McAvoy in Split

Die Handlung und Inszenierung von Split ist spannend und gelungen, doch ist es McAvoys intensive Darbietung, die einen erst so richtig fesselt. Mit minimalen Gesten, veränderter Stimme und komplett anderem Körperausdruck wechselt er scheinbar mühelos zwischen einem schüchternen Jungen, einer strengen Matriarchin, einem berechnenden Psychopathen oder einem sensiblen Künstler.

Jeder (oft ungeplante) Wechsel sorgt für neue Spannung und macht Kevin zu einem der faszinierendsten und beunruhigendsten Thriller-Antagonisten der letzten Jahre. Hinzu kommt, dass er mit seinen unschuldigen Persönlichkeiten viel Sympathie weckt und das Publikum immer wieder auf seine Seite zieht. Bis das Böse erneut durchbricht.

Shyamalan führt geschickt durch das psychologische Labyrinth, baut Atmosphäre auf, lässt Raum für stille Schrecken und steigert alles auf ein Finale, das mit einer großen Überraschung endet und Lust auf mehr macht. Wer Split schon gesehen hat, weiß genau, was gemeint ist. Und wem der Thriller bisher entgangen ist, bekommt hier das Ende von Split erklärt.

Wer heute einschaltet, bekommt pure Spannung, einen atemberaubenden Cast und eine gelungene Inszenierung geboten. Mit Split konnte Shyamalan nach einer längeren Durststrecke wieder an Erfolge wie The Sixth Sense oder Signs – Zeichen anknüpfen und beweist wieder einmal, warum bei ihm nichts so ist, wie es scheint.