Italienischer Schutzschirm
„Michelangelo Dome“ soll Europa vor Putins Raketen schützen
30.11.2025 – 01:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Das israelische Luftabwehrsystem „Iron Dome“ (Symbolbild). „Michelangelo“ soll noch mehr Möglichkeiten haben. (Quelle: IMAGO/xHamarax)
Eine italienische Firma will einen europäischen Schutzschirm bauen. Er soll feindliche Raketen- und Drohnenangriffe abwehren.
Eine italienische Rüstungsfirma hat ein neues Konzept vorgestellt, das Europa und die Nato vor Angriffen schützen soll. Der „Michelangelo Dome“ der Firma Leonardo orientiert sich am israelischen Abwehrsystem „Iron Dome“, soll aber darüberhinausgehen.
Der Schutzschirm soll in der Lage sein, Angriffe durch Raketen und Drohnen zu erfassen, zu verfolgen, abzufangen und zu neutralisieren, so das Unternehmen. „Dies ist ein Modell, das für die Sicherheit in Italien, Europa und den Nato-Ländern in den kommenden Jahren von Bedeutung ist“, sagte Leonardo-Chef Roberto Cingolani bei der Präsentation in Rom. Man wolle nun mit den italienischen Streitkräften zusammenarbeiten, um das System den Anforderungen des Nato-Landes anzupassen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wird befürchtet, dass Putin auch gegen andere europäische Länder vorgehen will. Bereits jetzt gibt es Sabotageakte und andere Mittel der hybriden Kriegsführung, auch gegen Deutschland.
Die ersten Geräte sollen 2028 aufgestellt werden. Wie genau sie aussehen, ist bislang Geheimsache. Auch über die Kosten ist derzeit nichts bekannt.
Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto hofft, dass „Michelangelo“ von mehreren Staaten eingesetzt wird. „Gemeinsam können wir ein hochmodernes Verteidigungssystem gegen alle Arten von Bedrohungen entwickeln, von Hyperschallraketen bis hin zu kleinen Drohnen, denn Bedrohungen gibt es heute in vielen verschiedenen Formen“, sagte er nach einem Treffen mit seiner französischen Amtskollegin Catherine Vautrin in Paris.
Laut Hersteller wolle man mit „Michelangelo“ ein integriertes System schaffen, das simultan in der Lage ist, verschiedene Gefahren zu erkennen. Anders als der israelische „Iron Dome“ wolle man aber nicht vom Land aus, sondern auch auf See und in der Luft sowie im Weltall Angriffe abwehren. Dabei solle auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen.
Der „Iron Dome“ ist ein mobiles israelisches Raketenabwehrsystem, das Kurzstreckenraketen, Mörsergranaten und Artilleriegeschosse abfangen soll. Es wurde entwickelt, um dicht besiedelte Gebiete und wichtige Infrastruktur vor Angriffen zu schützen. Das System besteht aus Radarstationen, einer Steuerungseinheit und Abschussvorrichtungen, die Abfangraketen starten.
Sobald das Radar ein Geschoss erkennt, berechnet das System dessen Flugbahn. Wenn es ein bewohntes Gebiet treffen würde, startet der Iron Dome eine Abfangrakete, die das ankommende Projektil in der Luft zerstören soll. Seit seiner Einführung 2011 wird das System regelmäßig im Nahen Osten eingesetzt.
