
Seit diesem Wochenende zeigt das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster erneut die Ausstellung „Wildlife Photographer of the Year“. Wie das Museum in einer Medienmitteilung erklärt, ist es bereits zum 14. Mal in Folge bundesweit der erste Ausstellungsort und zugleich der einzige in Nordrhein-Westfalen, an dem die prämierten Bilder des weltbekannten Naturfotografie-Wettbewerbs zu sehen sind.
Der vom Natural History Museum in London ausgerichtete Wettbewerb gilt seit Jahrzehnten als einer der international bedeutendsten seiner Art. Für die aktuelle Runde wurden laut Mitteilung 60.363 Fotos aus 113 Ländern eingereicht – ein neuer Rekord. Eine siebenköpfige Jury wählte daraus die 100 überzeugendsten Aufnahmen aus, die für die Vielfalt und Qualität moderner Naturfotografie stehen. Die Werke gehen anschließend auf Welttournee und werden an insgesamt 35 Orten präsentiert, darunter Kopenhagen, Basel, Toronto und Mailand.
Zum Gesamtsieger der diesjährigen Ausgabe wurde der südafrikanische Fotograf Wim van den Heever gekürt. Sein Siegerbild „Ghost Town Visitor“ porträtiert eine seltene Schabrackenhyäne, die bei Nacht durch die Ruinen der ehemaligen Diamantminenstadt Kolmanskop streift. Van den Heever hatte erstmals vor rund zehn Jahren Spuren des Tieres entdeckt und setzte auf eine Kamerafalle, um die scheue Hyänenart festzuhalten. Die Jury erklärte, der Anblick des Bildes löse sofort eine Gänsehaut aus und mache deutlich, dass man sich „im Reich dieser Hyäne“ befinde.
Der Titel „Young Wildlife Photographer of the Year“ ging an den 17-jährigen Italiener Andrea Dominizi. Sein Foto „After the Destruction“ zeigt einen Bockkäfer vor einer verlassenen Forstmaschine – aufgenommen in den Lepini-Bergen, wo einst alte Buchenbestände abgeholzt wurden. Die Aufnahme verdeutlicht, wie eng der Lebensraum der Käfer mit dem ökologischen Gleichgewicht verbunden ist. Die Jury betonte, das Bild könne Diskussionen anstoßen und das Bewusstsein dafür schärfen, dass ein Umdenken notwendig sei.
Die Ausstellung präsentiert nicht nur die ästhetischen Qualitäten der Naturfotografie, sondern zeigt auch, wie menschliche Eingriffe Lebensräume verändern oder zerstören. Damit versteht sich „Wildlife Photographer of the Year“ längst nicht mehr nur als Wettbewerb, sondern auch als global wahrgenommene Stimme für Natur und Artenschutz. In Münster ist die Schau bis zum 6. April 2026 zu sehen.
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