Eine Möglichkeit, die Spritzen von der Straße zu halten, sind Konsumräume. Das sind geschützte Einrichtungen, in denen Drogenabhängige ihren mitgebrachten Stoff unter hygienischen Bedingungen und unter Aufsicht von Fachpersonal konsumieren können. Wer gelegentlich etwas nimmt, darf hier nicht rein: Das Angebot richtet sich nur an suchtkranke Menschen. In Berlin gibt es fünf feste und drei mobile Konsumräume.

In der Einrichtung an der Reichenberger Straße zwischen Kotti und Görli sind große Spiegel vor Stühlen installiert, helles Licht flutet den Raum. „Hier haben die Konsumenten genug Privatsphäre, das helle Licht hilft den Leuten die Spritze richtig anzusetzen, die Spiegel hingegen helfen mir, die Konsumenten von meinem Platz aus zu beobachten“, sagt Mitarbeiter Felix Ahlert.

Überdosierung, wegkippende Konsumenten, das komme ein bis zwei Mal im Monat vor. Dann müsse es schnell gehen, um die Leute zurück ins Leben holen. Anbieter von Konsumräumen – wie Fixpunkt und Vista – wünschen sich weitere Räume oder längere Öffnungszeiten, was mit höheren Kosten einhergehen würde.

Bedeuten aber mehr Konsumräume wirklich weniger Spritzen auf den Straßen? „Ja“, sagt zumindest der 27 Jahre alte Ahlert. „Jede Spritze, die hier genutzt wird, verlässt den Raum nicht. Wir haben aber nicht 24/7 geöffnet. Auch deswegen werden weiterhin viele Spritzen draußen auf den Straßen liegen“.