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Selenskyj sprach mit Witkoff und Kushner über Friedensplan Selenskyj laut Macron am Montag in London Drohne beschädigt Tschornobyl-Schutzschild

Die Diplomatie für ein Ende des Kriegs verteilt sich auf viele Orte – auch mit Moskau und westlichen Staatschefs wird geredet. Wir berichten laufend.

  • Selenskyj hat mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über den Stand des Friedensplans gesprochen.

  • Am Montag will sich Selenskyj in London mit Starmer, Macron und Merz treffen.

  • Bis letzten März sollen 57 Schweizer-Söldner im Ukraine-Krieg gekämpft haben und 30 von ihnen getötet worden sein.

  • Zum US-Friedensplan sagt Putin, der Donbass und Neurussland würden auf jeden Fall an Russland fallen.

06.12.2025, 18:47

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben telefonisch mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über den Stand des Friedensplans beraten. Auch die ukrainischen Vertreter Rustem Umjerow und Andrij Hnatow seien beteiligt gewesen, schrieb Selenskyj auf X. Die Ukrainer haben seit Donnerstag in Florida mit den Amerikanern verhandelt.

«Wir (…) sind Eckpunkte durchgegangen, die ein Ende des Blutvergiessens sicherstellen können und die Gefahr einer neuen russischen Invasion eliminieren und das Risiko, dass Russland seine Versprechen nicht einhält, wie es in der Vergangenheit mehrmals passiert ist», schrieb Selenskyj. Dies klingt nach Sicherheitsgarantien, Details nannte er aber nicht.

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Die Ukraine werde weiter vertrauensvoll mit der US-Seite kooperieren, die ernsthaft einen Frieden zu erreichen versuche, erklärte der ukrainische Staatschef. Er dankte US-Präsident Donald Trump für dessen Engagement. Als nächsten Schritt erwarte er Umjerow und Hnatow zum persönlichen Bericht.

Witkoff und das US-Aussenministerium hatten am Freitagabend mitgeteilt, dass sich die USA und die Ukraine über den Rahmen einer künftigen Sicherheitsstruktur und Fähigkeiten zur Abschreckung einig seien. Ein Ende des Krieges hänge vor allem davon ab, ob Moskau ein «ernsthaftes Engagement für einen langfristigen Frieden» zeige.

DPA

06.12.2025, 18:30

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Montag in London erwartet, um mit dem britischen Premierminister Keir Starmer über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg zu beraten. Thema soll der Stand der Verhandlungen über einen Friedensplan sein, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird an dem Treffen teilnehmen, wie er auf X ankündigte. Macron zufolge soll auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zugegen sein.

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Die USA und die Ukraine wollen ihre Gespräche über eine Lösung heute fortsetzen. Diese hatten am Donnerstag im US-Bundesstaat Florida begonnen. Beide Seiten waren sich US-Angaben zufolge einig, dass ein Ende des Kriegs von Russlands Bereitschaft zu Frieden abhängt.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, hatten am Dienstag in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin gesprochen und die US-Vorschläge für ein Kriegsende vorgestellt.

06.12.2025, 14:57

Die Ukraine hat erneut die russische Ölindustrie ins Visier genommen. Der Kiewer Generalstab bestätigte einen Angriff auf die Ölraffinerie in Rjasan, rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau. Es sei ein Treffer an einer Anlage festgestellt worden, schrieb der Generalstab in sozialen Medien. Die Raffinerie versorge die russischen Streitkräfte, hiess es zur Begründung des Angriffs.

Der Gouverneur des Gebiets Rjasan, Pawel Malkow, schrieb bei Telegram lediglich, dass Trümmer auf das Gelände eines Industriebetriebs gefallen seien. Grössere Schäden und Verletzte gebe es nicht. Über dem Gebiet seien in der Nacht 29 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Ein mehrstöckiges Wohnhaus wurde demnach beschädigt, ein Brand auf dem Dach sei aber schnell gelöscht worden.

In sozialen Medien kursierten dagegen nicht überprüfbare Videos und Fotos, die einen Brand auf dem Gelände der dortigen Ölraffinerie und einen Einschlag auf dem Dach eines Hochhauses zeigen sollen.

Zweiter Angriff innerhalb weniger Wochen

Die Ölraffinerie in Rjasan gehört zum Konzern Rosneft und war erst Ende Oktober von einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden. Die Ukraine verteidigt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Zuletzt setzte sie systematisch auf Gegenangriffe auf die russische Öl- und Gasindustrie. Damit will sie einerseits den Kraftstoffnachschub für das russische Militär stören und andererseits den für Moskaus Finanzierung des Angriffskriegs so wichtigen Wirtschaftszweig treffen.

Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit Drohnen- und Raketenangriffen überzogen. In mehreren Regionen wurden Verletzte und Notabschaltungen des Stroms gemeldet. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau erneut vor, die ukrainische zivile Infrastruktur zu attackieren.

(DPA)

06.12.2025, 12:18

Russland hat in der Nacht zum Samstag einen massiven Raketen- und Drohnenangriff auf die Ukraine gestartet. Dabei setzte das russische Militär laut der ukrainischen Luftwaffe 653 Drohnen und 51 Raketen ein. Der Angriff löste landesweit Luftalarm aus. Die ukrainischen Flugabwehr fing nach Angaben der Luftwaffe 585 Drohnen und 30 Raketen ab. 29 Ziele seien getroffen worden. Mindestens acht Menschen wurden laut dem Innenministerium verletzt, darunter drei in der Region Kyjiw.

Der ukrainische Energieversorger Ukrenergo teilte auf der Plattform Telegram mit, Ziel seien unter anderem Kraftwerke und andere Energieinfrastruktur in mehreren ukrainischen Regionen gewesen. Drohnen wurden bis in die ukrainische Region Lwiw im Westen des Landes gesichtet.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, seine Luftabwehr habe in der Nacht zum Samstag 116 ukrainische Drohnen über russischem Territorium abgefangen. Der russische Telegram-Kanal Astra berichtete, die Ukraine habe die russische Ölraffinerie in Rjasan angegriffen. Aufnahmen zeigten offenbar einen Brand und Rauchsäulen über der Raffinerie. Die Nachrichtenagentur AP konnte das Video nicht unabhängig verifizieren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau erneut Angriffe auf zivile Infrastruktur der Ukraine vorgeworfen.

(DPA)

06.12.2025, 10:34

Die Schutzhülle über dem Kernkraftwerk Tschornobyl in der Ukraine kann die Strahlung nicht mehr vollständig abhalten, wie die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) laut dem «Guardian » bekannt gegeben hat.

Beschädigung der neuen Sicherheitsabdeckung des ehemaligen Reaktors 4 der Tschernobyl-Atomkraftwerk durch einen Drohnenangriff, aufgenommen am 14. Februar 2025 vom ukrainischen Rettungsdienst.

Eine Drohne hat das Schuatzschild von Tschornobyl beschädigt – die Ukraine beschuldigt Russland.

Foto: AFP

Umfassende Sanierung notwendig

Gebaut wurde die Schutzhülle für 1,5 Milliarden Euro. Bei einer Inspektion letzte Woche fiel das Loch in der Stahlkonstruktion auf: Der Aufprall einer Drohne im Februar habe die Struktur beschädigt. Nun sei ihre wichtigste Sicherheitsaufgabe, das Eindämmen radioaktiven Materials, vorerst nicht mehr gewährleistet.

Die Strahlenwerte blieben normal und stabil, und es gab keine Berichte über Strahlenlecks, teilte die UNO im Februar mit.

Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, schätzt ein, dass dringende Reparaturen durchgeführt werden müssen, «ene umfassende Sanierung bleibt unerlässlich, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern und die langfristige nukleare Sicherheit zu gewährleisten». Tragende Strukturen und Überwachungssysteme seien noch intakt.

Russland weist Vorwürfe zurück

Die Ukraine macht Russland für den Angriff im Februar verantwortlich, so habe eine Drohne einen Brand ausgelöst und damit die äussere Verkleidung der Schutzhülle beschädigt. Russland weist diese Vorwürfe zurück.

Die Explosion von Tschornobyl im Jahr 1986 – die sich ereignete, als die Ukraine als Teil der Sowjetunion unter Moskaus Herrschaft stand – führte zu einer radioaktiven Verseuchung in ganz Europa. Die Sowjets bauten über den Reaktor eine Art «Sarg» aus Beton. Um dessen Strahlung einzudämmen, wurde die neue Schutzhülle gebaut.

In eigener Sache: Warum wir die ukrainischen Schreibweisen verwenden.

06.12.2025, 10:08

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, die von der Agentur Tass verbreitet wurde, sollen bis März dieses Jahres insgesamt 57 Schweizer im Ukraine-Krieg gekämpft haben. 30 von ihnen seien demnach ums Leben gekommen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahlen liegt nicht vor.

Die Schweizer Militärjustiz untersucht derzeit 15 Fälle, wie Militärjustiz-Sprecher Florian Menzi gegenüber der Agentur bestätigte.

Nach Schweizer Recht ist es Bürgerinnen und Bürgern strikt untersagt, als Söldner in Armeen fremder Staaten zu dienen. Verstösse können strafrechtlich verfolgt werden und mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren geahndet werden.

06.12.2025, 03:29

Die USA und die Ukraine sind sich nach US-Angaben einig, dass ein Ende des Ukraine-Krieges von Russlands Bereitschaft zu Frieden abhängt. «Echte Fortschritte hin zu einer Einigung» beruhten darauf, ob der Kreml «ernsthaftes Engagement für einen langfristigen Frieden» zeige, teilten der Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X und das US-Aussenministerium nach einem Gespräch mit einer ukrainischen Delegation mit. Dazu zählten auch «Schritte zur Deeskalation und zur Beendigung der Kampfhandlungen.» Die USA und die Ukraine wollen nach Angaben Witkoffs heute ihre Gespräche über den Friedensplan fortsetzen. (DPA)

05.12.2025, 16:18

Indien und Russland wollen ihre Handelsbeziehungen über Öl- und Rüstungsgeschäfte hinaus deutlich ausbauen. Beide Seiten hätten sich auf ein wirtschaftliches Kooperationsprogramm bis 2030 geeinigt, sagte der indische Premierminister Narendra Modi nach Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Neu-Delhi. Er äusserte die Hoffnung, dadurch könnten Handel und Investitionen breiter aufgestellt werden. Indien und Russland streben an, das bilaterale Handelsvolumen bis zum Jahr 2030 auf 100 Milliarden US-Dollar (etwa 85,8 Milliarden Euro) zu steigern.

Der Kremlchef war am Tag zuvor am Donnerstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Neu-Delhi eingetroffen. Es war Putins erster Besuch im bevölkerungsreichsten Land der Erde seit der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als dreieinhalb Jahren.

Freihandelsabkommen mit eurasischer Wirtschaftsunion geplant

Beide Länder arbeiten laut Modi zudem daran, ein Freihandelsabkommen der von Moskau angeführten Eurasischen Wirtschaftsunion mit Indien abzuschliessen. Putin sieht die Union, die auch Armenien, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan umfasst, als wirksames Mittel gegen westliche Sanktionen. Russland ist wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine wirtschaftlichen Sanktionen des Westens unterworfen. Indien verhält sich mit Blick auf den Konflikt bisher pragmatisch. Das Land pflegt weiterhin gute Beziehungen zu Moskau wie zum Westen.

Indien deckt seinen Rohöl-Bedarf zum grössten Teil mit russischen Importen. Auch bezieht das Land einen Grossteil seiner militärischen Ausrüstung aus Russland. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Öls finanziert Russland auch den Krieg, dessen Beendigung Modi gefordert hat. (DPA)

05.12.2025, 14:44

Über der streng gesicherten U-Boot-Basis Île Longue bei Brest, in der Frankreichs atomar bewaffnete U-Boote stationiert sind, wurden am Donnerstagabend fünf Drohnen entdeckt. Marineinfanteristen reagierten mit einem Anti-Drohnen-Einsatz und gaben mehrere Schüsse ab.

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Die Gendarmerie bestätigte den Vorfall gegenüber der Agentur AFP, während Präfektur und Staatsanwaltschaft zunächst nicht Stellung nahmen. Die Basis gilt als zentraler Bestandteil der französischen Nuklearabschreckung. Es gab in dem Gebiet zuletzt immer wieder Drohnensichtungen. (bor)

04.12.2025, 21:10

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat nach eigenen Angaben auf der von Moskau seit 2014 annektierten Halbinsel Krim einen russischen Kampfjet vom Typ MiG-29 zerstört. Das Flugzeug sei in der Nacht zum Donnerstag auf dem Militärflugplatz Katscha attackiert worden, teilte die Behörde auf Telegram mit. Das dort veröffentlichte Video legt nahe, dass die Maschine von einer Drohne getroffen wurde.

Die MiG-29 wurde noch zu Sowjetzeiten entwickelt und in grosser Stückzahl gebaut. Russland nutzt die Flugzeuge intensiv auch in seinem inzwischen fast vier Jahre währenden Krieg gegen die Ukraine.

Dem ukrainischen Geheimdienst zufolge wurde in der gleichen Nacht auch eine Radaranlage in der Nähe der Inselhauptstadt Simferopol zerstört. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. (DPA)

04.12.2025, 17:12

Die Präsidenten der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben sich skeptisch über die Aussichten der von den USA geführten Gespräche über ein Kriegsende in der Ukraine gezeigt. «Ich halte die Chancen, dass es eine Möglichkeit für einen Kompromiss und Konsens gibt, für minimal. Aber trotzdem müssen wir es versuchen», sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Riga.

Auch Gastgeber Edgars Rinkevics (Lettland) und Alar Karis (Estland) würdigten die Bemühungen und jüngsten Verhandlungen der Vereinigten Staaten. Doch wollten Russland und Präsident Wladimir Putin keinen Frieden und den Krieg fortsetzen, sagten die Staatsoberhäupter der drei EU- und Nato-Staaten unisono

Die drei Präsidenten betonten weiter, dass ohne Beteiligung der Ukraine keine Entscheidung über die Zukunft und die Sicherheit des Landes getroffen werden könne. Auch mahnten sie mehr Mitsprache für Europa bei den Verhandlungen an. «Ich bin überzeugt, dass Europa und die Ukraine bei solchen Diskussionen mit am Tisch sitzen müssen», sagte Rinkevics.

Auch regionale Sicherheit im Fokus

Estland, Lettland und Litauen zählen zu den entschiedensten Unterstützern der Ukraine. Die drei Ostseestaaten grenzen alle drei an Russland und teils auch an dessen engen Verbündeten Belarus. Sie sehen Russlands Angriffskriegs als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit.

Bei ihrem Treffen diskutieren die Präsidenten den Bau von physischen Barrieren entlang der Grenze, die der Schaffung der baltischen Verteidigungslinie dient. Damit wollen sich die drei Länder gegen mögliche Angriffe schützen. Die drei Staatschefs forderten zudem die EU und Nato auf, weiterhin einen starken Fokus auf die Sicherheit im Baltikum zu legen. (DPA)

04.12.2025, 16:52

Während die USA und die Ukraine weiter über Eckdaten eines Friedensplans sprechen wollen, hat der russische Präsident Wladimir Putin mit weiteren Eroberungen in der Südukraine gedroht. Der Donbass und Neurussland würden auf jeden Fall an Russland fallen, sagte der Kremlchef dem Fernsehsender India Today vor einem zweitägigen Staatsbesuch in Indien. Der Kremlchef traf abends (Ortszeit) in Neu-Delhi ein und wurde am Flughafen von Ministerpräsident Narendra Modi begrüsst.

«Entweder befreien wir diese Territorien militärisch. Oder die ukrainischen Truppen verlassen diese Territorien und hören auf, dort zu kämpfen», sagte Putin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Im Moskauer Sprachgebrauch bezeichnet Neurussland historisch den Süden der Ukraine – die heutigen Gebiete Saporischschja und Cherson, die Russland bereits als sein eigen betrachtet, aber auch die Gebiete Mykolajiw und Odessa.

Schon am Dienstag hatte der Kremlchef damit gedroht, Russland könnte die gesamte ukrainische Südküste erobern. Hintergrund waren ukrainische Angriffe auf russische Tanker im Schwarzen Meer. (DPA)

04.12.2025, 15:46

Nach dem Treffen von US-Vertretern mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau wird Medienberichten zufolge heute eine ukrainische Delegation in den USA erwartet. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, wollen die Delegation in Florida treffen, wie unter anderem die New York Times und der Sender CBS News unter Berufung auf das Weisse Haus berichten.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bereits neue Gespräche mit US-Vertretern in Aussicht gestellt. «Wir bereiten Treffen in den Vereinigten Staaten vor», sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. In den kommenden Tagen erwarte die Ukraine Neuigkeiten dazu. Ihm zufolge soll wieder eine Gruppe um den Sekretär des nationalen Sicherheitsrats Rustem Umjerow und Generalstabschef Andrij Hnatow die Gespräche mit den USA fortsetzen.

Rustem Umerov und Generalmajor Andrii Hnatov bei einem Briefing im Büro des ukrainischen Präsidenten in Kiew, 7. November 2025.

Die Teams von Rustem Umjerow (links) und Andrij Hnatow sollen die Gespräche mit den USA führen.

Foto: ABACAPRESS (Imago)

Am Dienstag hatte Witkoff bei seinem sechsten Treffen mit Putin den Stand der US-Überlegungen für ein Ende des Krieges in der Ukraine erläutert. Kushner hatte ihn dabei erstmals im Kreml begleitet. Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte nach dem fünfstündigen Treffen, es sei noch kein Kompromiss gefunden worden.

Trump sagte am Mittwoch, Putin habe ein «verhältnismässig gutes Treffen» mit Witkoff und Kushner gehabt. Wozu das führe, könne er nicht sagen. Die US-Vertreter hätten den Eindruck gehabt, dass Putin einen Deal wolle. Putin bezeichnete sein Treffen mit Witkoff und Kushner als «sehr nützlich». (SZ)

04.12.2025, 15:06

Die ukrainische Armeeführung hat erneut russische Erfolgsmeldungen unter anderem bei der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk im Donezker Gebiet zurückgewiesen. «Ukrainische Einheiten halten den nördlichen Teil von Pokrowsk weiter», schrieb Armeeoberbefehlshaber Olexander Syrskyj bei Facebook. Der weitere russische Vormarsch und eine Umgehung von Pokrowsk und der Nachbarstadt Myrnohrad werde aufgehalten. In einer Beratung seien die Organisation zusätzlicher Nachschublinien, Evakuierungen von Verwundeten und Massnahmen gegen die feindliche Artillerie und Drohnen besprochen worden.

Luftaufnahme der Stadt Pokrowsk im Donetsk-Gebiet während der russischen Militäroperation in der Ukraine. Nebel bedeckt die Stadtansicht.

Russland hatte verkündet, die Stadt Pokrowsk im Donetsk-Gebiet eingenommen zu haben – die ukrainische Armee dementiert.

Foto: SNA (Imago)

Auch für die Stadt Wowtschansk in der angrenzenden Region Charkiw, nahe der russischen Grenze, wies das ukrainische Militär russische Behauptungen zu einer Eroberung zurück. «Alle Versuche des Gegners in Wowtschansk seine Flagge zu hissen, enden gleich: Sie werden getötet», sagte der stellvertretende Kommandeur des 16. Armeekorps, Oberst Iwan Kolontaj. Der östliche, südliche und westliche Ortsrand stehe weiter unter ukrainischer Kontrolle. Auch die nahen Ortschaften Lyman, Wiltscha und Synelnykowe werden demnach von ukrainischen Einheiten gehalten.

Zusätzlich dementierte der Generalstab in Kyjiw russische Erfolge nördlich der Stadt Huljajpole im südukrainischen Gebiet Saporischschja. Ein an den Rand des Dorfes vorgedrungener russischer Aufklärungstrupp aus fünf Soldaten sei «vernichtet» worden. «Die Siedlung steht unter Kontrolle der Streitkräfte der Ukraine», hiess es. (DPA)

04.12.2025, 13:46

Eine Drohne, die in der Republik Moldau abgestürzte ist, hat eine Gruppe Bombenentschärfer auf den Plan gerufen. Ein Einwohner habe das Gerät in Pepeni entdeckt, für ein Spielzeug gehalten und mit nach Hause genommen, teilte die Polizei mit. Als vom Bürgermeister alarmierte Beamte am Mittwoch eintrafen, hatte der Mann die Drohne bereits in ihre Einzelteile zerlegt. Sie erwies sich aber als ungefährlich.

Die Drohne enthalte keinen Sprengstoff, erklärte die Polizei. Ein vom Rathaus in den sozialen Medien veröffentlichtes Video zeigte das Fluggerät auf einem Traktoranhänger.

Handelt es sich um eine russische Drohne?

Die Polizei erklärte, es handele sich um eine Drohne vom Typ Gerbera, die normalerweise für improvisierte Angriffe oder zur Beobachtung eingesetzt werde. Woher sie kam, teilten die Behörden nicht mit. Sie riefen die Öffentlichkeit auf, am Boden liegende Drohnen oder ähnliche Objekte nicht zu berühren. Auch solle niemand versuchen, sie mitzunehmen.

Russland hat vergleichbare Drohnen bei seinem Invasionskrieg in der Ukraine eingesetzt. Moldau meldet immer wieder das Eindringen von Drohnen in seinen Luftraum. In der vergangenen Woche wurde eine Drohne auf dem Dach eines Hauses in einem Dorf im Bezirk Floresti entdeckt. Das Aussenministerium bestellte wegen der Vorfälle den russischen Botschafter ein.

04.12.2025, 13:30

Die deutsche Luftwaffe hat zum verstärkten Schutz der Nato-Ostflanke Kampfflugzeuge nach Polen verlegt. Vom Fliegerhorst Nörvenich im Bundesland Nordrhein-Westfalen aus starteten mehrere Eurofighter mit Kurs auf den polnischen Militärflugplatz Malbork, wie die deutsche Luftwaffe mitteilte.

Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwader 71 Richthofen bereit für einen Nachtflug bei Sonnenuntergang auf der niederländischen Militärbasis Leeuwarden während der NATO-Übung Ramstein Flag 2025.

Die deutsche Luftwaffe schickte einen Kampfjet des Typus Eurofighter nach Polen.

Foto: Björn Trotzki (Imago)

Die Stationierung ist eine Reaktion auf jüngste Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets im Ostsee-Raum sowie den Einflug von Kamikaze-Drohnen auf Nato-Gebiet. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte den Schritt Mitte Oktober angekündigt.

Deutsche Bundeswehr schickt eine Truppe von 150 Personen

«Mit dieser Mission leisten unsere Soldatinnen und Soldaten neben unserer bereits seit August in Rumänien stationierten Alarmrotte einen weiteren wertvollen Beitrag zum Schutz des östlichen Bündnisgebiets. Wir setzen hiermit ein weiteres starkes Zeichen der Unterstützung unseres Nachbarlandes Polen und der Nato in Gänze», erklärt der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann.

Die Luftwaffe war bereits im August und September mit Kampfflugzeugen auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork. Er liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Danzig und 80 Kilometer von der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad entfernt.

Die deutsche Bundeswehr schickt mit den Flugzeugen eine Truppe von etwa 150 Männern und Frauen, darunter sind neben den Piloten auch Techniker, Logistiker, Objektschützer und Feldjäger. Die Stationierung ist zunächst bis März vorgesehen.

04.12.2025, 12:08

Die Nato-Partner Grossbritannien und Norwegen stärken den Schutz wichtiger Seegebiete vor russischen Angriffen. Beide Staaten unterzeichnen heute das sogenannte Lunna-House-Abkommen zur Gründung einer gemeinsamen Flotte mit mindestens 13 Fregatten zur U-Boot-Abwehr. Das sei die Konsequenz aus der deutlich erhöhten Bedrohung britischer Gewässer durch russische Schiffe, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

Immer mehr Zwischenfälle mit russischen Schiffen

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Zwischenfällen mit russischen Schiffen und U-Booten gekommen. Die Nato-Partner werfen Russland auch vor, mit Hilfe der sogenannten Schattenflotte – bestehend aus älteren Öltankern – kritische Unterwasser-Infrastruktur wie Unterseekabel anzugreifen.

Auch Deutschland hatte mit Grossbritannien eine stärkere Kooperation vereinbart. Deutsche Seefernaufklärer vom Typ P-8 Poseidon – militärische Spezialflugzeuge zum Einsatz gegen U-Boote – sollen künftig von der schottischen Militärbasis Lossiemouth aus starten.

Der britische Verteidigungsminister John Healey sagte nun: «Wenn unsere kritische Infrastruktur und unsere Gewässer bedroht sind, schreiten wir ein.» Das Abkommen sieht ausserdem die Ausbildung britischer Einheiten in Norwegen, den Austausch militärischer Technologien sowie gemeinsame Trainingsmanöver vor. (DPA)

04.12.2025, 11:11

Die OSZE soll bei einem allfälligen Waffenstillstand in der Ukraine eine aktive Rolle spielen. Bundesrat Ignazio Cassis will als Vorsitzender dafür die Bereitschaft der Organisation erhöhen, wie er in Wien sagte.

Cassis ab Januar OSZE-Vorsitzender

Die Organisation könnte einen möglichen Waffenstillstand beobachten, sagte der Schweizer Aussenminister, der am 1. Januar den OSZE-Vorsitz für ein Jahr übernimmt. Am Donnerstag und Freitag treffen sich in Wien die Aussenministerinnen und -minister der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Am Ratstreffen soll über die Zeit nach dem Krieg nachgedacht werden, sagte der norwegische Aussenminister Espen Barth Eide. Dies sei wichtig, denn die Nachkriegszeiten seien immer länger als Kriege. In Europa dürfe nicht erneut ein Eiserner Vorhang niedergehen.

Die OSZE hat zum Ziel, durch politischen Dialog die nachhaltige Stabilität, Frieden und Demokratie zu sichern. Sie gilt als die weltweit grösste regionale Sicherheitsorganisation. (SDA)

04.12.2025, 10:11

Russland plant laut Staatschef Wladimir Putin keine Rückkehr in die Siebenergruppe grosser Industrienationen (G7). Das sagte er in einem Interview des indischen Fernsehsenders «India Today» vor einem zweitägigen Staatsbesuch in Neu-Delhi. Der Anteil der G7 an der Weltwirtschaft schrumpfe seit Jahren, sagte Putin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge in dem Interview. Er verstehe also nicht, warum sie die «Grossen Sieben» genannt würden. «Was ist daran gross?»

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Die Atommacht Russland war 1998 nicht wegen ihrer Wirtschaft, aber wegen ihrer politischen Bedeutung in die Staatengruppe aufgenommen worden. Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 wurde sie wieder ausgeschlossen. Der Friedensplan der USA für ein Ende des Ukraine-Kriegs sieht vor, Moskau einzuladen und die Gruppe wieder zur G8 zu erweitern. (DPA)

04.12.2025, 10:08

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Verhandlungen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff über den Krieg in der Ukraine eine «schwierige Arbeit» genannt. Beide Seiten hätten «jeden Punkt» des US-Friedensvorschlags durchgehen müssen, sagte Putin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen dem indischen Sender India Today. «Deshalb hat es so lange gedauert.»

Witkoff hatte am Dienstag etwa fünf Stunden lang im Kreml verhandelt. Eine Einigung gab es nicht. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Putin sagte: «Dies war ein notwendiges Gespräch, ein sehr konkretes Gespräch.» Russland sei bereit, über einige Punkte zu reden, doch es gebe andere, «denen wir nicht zustimmen können». Er gab das Interview vor seinem geplanten Besuch in Indien am Donnerstag. Die staatlichen russischen Nachrichtenagenturen Tass und Ria Nowosti zitierten vor der Ausstrahlung Auszüge. (AP)

DPA/SDA/Redaktion Tamedia