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Trump «enttäuscht»: Selenskyj soll Plan noch nicht gelesen haben Russland attackiert Ukraine: 1 Toter bei Drohnenangriff Selenskyj spricht wieder mit Europäern über Friedensplan
Die Diplomatie für ein Ende des Kriegs verteilt sich auf viele Orte – auch mit Moskau und westlichen Staatschefs wird geredet. Wir berichten laufend.
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Selenskyj hat mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über den Stand des Friedensplans gesprochen.
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Am Montag will sich Selenskyj in London mit Starmer, Macron und Merz treffen.
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Bis letzten März sollen 57 Schweizer-Söldner im Ukraine-Krieg gekämpft haben und 30 von ihnen getötet worden sein.
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Zum US-Friedensplan sagt Putin, der Donbass und Neurussland würden auf jeden Fall an Russland fallen.
02:07 Uhr
US-Präsident Donald Trump ist sich nach eigenen Angaben nicht sicher, ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einem neuen Vorschlag für ein Ende des russischen Angriffskriegs einverstanden ist. Die USA hätten mit Kremlchef Wladimir Putin gesprochen und mit ukrainischen Vertretern, darunter Selenskyj, sagte Trump am Sonntagabend in Washington. «Und ich muss sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin, dass Präsident Selenskyj den Vorschlag noch nicht gelesen hat», schob der US-Präsident hinterher. Das sei der Stand von vor ein paar Stunden gewesen.
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Russland würde wohl lieber das ganze Land haben, dennoch glaube er, dass Moskau mit dem Vorschlag einverstanden sei. «Aber ich bin mir nicht sicher, ob Selenskyj damit einverstanden ist», sagte Trump. «Seine Leute lieben ihn (den Vorschlag)», schob er nach.
Was der aktuelle Stand der Verhandlungen ist
Im US-Bundesstaat Florida hatten Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, seit Donnerstag mehrere Tage lang mit den Ukrainern gesprochen. Aufseiten der ukrainischen Delegation führten Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Generalstabschef Andrij Hnatow die Verhandlungen. Vorher hatten Witkoff und Kushner in Moskau fünf Stunden lang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen.
Zum Ende der amerikanisch-ukrainischen Verhandlungen in Florida schaltete sich Selenskyj nach eigenen Angaben am Samstag telefonisch dazu. Er nannte den Austausch konzentriert und konstruktiv. Als nächsten Schritt erwarte er Umjerow und Hnatow zum persönlichen Bericht, erklärte er.
Die entscheidenden ungeklärten Punkte scheinen die Territorialfragen und Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine zu sein. Wie sich der vor etwa drei Wochen publik gewordene US-Friedensplan mit ursprünglich 28 Punkten seitdem gewandelt hat, ist öffentlich nicht bekannt. Aus Trumps Aussagen ging auch nicht hervor, ob es seit dem Austausch der US-Vertreter mit Putin am Dienstag noch einmal Kontakt mit Moskau gab. (DPA)
Gestern, 22:01
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj weitere Unterstützung gegen Russlands Angriffskrieg zugesichert. In einem Telefonat vor einem Treffen Selenskyjs mit weiteren europäischen Partnern in London hielt die rechte Regierungschefin nach Angaben ihres Büros Moskau eine «neue Serie wahlloser Angriffe auf zivile Ziele» in der Ukraine vor. Ihr Land werde weitere Güter zur Unterstützung der dortigen Energieinfrastruktur und Bevölkerung liefern, auch Generatoren. Ziel bleibe ein dauerhafter und gerechter Frieden.
An dem Treffen an diesem Montag in London nimmt Meloni nicht teil. Dabei sind der britische Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die USA und die Ukraine hatten bis Samstag drei Tage lang über einen Friedensplan verhandelt. Zuvor waren Unterhändler von US-Präsident Donald Trump in Moskau. Meloni versicherte nach Angaben ihres Büros auch ihre Unterstützung für den laufenden Verhandlungsprozess und das Engagement der Vereinigten Staaten. (DPA)
Gestern, 16:16
Russische Raketen haben in der Ostukraine einen Staudamm mit einer wichtigen Nachschubroute für die ukrainische Armee beschädigt. Die Strasse über den Staudamm von Petschenihy sei gesperrt, teilte der Bürgermeister des Ortes, Olexander Gussarow, auf Telegram mit.
Bei dem Dorf im Gebiet Charkiw wird der Fluss Siwerskyj Donez gestaut. Die Fernstrasse führt zu drei Frontabschnitten Woltschansk, Welykyj Burluk und Kupjansk, an denen die ukrainischen Verteidiger unter schwerem Druck der russischen Armee stehen. Nach Berichten ukrainischer Telegramkanäle wurde auch eine weitere Brücke über den Stausee bei dem Dorf Staryj Saltiw zerstört.
Viele Brücken und Dämme in der Region sind schon 2022 in den ersten Monaten der russischen Invasion zerstört oder beschädigt worden. 2023 sprengten die russischen Besatzer den Staudamm von Kachowka am Unterlauf des Dnipro in der Südukraine. Dies löste eine verheerende Flutwelle mit vielen Toten und grossen Schäden aus. (DPA)
Gestern, 07:53
Ungeachtet der Gespräche über eine Friedenslösung hat Russland die Ukraine auch in der Nacht zu Sonntag mit massiven Angriffen aus der Luft überzogen. Die zentralukrainische Grossstadt Krementschuk in der Region Poltawa wurde laut Angaben der ukrainischen Luftwaffe von Dutzenden Drohnen und Hyperschallraketen vom Typ Kinschal attackiert, wie unter anderem die Nachrichtenagentur RBK-Ukraine meldete.
Die Behörden in der Region Tschernihiw im Norden des Landes teilten mit, ein Mann sei am Samstagabend bei einem Drohnenangriff getötet worden. Ein Angriff mit Raketen und Drohnen auf die Infrastruktur der zentralen Stadt Krementschuk verursachte Ausfälle der Strom- und Wasserversorgung.
Bereits in der Nacht auf Samstag hatte ein massiver russischer Luftangriff erneut das Energienetz der Ukraine getroffen. In mehreren Regionen wurden Verletzte und Notabschaltungen des Stroms gemeldet. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau erneut vor, die ukrainische zivile Infrastruktur zu attackieren. Ausgehend von der Zählung des US-Instituts CSIS dürfte es mit 653 Drohnen und 51 Raketen und Marschflugkörpern der bislang drittschwerste Luftangriff des Kriegs gewesen sein. (DPA)
Gestern, 07:59
Russland lobt die neue Sicherheitsstrategie der USA als grossen Fortschritt für die gegenseitigen Beziehungen. «Die Änderung der nationalen Sicherheitsstrategie der USA durch die Regierung von Präsident Donald Trump, in der Russland nicht mehr als direkte Bedrohung erwähnt wird, ist ein positiver Schritt», sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Die Botschaft der Trump-Regierung für die russisch-amerikanischen Beziehungen unterscheide sich von den Ansätzen früherer Regierungen. Der Kreml werde die aktualisierte US-Strategie genau prüfen.
Vor wenigen Tagen hatte das Weisse Haus seine neue Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Obwohl die US-Regierung in dem Dokument ein Ende des Kriegs in der Ukraine als zentrales Interesse bezeichnet, finden sich kaum kritische Worte für Russland. Ein Ende der Feindseligkeiten sei notwendig, «um die europäischen Volkswirtschaften zu stabilisieren und eine unbeabsichtigte Eskalation oder Ausweitung des Kriegs zu verhindern». Mit Russland müsse eine «strategische Stabilität» hergestellt werden.
Kritik für Europa
Demgegenüber beklagen die USA in der Strategie einen Verlust der Demokratie und Meinungsfreiheit in Europa und fordern eine Kurskorrektur. Zu Europas Problemen zählen nach Ansicht der US-Regierung unter anderem die Einwanderungspolitik, die «Zensur der freien Meinungsäusserung und die Unterdrückung der politischen Opposition, abstürzende Geburtenraten sowie der Verlust nationaler Identitäten und des Selbstvertrauens». (DPA)
Gestern, 05:39
Nach intensiven Gesprächen der USA und der Ukraine über Eckdaten eines Friedensplans wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wieder mit seinen europäischen Verbündeten beraten. Der britische Premierminister Keir Starmer lädt für Montag nach London ein, wie die Nachrichtenagentur PA meldete. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz wird nach Angaben eines Sprechers an dem Treffen teilnehmen, ebenso Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. (DPA)
06.12.2025, 18:47
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben telefonisch mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über den Stand des Friedensplans beraten. Auch die ukrainischen Vertreter Rustem Umjerow und Andrij Hnatow seien beteiligt gewesen, schrieb Selenskyj auf X. Die Ukrainer haben seit Donnerstag in Florida mit den Amerikanern verhandelt.
«Wir (…) sind Eckpunkte durchgegangen, die ein Ende des Blutvergiessens sicherstellen können und die Gefahr einer neuen russischen Invasion eliminieren und das Risiko, dass Russland seine Versprechen nicht einhält, wie es in der Vergangenheit mehrmals passiert ist», schrieb Selenskyj. Dies klingt nach Sicherheitsgarantien, Details nannte er aber nicht.
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Die Ukraine werde weiter vertrauensvoll mit der US-Seite kooperieren, die ernsthaft einen Frieden zu erreichen versuche, erklärte der ukrainische Staatschef. Er dankte US-Präsident Donald Trump für dessen Engagement. Als nächsten Schritt erwarte er Umjerow und Hnatow zum persönlichen Bericht.
Witkoff und das US-Aussenministerium hatten am Freitagabend mitgeteilt, dass sich die USA und die Ukraine über den Rahmen einer künftigen Sicherheitsstruktur und Fähigkeiten zur Abschreckung einig seien. Ein Ende des Krieges hänge vor allem davon ab, ob Moskau ein «ernsthaftes Engagement für einen langfristigen Frieden» zeige.
DPA
06.12.2025, 18:30
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Montag in London erwartet, um mit dem britischen Premierminister Keir Starmer über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg zu beraten. Thema soll der Stand der Verhandlungen über einen Friedensplan sein, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird an dem Treffen teilnehmen, wie er auf X ankündigte. Macron zufolge soll auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zugegen sein.
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Die USA und die Ukraine wollen ihre Gespräche über eine Lösung heute fortsetzen. Diese hatten am Donnerstag im US-Bundesstaat Florida begonnen. Beide Seiten waren sich US-Angaben zufolge einig, dass ein Ende des Kriegs von Russlands Bereitschaft zu Frieden abhängt.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, hatten am Dienstag in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin gesprochen und die US-Vorschläge für ein Kriegsende vorgestellt.
06.12.2025, 14:57
Die Ukraine hat erneut die russische Ölindustrie ins Visier genommen. Der Kiewer Generalstab bestätigte einen Angriff auf die Ölraffinerie in Rjasan, rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau. Es sei ein Treffer an einer Anlage festgestellt worden, schrieb der Generalstab in sozialen Medien. Die Raffinerie versorge die russischen Streitkräfte, hiess es zur Begründung des Angriffs.
Der Gouverneur des Gebiets Rjasan, Pawel Malkow, schrieb bei Telegram lediglich, dass Trümmer auf das Gelände eines Industriebetriebs gefallen seien. Grössere Schäden und Verletzte gebe es nicht. Über dem Gebiet seien in der Nacht 29 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Ein mehrstöckiges Wohnhaus wurde demnach beschädigt, ein Brand auf dem Dach sei aber schnell gelöscht worden.
In sozialen Medien kursierten dagegen nicht überprüfbare Videos und Fotos, die einen Brand auf dem Gelände der dortigen Ölraffinerie und einen Einschlag auf dem Dach eines Hochhauses zeigen sollen.
Zweiter Angriff innerhalb weniger Wochen
Die Ölraffinerie in Rjasan gehört zum Konzern Rosneft und war erst Ende Oktober von einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden. Die Ukraine verteidigt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Zuletzt setzte sie systematisch auf Gegenangriffe auf die russische Öl- und Gasindustrie. Damit will sie einerseits den Kraftstoffnachschub für das russische Militär stören und andererseits den für Moskaus Finanzierung des Angriffskriegs so wichtigen Wirtschaftszweig treffen.
Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit Drohnen- und Raketenangriffen überzogen. In mehreren Regionen wurden Verletzte und Notabschaltungen des Stroms gemeldet. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau erneut vor, die ukrainische zivile Infrastruktur zu attackieren.
(DPA)
06.12.2025, 12:18
Russland hat in der Nacht zum Samstag einen massiven Raketen- und Drohnenangriff auf die Ukraine gestartet. Dabei setzte das russische Militär laut der ukrainischen Luftwaffe 653 Drohnen und 51 Raketen ein. Der Angriff löste landesweit Luftalarm aus. Die ukrainischen Flugabwehr fing nach Angaben der Luftwaffe 585 Drohnen und 30 Raketen ab. 29 Ziele seien getroffen worden. Mindestens acht Menschen wurden laut dem Innenministerium verletzt, darunter drei in der Region Kyjiw.
Der ukrainische Energieversorger Ukrenergo teilte auf der Plattform Telegram mit, Ziel seien unter anderem Kraftwerke und andere Energieinfrastruktur in mehreren ukrainischen Regionen gewesen. Drohnen wurden bis in die ukrainische Region Lwiw im Westen des Landes gesichtet.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, seine Luftabwehr habe in der Nacht zum Samstag 116 ukrainische Drohnen über russischem Territorium abgefangen. Der russische Telegram-Kanal Astra berichtete, die Ukraine habe die russische Ölraffinerie in Rjasan angegriffen. Aufnahmen zeigten offenbar einen Brand und Rauchsäulen über der Raffinerie. Die Nachrichtenagentur AP konnte das Video nicht unabhängig verifizieren.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau erneut Angriffe auf zivile Infrastruktur der Ukraine vorgeworfen.
(DPA)
06.12.2025, 10:34
Die Schutzhülle über dem Kernkraftwerk Tschornobyl in der Ukraine kann die Strahlung nicht mehr vollständig abhalten, wie die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) laut dem «Guardian » bekannt gegeben hat.
Eine Drohne hat das Schuatzschild von Tschornobyl beschädigt – die Ukraine beschuldigt Russland.
Foto: AFP
Umfassende Sanierung notwendig
Gebaut wurde die Schutzhülle für 1,5 Milliarden Euro. Bei einer Inspektion letzte Woche fiel das Loch in der Stahlkonstruktion auf: Der Aufprall einer Drohne im Februar habe die Struktur beschädigt. Nun sei ihre wichtigste Sicherheitsaufgabe, das Eindämmen radioaktiven Materials, vorerst nicht mehr gewährleistet.
Die Strahlenwerte blieben normal und stabil, und es gab keine Berichte über Strahlenlecks, teilte die UNO im Februar mit.
Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, schätzt ein, dass dringende Reparaturen durchgeführt werden müssen, «ene umfassende Sanierung bleibt unerlässlich, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern und die langfristige nukleare Sicherheit zu gewährleisten». Tragende Strukturen und Überwachungssysteme seien noch intakt.
Russland weist Vorwürfe zurück
Die Ukraine macht Russland für den Angriff im Februar verantwortlich, so habe eine Drohne einen Brand ausgelöst und damit die äussere Verkleidung der Schutzhülle beschädigt. Russland weist diese Vorwürfe zurück.
Die Explosion von Tschornobyl im Jahr 1986 – die sich ereignete, als die Ukraine als Teil der Sowjetunion unter Moskaus Herrschaft stand – führte zu einer radioaktiven Verseuchung in ganz Europa. Die Sowjets bauten über den Reaktor eine Art «Sarg» aus Beton. Um dessen Strahlung einzudämmen, wurde die neue Schutzhülle gebaut.
In eigener Sache: Warum wir die ukrainischen Schreibweisen verwenden.
06.12.2025, 10:08
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, die von der Agentur Tass verbreitet wurde, sollen bis März dieses Jahres insgesamt 57 Schweizer im Ukraine-Krieg gekämpft haben. 30 von ihnen seien demnach ums Leben gekommen. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahlen liegt nicht vor.
Die Schweizer Militärjustiz untersucht derzeit 15 Fälle, wie Militärjustiz-Sprecher Florian Menzi gegenüber der Agentur bestätigte.
Nach Schweizer Recht ist es Bürgerinnen und Bürgern strikt untersagt, als Söldner in Armeen fremder Staaten zu dienen. Verstösse können strafrechtlich verfolgt werden und mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren geahndet werden.
06.12.2025, 03:29
Die USA und die Ukraine sind sich nach US-Angaben einig, dass ein Ende des Ukraine-Krieges von Russlands Bereitschaft zu Frieden abhängt. «Echte Fortschritte hin zu einer Einigung» beruhten darauf, ob der Kreml «ernsthaftes Engagement für einen langfristigen Frieden» zeige, teilten der Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X und das US-Aussenministerium nach einem Gespräch mit einer ukrainischen Delegation mit. Dazu zählten auch «Schritte zur Deeskalation und zur Beendigung der Kampfhandlungen.» Die USA und die Ukraine wollen nach Angaben Witkoffs heute ihre Gespräche über den Friedensplan fortsetzen. (DPA)
05.12.2025, 16:18
Indien und Russland wollen ihre Handelsbeziehungen über Öl- und Rüstungsgeschäfte hinaus deutlich ausbauen. Beide Seiten hätten sich auf ein wirtschaftliches Kooperationsprogramm bis 2030 geeinigt, sagte der indische Premierminister Narendra Modi nach Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Neu-Delhi. Er äusserte die Hoffnung, dadurch könnten Handel und Investitionen breiter aufgestellt werden. Indien und Russland streben an, das bilaterale Handelsvolumen bis zum Jahr 2030 auf 100 Milliarden US-Dollar (etwa 85,8 Milliarden Euro) zu steigern.
Der Kremlchef war am Tag zuvor am Donnerstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Neu-Delhi eingetroffen. Es war Putins erster Besuch im bevölkerungsreichsten Land der Erde seit der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als dreieinhalb Jahren.
Freihandelsabkommen mit eurasischer Wirtschaftsunion geplant
Beide Länder arbeiten laut Modi zudem daran, ein Freihandelsabkommen der von Moskau angeführten Eurasischen Wirtschaftsunion mit Indien abzuschliessen. Putin sieht die Union, die auch Armenien, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan umfasst, als wirksames Mittel gegen westliche Sanktionen. Russland ist wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine wirtschaftlichen Sanktionen des Westens unterworfen. Indien verhält sich mit Blick auf den Konflikt bisher pragmatisch. Das Land pflegt weiterhin gute Beziehungen zu Moskau wie zum Westen.
Indien deckt seinen Rohöl-Bedarf zum grössten Teil mit russischen Importen. Auch bezieht das Land einen Grossteil seiner militärischen Ausrüstung aus Russland. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Öls finanziert Russland auch den Krieg, dessen Beendigung Modi gefordert hat. (DPA)
05.12.2025, 14:44
Über der streng gesicherten U-Boot-Basis Île Longue bei Brest, in der Frankreichs atomar bewaffnete U-Boote stationiert sind, wurden am Donnerstagabend fünf Drohnen entdeckt. Marineinfanteristen reagierten mit einem Anti-Drohnen-Einsatz und gaben mehrere Schüsse ab.
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Die Gendarmerie bestätigte den Vorfall gegenüber der Agentur AFP, während Präfektur und Staatsanwaltschaft zunächst nicht Stellung nahmen. Die Basis gilt als zentraler Bestandteil der französischen Nuklearabschreckung. Es gab in dem Gebiet zuletzt immer wieder Drohnensichtungen. (bor)
04.12.2025, 21:10
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat nach eigenen Angaben auf der von Moskau seit 2014 annektierten Halbinsel Krim einen russischen Kampfjet vom Typ MiG-29 zerstört. Das Flugzeug sei in der Nacht zum Donnerstag auf dem Militärflugplatz Katscha attackiert worden, teilte die Behörde auf Telegram mit. Das dort veröffentlichte Video legt nahe, dass die Maschine von einer Drohne getroffen wurde.
Die MiG-29 wurde noch zu Sowjetzeiten entwickelt und in grosser Stückzahl gebaut. Russland nutzt die Flugzeuge intensiv auch in seinem inzwischen fast vier Jahre währenden Krieg gegen die Ukraine.
Dem ukrainischen Geheimdienst zufolge wurde in der gleichen Nacht auch eine Radaranlage in der Nähe der Inselhauptstadt Simferopol zerstört. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. (DPA)
04.12.2025, 17:12
Die Präsidenten der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben sich skeptisch über die Aussichten der von den USA geführten Gespräche über ein Kriegsende in der Ukraine gezeigt. «Ich halte die Chancen, dass es eine Möglichkeit für einen Kompromiss und Konsens gibt, für minimal. Aber trotzdem müssen wir es versuchen», sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Riga.
Auch Gastgeber Edgars Rinkevics (Lettland) und Alar Karis (Estland) würdigten die Bemühungen und jüngsten Verhandlungen der Vereinigten Staaten. Doch wollten Russland und Präsident Wladimir Putin keinen Frieden und den Krieg fortsetzen, sagten die Staatsoberhäupter der drei EU- und Nato-Staaten unisono
Die drei Präsidenten betonten weiter, dass ohne Beteiligung der Ukraine keine Entscheidung über die Zukunft und die Sicherheit des Landes getroffen werden könne. Auch mahnten sie mehr Mitsprache für Europa bei den Verhandlungen an. «Ich bin überzeugt, dass Europa und die Ukraine bei solchen Diskussionen mit am Tisch sitzen müssen», sagte Rinkevics.
Auch regionale Sicherheit im Fokus
Estland, Lettland und Litauen zählen zu den entschiedensten Unterstützern der Ukraine. Die drei Ostseestaaten grenzen alle drei an Russland und teils auch an dessen engen Verbündeten Belarus. Sie sehen Russlands Angriffskriegs als direkte Gefahr für die nationale Sicherheit.
Bei ihrem Treffen diskutieren die Präsidenten den Bau von physischen Barrieren entlang der Grenze, die der Schaffung der baltischen Verteidigungslinie dient. Damit wollen sich die drei Länder gegen mögliche Angriffe schützen. Die drei Staatschefs forderten zudem die EU und Nato auf, weiterhin einen starken Fokus auf die Sicherheit im Baltikum zu legen. (DPA)
04.12.2025, 16:52
Während die USA und die Ukraine weiter über Eckdaten eines Friedensplans sprechen wollen, hat der russische Präsident Wladimir Putin mit weiteren Eroberungen in der Südukraine gedroht. Der Donbass und Neurussland würden auf jeden Fall an Russland fallen, sagte der Kremlchef dem Fernsehsender India Today vor einem zweitägigen Staatsbesuch in Indien. Der Kremlchef traf abends (Ortszeit) in Neu-Delhi ein und wurde am Flughafen von Ministerpräsident Narendra Modi begrüsst.
«Entweder befreien wir diese Territorien militärisch. Oder die ukrainischen Truppen verlassen diese Territorien und hören auf, dort zu kämpfen», sagte Putin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Im Moskauer Sprachgebrauch bezeichnet Neurussland historisch den Süden der Ukraine – die heutigen Gebiete Saporischschja und Cherson, die Russland bereits als sein eigen betrachtet, aber auch die Gebiete Mykolajiw und Odessa.
Schon am Dienstag hatte der Kremlchef damit gedroht, Russland könnte die gesamte ukrainische Südküste erobern. Hintergrund waren ukrainische Angriffe auf russische Tanker im Schwarzen Meer. (DPA)
04.12.2025, 15:46
Nach dem Treffen von US-Vertretern mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau wird Medienberichten zufolge heute eine ukrainische Delegation in den USA erwartet. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, wollen die Delegation in Florida treffen, wie unter anderem die New York Times und der Sender CBS News unter Berufung auf das Weisse Haus berichten.
Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bereits neue Gespräche mit US-Vertretern in Aussicht gestellt. «Wir bereiten Treffen in den Vereinigten Staaten vor», sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. In den kommenden Tagen erwarte die Ukraine Neuigkeiten dazu. Ihm zufolge soll wieder eine Gruppe um den Sekretär des nationalen Sicherheitsrats Rustem Umjerow und Generalstabschef Andrij Hnatow die Gespräche mit den USA fortsetzen.
Die Teams von Rustem Umjerow (links) und Andrij Hnatow sollen die Gespräche mit den USA führen.
Foto: ABACAPRESS (Imago)
Am Dienstag hatte Witkoff bei seinem sechsten Treffen mit Putin den Stand der US-Überlegungen für ein Ende des Krieges in der Ukraine erläutert. Kushner hatte ihn dabei erstmals im Kreml begleitet. Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte nach dem fünfstündigen Treffen, es sei noch kein Kompromiss gefunden worden.
Trump sagte am Mittwoch, Putin habe ein «verhältnismässig gutes Treffen» mit Witkoff und Kushner gehabt. Wozu das führe, könne er nicht sagen. Die US-Vertreter hätten den Eindruck gehabt, dass Putin einen Deal wolle. Putin bezeichnete sein Treffen mit Witkoff und Kushner als «sehr nützlich». (SZ)
04.12.2025, 15:06
Die ukrainische Armeeführung hat erneut russische Erfolgsmeldungen unter anderem bei der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk im Donezker Gebiet zurückgewiesen. «Ukrainische Einheiten halten den nördlichen Teil von Pokrowsk weiter», schrieb Armeeoberbefehlshaber Olexander Syrskyj bei Facebook. Der weitere russische Vormarsch und eine Umgehung von Pokrowsk und der Nachbarstadt Myrnohrad werde aufgehalten. In einer Beratung seien die Organisation zusätzlicher Nachschublinien, Evakuierungen von Verwundeten und Massnahmen gegen die feindliche Artillerie und Drohnen besprochen worden.
Russland hatte verkündet, die Stadt Pokrowsk im Donetsk-Gebiet eingenommen zu haben – die ukrainische Armee dementiert.
Foto: SNA (Imago)
Auch für die Stadt Wowtschansk in der angrenzenden Region Charkiw, nahe der russischen Grenze, wies das ukrainische Militär russische Behauptungen zu einer Eroberung zurück. «Alle Versuche des Gegners in Wowtschansk seine Flagge zu hissen, enden gleich: Sie werden getötet», sagte der stellvertretende Kommandeur des 16. Armeekorps, Oberst Iwan Kolontaj. Der östliche, südliche und westliche Ortsrand stehe weiter unter ukrainischer Kontrolle. Auch die nahen Ortschaften Lyman, Wiltscha und Synelnykowe werden demnach von ukrainischen Einheiten gehalten.
Zusätzlich dementierte der Generalstab in Kyjiw russische Erfolge nördlich der Stadt Huljajpole im südukrainischen Gebiet Saporischschja. Ein an den Rand des Dorfes vorgedrungener russischer Aufklärungstrupp aus fünf Soldaten sei «vernichtet» worden. «Die Siedlung steht unter Kontrolle der Streitkräfte der Ukraine», hiess es. (DPA)
DPA/SDA/Redaktion Tamedia
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