Kiel. Die Nutzung von Drohnen bietet nicht nur bei Spionage neue Potenziale. Auch für Wissenschaft, Wirtschaft, Polizei und Feuerwehr spielen die Fluggeräte eine immer größere Rolle. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW) hat deshalb das Kompetenzzentrum „Skylab“ für die Drohnenforschung gegründet.
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Das Kompetenzzentrum „Skylab“ gilt als Leuchtturmprojekt, das für Drohnen der höheren Gewichtsklassen neue Entwicklungen erforschen soll. Dabei stehen laut HAW softwarebasierte Entwicklungsprozesse für Leichtbau-Lastdrohnen mit einer Nutzlast von bis zu 100 Kilogramm im Fokus.
Diese großen Drohnen sollen schwere Dinge über weitere Distanzen transportieren können. Ein erstes Ziel ist die Suche nach neuen Anwendungsfällen. Danach geht es um die Erprobung und die regulatorischen Fragen für den Betrieb solcher großen Geräte. Die Drohnen sollen mit 3D-Druckern erstellt werden.
„Wir freuen uns sehr, mit ‚Skylab‘ eine operative Struktur vorzustellen, die Forschung, Lehre und Transfer rund um das Thema Drohnen vernetzt. Dabei schauen wir nicht nur auf uns selbst, sondern auf Partner in ganz Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Wir freuen uns auf viele Kooperationen und Projekte“, erklärt Gesamtkoordinator Professor Boris Pawlowski vom Fachbereich Medien.
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Bis zu 100 Kilogramm Last
Ein Leuchtturmprojekt im „Skylab“ ist das Aero-SH-Projekt, das seit dem 1. August an der HAW Kiel softwarebasierte Entwicklungsprozesse für Leichtbau-Lastdrohnen mit einer Nutzlast bis zu 100 Kilogramm erforscht.
Dabei werden die Fluggeräte automatisiert und simulationsgestützt mit virtuellen Prototypen und additiver Fertigung hergestellt. Projektpartnerin ist die Teccon Consulting & Engineering GmbH aus Hamburg, die schon beim Schiffbau, dem Logistikverkehr und in der Luftfahrt Erfahrungen hat.
Bund fördert „Skylab“ drei Jahre
Gefördert wird „Skylab“ wird auch vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt auf drei Jahre mit rund 660.000 Euro. „Unser Baukastenansatz soll die Drohnenentwicklung schneller, anpassbarer und effizienter machen – ein Vorteil für Anwendungen wie maritime Logistik, Offshore-Energie, medizinische Versorgung oder Drohnenabwehr“, beschreibt Professor Jochen Immel, Projektleiter bei Aero-SH, die Anwendungsbandbreite der Fertigungstechnologie.
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Die bei „Skylab“ gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge an der HAW Kiel ein. „Wir qualifizieren damit die Fachkräfte von morgen – praxisnah und anschlussfähig an die Bedarfe der Region und darüber hinaus“, sagt Klaus Lebert, Professor für Regelungstechnik und Modellbildung am Fachbereich Informatik und Elektrotechnik der HAW Kiel.
KN