Das Winterhalbjahr mit seinen Infektionswellen fordert Eltern kleiner Kinder heraus. Und das nicht nur wegen laufender Nase und Dauerhusten. Nerven kostet vor allem die spontane Reduzierung der Betreuungszeiten. So habe es im November kaum einen Tag ohne Einschränkung der Zeiten gegeben, meint Anton Fischer vom Elternbeirat der Diakonie-Kita an der Oberrather Straße. Meist sei es ein kompletter Tag, der unter der Woche gestrichen werde. Hinzu kämen Nachmittage, an denen der Nachwuchs deutlich früher abgeholt werden müsse. Der junge Vater arbeitet als Controller in der IT-Abteilung eines großen französischen Konzerns. Seine Frau ist Lehrerin und unterrichtet an einer Essener Schule. „Verlässlichkeit sieht anders aus, und die Geduld eines Arbeitgebers ist auch irgendwann zu Ende“, bemerkt der 37-Jährige, der die Ausfallzeiten seit Anfang Oktober akribisch in Excel-Tabellen dokumentiert.