Damit Weihnachten für alle ein Fest werden kann, setzen sich auch die Tafeln im Nordkreis ein und bescheren Menschen, die nicht so viel haben, mit gespendeten Weihnachtspaketen. Eine Woche vor den anderen Einrichtungen waren die Annahme- und Abgabetage in Würselen terminiert (siehe Infobox). Schon am frühen Morgen waren die Helferinen und Helfer auf den Beinen, um im großen Saal des Pfarrheims St. Sebastian an der Wilhelmstraße die Weihnachtspakete in Empfang zu nehmen, die die Menschen vorbeibringen.

Es gibt immer mehr Menschen, die immer weniger haben.

Helene Meyer,

Vorsitzende der Würselener Tafel

Am späten Nachmittag schließlich finden sich über 500 gespendete bunte Weihnachtskisten auf und unter den Tischen im riesigen Saal. „Das Spendenaufkommen ist in diesem Jahr sehr hoch“, freut sich Helene Meyer, Vorsitzende der Würselener Tafel. Woran das liegt, kann sie noch nicht ergründen. Dafür ist im Moment auch keine Zeit. Frauen, Männer, ganze Familien geben sich buchstäblich die Klinke in die Hand und liefern ab.

Eine Familie etwa hat übers ganze Jahr hinweg hübsche, kuschelige Kopfkissen gefertigt, die sie zur Annahmestelle bringt. Die Kinder haben eigens Nikolausmützen aufgesetzt und geben mit leuchtenden Augen ihre Gaben ab. Die Freude auf Seiten der Annahmestelle ist ebenso groß. Alle hoffen, den Beschenkten auch damit eine große Freude bereiten zu können. Wie mit den Weihnachtspaketen.

Weihnachtlich verpackt: Auf den Tischen im Pfarrheim stehen die festlichen Pakete aufgereiht. Süßigkeiten gehören dazu. Foto: Bernd Schaffrath

Viele Tischreihen füllen den Raum, übervoll mit den Gaben. Unverderbliche Lebensmittel wie Konserven, Kaffee, Säfte und Süßigkeiten ragen aus den weihnachtlich verpackten Kisten und lassen den gesamten Umfang nur erahnen. „Dabei können wir in jedem Jahr auf eine große Anzahl Unterstützer setzen“, dankt Meyer jedem Einzelnen, aber auch Schulen, Kindergärten und Firmen, etwa das Rhein-Maas-Klinikum oder das Caritaswerk. „Kindergärten haben uns in diesem Jahr 150 und die Würselener Gesamtschule 142 Kisten gespendet“, freut sich die 72-Jährige über die Spendenbereitschaft.

Ausgabe ohne Gedränge

Ausgegeben werden die Pakete am Folgetag gemäß einem Zuteilsystem der Tafel. Die Kunden haben Losnummern erhalten, damit kein Gedränge entsteht und die Pakte peu à peu ausgegeben werden können. „Dabei kommt niemand zu kurz“, verspricht Helene Meyer, die die Würselener Tafel im Jahr 2006 mit gegründete, seit 2010 im Vorstand arbeitet und seit 2021 deren Vorsitzende ist.

Die weiteren Annahmetermine

Während in Würselen die Weihnachtskistenaktion abgeschlossen ist, läuft sie in den anderen drei Nordkreisstädten noch. Hier die Termine:

In Alsdorf nimmt der „Alsdorfer Tisch“ Spenden am Mittwoch, 17. Dezember, in der Zeit zwischen 10 und 18 Uhr, im St.-Castor-Haus, Im Brühl 1, entgegen.

In Baesweiler werden die Weihnachtskisten am Mittwoch, 17. Dezember, von 10 Uhr bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle an der Grabenstraße von den Tafel-Mitarbeitenden entgegengenommen.

In Herzogenrath können die Spenden am Dienstag, 16. Dezember, von 10 bis 18 Uhr, bei der Tafel, Am Schürhof 8, abgegeben werden.

Die Würselener Tafel bietet das ganze Jahr über einen umfangreichen Service. „Jede Woche bedienen wir 250 bis 300 Menschen“, verweist Meyer auf einen Kundenstamm, „der immer größer wird, da es immer mehr Menschen gibt, die immer weniger haben“. Die Zahl der Kunden sei zuletzt nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine stark gestiegen. Die Kriegsflüchtlinge habe die Zahl der zu unterstützenden Menschen hochschnellen lassen. „Aber für sie alle haben wir dank tatkräftiger Unterstützer immer genügend“, dankt sie für die gute Unterstützung, etwa durch Supermärkte und Bäckereien, von denen die Tafeln reichlich bekommen. „Oftmals können wir uns untereinander sogar helfen“, verweist die einstige Sozialpädagogin auf ein gut funktionierendes Netzwerk unter den örtlichen Tafeln.

Sternenwünsche

Meyer und ihre Mithelferinnen und -helfer freuen sich nun darüber, dass wieder vielen Menschen ein schönes Weihnachtsfest beschert werden kann. Weiteres Augenleuchten wird eine weitere Aktion nach sich ziehen: die „Sternenwünsche“. Dazu hat die Würselener Tafel 180 Kinderwünsche gesammelt, die kurz vor Weihnachten noch erfüllt werden sollen.

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