Der Aachener Dom ist zweifelsohne eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt – besonders in der Adventszeit, wenn Tausende Menschen über den Weihnachtsmarkt rund um das Weltkulturerbe schlendern. In diesem Jahr aber fällt auf: Während Buden, Rathaus und Markt in festlichem Licht erstrahlen, liegt der Dom am Abend ungewohnt im Dunkeln.
Das sorgt für viele Nachfragen – und für Verwunderung bei den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern der Stadt. „Der Dom ist zurzeit nachts nicht beleuchtet, weil wir oben auf dem Dach der Chorhalle eine Baustelle haben“, erklärt Dombaumeister Jan Richarz in einem Video, das auf der offiziellen Instragram-Seite des Aachener Doms veröffentlicht wurde.
Ein Bild der besonderen Art: Der Aachener Dom zwischen dem festlichen Licht der Buden. Foto: Stephan Kreutz
Die Ursache ist simpel, aber nicht sofort sichtbar: Das Dach der Chorhalle ist derzeit geöffnet, der Schiefer wurde entfernt. Genau an dieser Stelle befinden sich jedoch die Montagehalterungen für die Außenbeleuchtung. „Dementsprechend ist sie weg – und der Dom momentan nicht beleuchtet“, erklärt Richarz.
Die nächtliche Beleuchtung des Doms ist eigentlich Teil eines Lichtprojekts, das die Regionetz gemeinsam mit der Dombauhütte durchführt. Mit der Initiative wurde das historische Bauwerk in den vergangenen Jahren eindrucksvoll in Szene gesetzt – ein Anblick, der gerade im Advent viele Besucherinnen und Besucher anzieht.
Inhalt laden
Richarz zeigt sich optimistisch, dass der Dom im kommenden Jahr wieder pünktlich zum Weihnachtsmarkt in festliches Licht getaucht werden kann. Bis dahin ergibt sich zumindest ein kleiner Nebeneffekt: Die fehlende Beleuchtung spart Energie.
Ganz ohne Licht bleibt der Dom aber nicht. „Viele Menschen fordern uns auf, den Dom doch wenigstens von innen zu beleuchten – aber das tun wir tatsächlich jede Nacht“, sagt Richarz. Der Grund dafür? Die Kameras im Innenraum benötigen ein konstantes Lichtniveau, um Rauch oder Bewegung detektieren zu können.
Lesen Sie auch:Rolex statt Benetton und WMF: So einen großen Juwelier hat Aachen noch nicht gesehen
Von außen lässt sich das jedoch nicht erkennen. „Die Fenster der Chorhalle sind so gestaltet, dass sie kein Licht von innen nach außen durchlassen, sondern nur von außen nach innen“, erklärt Richarz. „Deshalb wirkt der Dom völlig unbeleuchtet, obwohl er innen tatsächlich jede Nacht hell beleuchtet ist.“
Bis die Restaurierung abgeschlossen und die Dachbeleuchtung wieder montiert ist, bleibt der Dom also der stille, dunkle Mittelpunkt im festlich leuchtenden Herzen der Stadt – und zeigt, dass selbst ein Weltkulturerbe manchmal eine Ruhepause braucht.