
Der SC Paderborn beendet seine Negativserie und mischt in der 2. Fußball-Bundesliga wieder ganz oben mit. Der Karlsruher SC hadert am Ende auch mit einigen unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen.
Laurin Curda entschied das Spiel im Wildpark mit einem Doppelpack, besorgte erst die Führung in der 65. Minute und legte in der 71. Minute auch das 2:0 für Paderborn nach. Zu diesem Zeitpunkt spielte der KSC schon in Unterzahl, nachdem Mittelstürmer Fabian Schleusener in der 53. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste. Raphael Obermair legte (77.) das dritte Tor für die Paderborner nach. In der Schlussphase musste beim KSC auch noch Marcel Franke mit Gelb-Rot vom Platz. Tjark Scheller (87.) markierte noch den 4:0-Endstand.
Karlsruhes Trainer Christian Eichner beschwerte sich über die fehlende Einheitlichkeit der Schiedsrichterentscheidungen: „Wenn das der Maßstab ist, sehen wir in den nächsten Wochen viele Kartons.“ Paderborns Kettemann machte es kurz: „Zweitligafußball ist schon crazy.“
Paderborn konnte nach zuvor drei Niederlagen in Folge wieder einmal ein Spiel gewinnen. Karlsruhe dagegen kassierte die fünfte Niederlage in Folge und bleibt die Schießbude der 2. Fußball-Bundesliga: Bei jeder der Pleiten kassierte der KSC mindestens drei Gegentore. In der Tabelle rutschte Karlsruhe auf Platz acht ab, kann aber noch von anderen Teams überholt werden.
Hart geführte Partie im Wildpark – zweimal Gelb-Rot für den KSC
Beiden Teams war anzumerken, dass sie eine Negativserie mit sich herumschleppen. Die Partie im Wildpark wurde von Beginn an verbissen geführt, teilweise auch mit grenzwertiger Härte: Nach einem Einsteigen von KSC-Verteidiger Marcel Franke, der an der Seitenlinie im Vollsprint Nick Bätzner umgesenst hatte, ließ Schiedsrichter Timo Gansloweit die Szene sogar vom VAR auf einen möglichen Platzverweis checken, der auch durchaus berechtigt gewesen wäre. Es blieb dann aber bei der ursprünglichen Entscheidung Gelb.
Spielerisch waren es eher die Gäste aus Paderborn, die für Akzente sorgen konnten: Curda hatte kurz vor der Pause (43.) die größte Chance zur Führung, sein Kopfball senkte sich aufs Aluminium.
Karlsruher Treffer nach umstrittener Entscheidung zurückgenommen
Karlsruhe war viel zu hektisch im Spiel nach vorne – dies änderte sich dann aber nach Wiederanpfiff. Gleich der erste gute Angriff der Gastgeber führte zum vermeintlichen Führungstreffer: Die Flanke von David Herold verarbeitete Marvin Wanitzek, Leon Opitz setzte am zweiten Pfosten nach und köpfte den Ball ins Netz. Doch der Treffer wurde nach VAR-Check zurückgenommen. Das Schiedsrichtergespann hatte im Mittelfeld ein Foul von Karlsruhes Meiko Wäschenbach an Curda gesehen – die Szene ereignete sich allerdings weit vor der Entstehung des Treffers, die Paderborner waren im Anschluss sogar noch mehrfach am Ball – eine unverständliche Entscheidung.
Kurz darauf griff Schiedsrichter Gansloweit erneut zu Ungunsten der Karlsruher ein: Schleusener ging im Zweikampf mit Mattes Hansen zu Boden, ohne erkennbare Berührung des Gegenspielers. Eine „echte“ Schwalbe sieht aber anders aus, Gansloweit zeigte wenig Fingerspitzengefühl, schickte den bereits verwarnten KSC-Mittelstürmer vom Platz.
Karlsruhes Schleusener kassiert die Gelb-Rote Karte
Curda-Doppelpack nach der Pause ebnet Paderborns Sieg
Der KSC wirkte in der Folge angeschlagen, die Paderborner spielten es dagegen gut aus: KSC-Keeper Hans-Christian Bernat wehrte einen Kopfball von Curda noch bravourös ab . Bei der nächsten guten Kopfballchance überwand Curda aber den KSC-Keeper mit einem Kopfball ins Eck – sechs Minuten später staubte er zum 2:0 ab.
Die Karlsruher hatten nun nichts mehr entgegenzusetzen, als Obermair einen Konter mit einem überlegten Schuss ins linke Eck abschloss, war die Partie endgültig entschieden. Der zweite Platzverweis gegen Franke machte den düsteren Spieltag aus Karlsruher Sicht rund. Schaller legte nach einem Eckball noch den vierten Treffer nach.
Karlsruhe in Bochum, Paderborn gegen Darmstadt
Für Karlsruhe war es die fünfte Niederlage in Folge. Trainer Eichner sitzt trotzdem fest im Sattel. „Natürlich freut mich das“, kommentierte er die Rückendeckung seines Sportdirektors. Seine nächste Chance hat er am Samstagmittag auswärts beim VfL Bochum (13.00 Uhr). Paderborn empfängt am Freitagabend den SV Darmstadt (18.30 Uhr).