Selbst wenn der Deal nun also in trockenen Tüchern und formell beschlossen ist, hat Mislintat seinen Vertrag allerdings noch nicht unterschrieben. Dazu soll es dem Vernehmen nach sehr zeitnah kommen. Derweil ist weiterhin offen, wann genau sich Fortuna von Allofs trennt. Nach wie vor gibt es zwei Optionen: Entweder stellt der Aufsichtsrat den Europameister von 1980, der im vergangenen halben Jahr etliche falsche Entscheidungen getroffen und damit seine bis dato gute Arbeit selbst kaputtgemacht hatte, noch vor der Partie bei der SV Elversberg (Sonntag, 13.30 Uhr) frei – oder kurz danach. Anschließend soll Mislintat offiziell als Nachfolger vorgestellt werden.

Der 53-Jährige hatte das Kontrollgremium mit seiner Präsentation zu Wochenbeginn durchweg überzeugt und sich in der engsten Auswahl letztlich gegen zwei andere Kandidaten durchgesetzt. Wie man zuletzt hinter vorgehaltener Hand hörte, habe er nicht nur das vorher festgelegte Anforderungsprofil eines digital arbeitenden Sportvorstands erfüllt, sondern bereits aufgezeigt, welche Entscheidungen in der Winterpause zu treffen seien, um einen Weg aus der Krise und aus dem Abstiegskampf zu finden. Zuletzt war Mislintat auch mit Dynamo Dresden in Verbindung gebracht worden, den Sachsen soll er allerdings abgesagt haben.

Bis Februar dieses Jahres hatte der in Kamen aufgewachsene Mislintat zunächst als Technischer Direktor und dann als Leiter der Scoutingabteilung von Borussia Dortmund gearbeitet, wurde dann allerdings entlassen und im August abgefunden. Zuvor war er vier Monate lang beim niederländischen Top-Klub Ajax Amsterdam angestellt. Seine kurze Amtszeit dort hatten Vorwürfe, Transfers trotz Interessenkonflikten umgesetzt zu haben, überschattet. Dieses Thema soll der 53-Jährige während seines Gesprächs mit dem Aufsichtsrat von Fortuna nach Informationen unserer Redaktion aber dargelegt und ausgeräumt haben.

Einen großen Namen hatte sich Mislintat vor langer Zeit als Chefscout des BVB gemacht. Der gebürtige Dortmunder, später nur noch „Diamentenauge“ genannt, gilt als Entdecker von Spielern wie Pierre-Emerick Aubameyang, Ilkay Gündogan oder Ousmane Dembélé. Vom Bundesligisten aus wechselte er 2017 zum FC Arsenal und war später dreieinhalb Jahre lang als Sportdirektor beim VfB Stuttgart tätig. Auch in Düsseldorf hat Mislintat übrigens eine Vergangenheit: Zu Beginn seiner Karriere war er als Spielanalyst bereits für Fortuna tätig.