Frankfurts Ritsu Doan jubelt über seinen Treffer gegen Augsburg

Stand: 13.12.2025 19:34 Uhr

Eintracht Frankfurt hat gegen den FC Augsburg sein Formtief ergebnistechnisch überwunden. Zwei aberkannte Gäste-Tore und ein abgefälschter Treffer von Ritsu Doan (68. Minute) sorgten in der Fußball-Bundesliga für eine Erlösung. Der Pechvogel des Tages war Chrislain Matsima, der einer der Torschützen war, deren Jubel wegen des VAR verstummte, ehe er beim goldenen Treffer entscheidend abfälschte.


Sebastian Hochrainer

„Wir hatten fußballerisch unsere Schwierigkeiten, aber manchmal muss man solche Spiele dann einfach gewinnen. Deswegen sind wir glücklich“, sagte Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche bei „Sky“ nach dem schmeichelhaften Sieg in einem schwachen Spiel mit drei Aufregern. „Wir haben zweimal Glück gehabt, weil es Millimeter-Entscheidungen waren – dafür haben wir aber den VAR, das ist mit dem Auge nicht zu erkennen.“

Augsburgs Matsima darf nur kurz jubeln

Das erste VAR-„Opfer“ war Matsima. Der Augsburger Abwehrspieler schien beim aufregenden Start der Partie direkt der große Held zu sein. Matsima hatte kurzzeitig den am vergangenen Wochenende begonnnenen Augsburger Höhenflug noch ein wenig erweitert und die Krise der Frankfurter anscheinend verschärft, als er aus sechs Metern den vermeintlichen Führungstreffer der Gäste köpfte (3. Minute).

„Ich hatte das Gefühl diese ganzen 50:50-Entscheidungen sind heute für Frankfurt gefallen“, haderte der Augsburger Trainer Manuel Baum.

Es gab Beschwerden der Eintracht, weil Michael Zetterer gefoult worden sein soll, dabei war es eher eine große Schauspielleistung. Der Torhüter und seine Mannschaft bekamen dennoch den ersehnten VAR-Einsatz, denn die Videobilder deckten auf, dass Flankengeber Kristijan Jakic im Abseits gestanden hatte. Wenige Zentimeter verhinderten Matsimas zweites Saisontor.

Nach diesem Start, der den Puls aller Anwesenden in die Höhe getrieben haben dürfte, gaben die Mannschaften vor allem den Zuschauern ganz viel Gelegenheit, um wieder zur Ruhe zu kommen. Denn der Rest der ersten Halbzeit verkam zu einem langweiligen Ballgeschiebe mit einem Unterhaltungswert gegen null.

Frankfurts Theate verballert das 1:0, Pfiffe zur Halbzeit

Ansgar Knauff hatte aus spitzem Winkel eine vernünftige Möglichkeit (10.), die Finn Dahmen problemlos abwehrte. Der FCA-Keeper war auch beim zweiten Test von Knauff zur Stelle, nach seiner Parade in der 21. Minute gab es aber die einzige Situation, in der wirklich ein Tor möglich – oder vielleicht sogar verpflichtend – war. Allerdings schoss Arthur Theate aus sechs Metern den Ball auf die Tribüne.

Frankfurt hatte immerhin diese eine Aktion, Augsburg dagegen gar keine. Unter Manuel Baum, der nach der Entlassung von Sandro Wagner sein zweites Spiel machte, stand wieder die Defensive ganz klar im Fokus. Nach vorne gab es zwei Torschüsse – einen abgeblockten Versuch von Han-Noah Massengo (33.) und einen Volley von Fabian Rieder Richtung Eckfahne (36.). Augsburg dürfte dennoch nicht unzufrieden gewesen sein, dass das bei Frankfurt anders war, zeigten die Fans mit ihren Pfiffen zur Halbzeitpause.

Frankfurt ist die Krise anzumerken

Die hatten schon in den vergangenen Wochen gelitten, Eintracht holte aus den vorigen vier Partien nur einen Punkt bei einem Torverhältnis von 2:12, wenngleich das 1:2 in der Champions League zuletzt immerhin eine klare Leistungssteigerung war. Die gab es auch in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs gegen Augsburg, Rasmus Kristensen hatte nach einer Freistoßflanke die große Chance zur Führung, er köpfte aber knapp drüber (48.).

Wie wenig gefestigt das Team von Trainer Dino Toppmöller aktuell ist, zeigte sich danach aber, denn Frankfurt war es nicht möglich, den anfänglichen Druck lange aufrechtzuerhalten. Stattdessen bekam Augsburg die Gelegenheit zur Führung, Robin Fellhauer setzte sich stark durch, acht Meter vor dem Tor traf er allerdings den Ball bei seinem Abschluss nicht richtig, der Schuss ging vorbei (53.).

Doan lässt Augsburgs Abwehr stehen und kriegt Matsimas Hilfe

Augsburg war die gewonnene Sicherheit anzumerken, die der 2:0-Erfolg bei Bayer Leverkusen bei der Premiere von Baum gebracht hatte. Doch dann hatte die Hintermannschaft den einen Moment, in der sie unaufmerksam war. Doan dribbelte mehrere Augsburger aus, schoss aus 15 Metern und hatte das Glück, dass Matsima den Ball mit seiner Grätsche unhaltbar zum 1:0 abfälschte (68.). „Wenn man das Tor sieht, ist es eine brutale Willensleistung“, fand Toppmöller.

Doan bat die gegnerische Abwehr zum Tanz – und jubelte. Kurz danach hatte der Japaner die Chance, zum 2:0 nachzulegen, doch er verpasste entweder das Zuspiel zu seinem Mitspieler oder den richtigen Moment für den Abschluss, so traf er freistehend nur das Außennetz (71.). Und doch: Die Stimmung in Frankfurt war wieder deutlich gelöster, wenngleich auch Can Uzun aus einem Konter zu wenig machte und noch abgegrätscht wurde (72.).

Augsburg hat Pech – auch Banks‘ Treffer zählt nicht

Augsburg schaffte danach offensiv nicht besonders viel, aber dürfte auch im Hinterkopf gehabt haben, wie anfällig Frankfurt in der Defensive ist. Das zeigte sich, als Mert Kömur die Grundlinie entlangdribbeln durfte und an Zetterer scheiterte (86.) – und auch nach der folgenden Ecke. Da stocherte Noahkai Banks den Ball ins Tor, Augsburg jubelte, doch wie schon zu Beginn der Partie nicht nachhaltig. Der Verteidiger hatte genauso knapp im Abseits gestanden wie Matsima, wieder wurde das Tor aberkannt.

Danach hatte Augsburg noch einige Halbchancen, das Pech blieb aber auf der Seite der Fuggerstädter. Zwei Tore, zweimal wenige Zentimeter Abseits, ein abgefälschtes Gegentor – und am Ende null Punkte.

Die Hoffnung beim Baum-Team dürfte nun sein, dass das Glück am kommenden Samstag gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) zurückkehrt. Frankfurt braucht gleichzeitig beim Hamburger SV sicher eine bessere Leistung, um erneut zu punkten.