Berlin – Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr 32 neue Korruptionsfälle aufgedeckt. Darin waren unter anderem sechs Beamte und drei Beschäftigte des Bundes verwickelt!
Betroffen waren laut einem Bericht des Bundesinnenministeriums sechs Ministerien und ihre untergeordneten Behörden. Beim Auswärtigen Amt fielen mehrere Mitarbeiter in Botschaften auf, weil sie sich bei der Ausstellung von Visa für Deutschland bestechen ließen.
Beim Finanzministerium soll ein Beamter Dienstgeheimnisse gegen Geld preisgegeben haben. Gegen ihn wurden ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren und ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Besonders viele Bestechungsversuche registrierte die Bundespolizei. Gegen einen Grenzbeamten wurden Ermittlungen eingeleitet, weil er bei einer Einreiseüberprüfung Bestechungsgeld kassiert haben soll.
Diese Bestechungsversuche waren erfolglos:
- Bei einer Einreisekontrolle am Flughafen versuchte ein Ausländer, eine Dolmetscherin zu bestechen, um einen Asylantrag stellen zu können.
- Ein anderer Reisender bot einem Beamten bei der Einreisekontrolle am Flughafen 100 Euro an, wenn er ihn durchlassen würde.
- Bei einer Fahrzeugkontrolle fiel ein Autofahrer auf, dem der Führerschein entzogen worden war. Außerdem war das Auto nicht versichert. Der Fahrer bot den Beamten Bargeld an, wenn sie ihn weiterfahren lassen würden.
- Ein E-Bike-Dieb, der von einem Bundespolizisten gestellt wurde, bot ihm seine Armbanduhr an, um einer Verfolgung zu entgehen.
- Bei einer Grenzkontrolle wurde ein Autofahrer angehalten, der im Kofferraum in einer Tüte 100.000 Euro in bar versteckt hatte. Er sagte den Beamten, sie sollten einfach in die Tüte hineingreifen und sich etwas herausholen und ihn weiterfahren lassen.
- Bei einer Einreisekontrolle versuchte ein Reisender, zwei Hundewelpen ohne Papiere einzuschmuggeln. Den Beamten bot er 20 Euro an.
- Ein Autofahrer wurde von zwei Bundespolizisten angehalten. Um der Kontrolle zu entgehen, wollte er sie mit Tiefkühl-Lasagne aus dem Kofferraum des Autos bestechen.