Die Notlandung eines Kleinflugzeugs am Freitagnachmittag auf einer vielbefahrenen Straße in Mannheim sorgt nach wie vor für Gesprächsstoff, auch unter Fachleuten. Ein Flugzeug im dicht bebauten Stadtgebiet in Mannheim ohne großen Personenschaden notzulanden, verdiene höchsten Respekt – es sei eine „fliegerische Höchstleisung“, sagte ein Insider gegenüber dem SWR, der nicht genannt werden möchte – selbst aber Pilot von Kleinflugzeugen ist. Seiner Erfahrung nach würden bei Notlandungen kleinere Flugzeuge viel härter aufsetzen als größere, er spricht sogar von „runterfallen“ und auf den Boden „aufschlagen“. Dabei würden oft nicht nur die Insassen schwer verletzt, sondern meist noch weitere Personen im Umkreis des „Aufpralls“. Oft kämen auch Gebäude zu Schaden. Nicht selten würden Insassen bei Notlandung oder Absturz sterben.
Pilot hat aus der Luft die Notlandung „gut angepeilt“
Wie der Pilotenkollege gegenüber dem SWR sagte, sei es nicht gerade leicht, von oben eine freie Fläche zu finden, auf der ein Pilot mit seinem Flugzeug notlanden könne. Und dass dann auch noch niemand ernsthaft verletzt werde, sei sehr selten. Nach seinem Kenntnisstand wollte der Pilot, der in Mannheim notlandete, wohl Richtung Pfalz fliegen, dann sei der Motor ausgefallen. Der Pilot habe wohl Richtung Mannheim umkehren müssen. Dann habe er vermutlich eine längere Landemöglichkeit gesucht – in diesem Fall die Neckarauer Straße in Mannheim. Was der Pilot hier geleistet habe, sei wirklich einmalig.

Wegen des Unfalls musste die Straße vor der Mannheimer Hauptfeuerwache im Stadtteil Neckarau in Richtung Stadt gesperrt werden.
Ursache für Defekt laut Polizei noch unklar
In dem Kleinflugzeug saßen drei Personen: Der 23-jährige Pilot, seine 23-jährige Lebensgefährtin und ein 37-jähriger Mann. Der Pilot erlitt offenbar einen Knochenbruch. Warum es zu dem Motorausfall und der anschließenden Notlandung des Leichtflugzeugs kam, dazu konnte die Polizei zunächst nichts sagen. Wohl aber, dass „ein Fremdschaden bislang nicht bekannt wurde“, so die Polizei weiter. Der am Flugzeug entstandene Sachschaden belaufe sich auf rund 400.000 Euro. Die Polizei war anfangs nach eigenen Angaben noch von einem Segelflugzeug ausgegangen.
Einen ersten Zwischenbericht zur Notlandung gebe es laut Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in sechs bis acht Wochen. Allerdings werde hier wohl nur über die „Faktenansammlung“ berichtet, so ein BFU-Sprecher gegenüber dem SWR. Ein abschließender Bericht über die genaue Ursache und den Hergang des Motorausfalls und die Notlandung werden wohl erst in einem Jahr zu erwarten sein.