Es hat sich heute etwas geändert in Europa. Und Deutschland ist Teil davon. Und wieder ist US-Präsident Donald Trump dafür verantwortlich.

Trump hat immer gefordert: Europa muss sich um seine Konflikte und um seine Sicherheit selbst kümmern. Und zumindest damit hatte er schon immer recht. Wie schwach Europa ist, zeigte sich von Beginn an beim Krieg Russlands gegen die Ukraine. Seit 2014. Sinnloses Herumverhandeln mit dem Kreml-Totschläger auf Prügeldroge! Das war Europa: peinlich bis zum nächsten Abkommen, an das sich der Kreml nicht gehalten hat. Ein Weltwitz! Und Deutschland war der Oberkasperl.

Der größte Binnenmarkt der Welt, eine der weltweit reichsten Regionen, angewiesen auf den großen Bruder auf der anderen Seite des Teichs – peinlich. Und man war auch noch stolz darauf. Lächerlich.

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► Klar: Die USA legten sehr lange nicht sonderlich großen Wert auf ein starkes, militärisch eigenständiges Europa, verhinderten eine Europa-Gruppe in der Nato. Es war wie in der Disco: Wer die Tür hat, bestimmt, was drinnen passiert. Die Türsteher waren die Amis. Und wir waren froh: Sollen die sich doch für uns kloppen!

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Abgesehen von der Frage, wo Donald Trump im Ukraine-Konflikt nun steht: Die USA wollen nicht mehr der Konfliktlöser in Europa sein. Oder, wie es der Sicherheitsexperte Nico Lange sagte: „Die Methode Daddy ist zu Ende.“

Trump forderte Stärke. Und die Erklärung der europäischen Staatschefs (nicht der EU!) von heute Abend, die macht Mut. Die ist eine echte Zeitenwende! Klar: Alles, was dort aufgeschrieben worden ist über Schutztruppen, Sicherheitsgarantien, militärische Unterstützung – alles ist Konjunktiv. Für einen möglichen Waffenstillstand/Frieden wären wir bereit …

Aber das ist eben neu. Denn das lässt sich nicht zurückziehen. Jetzt stehen diese Staats- und Regierungschefs da und könnten nicht mehr anders. Sie gehen ins Risiko.

Europas Führer als Buben im Weißen Haus bei Trump – keine fünf Monate her

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Foto: @RapidResponse47/X

Und Donald Trump kann daran nicht vorbeisehen: Es waren seine Bedingungen, die da erfüllt werden.

Da stehen Nationen – stolz und reich und selbstbewusst – und sagen: WIR nehmen das in Europa in die Hand. WIR können das. WIR wollen das. WIR unterstützen auf unserem Kontinent einen überfallenen Freund. WIR sagen ihm Schutz zu, wenn es zu einem Waffenstillstand oder gar einem Frieden in der Ukraine kommen sollte. WIR. WIR. WIR. Nicht mehr: Die anderen! Aktiv, statt passiv.

Wir haben – im positiven Sinne – die Spielregeln von Trump angenommen. Erst beim Nato-Beitrag von zwei Prozent und unserer Selbstverteidigungsfähigkeit. Jetzt auch auf dem Schlachtfeld, dem diplomatischen und dem echten, auf unserem Kontinent.

Eine Koalition der Willigen. Der Mutigen. Das kann teuer werden. Und auch Verluste bringen. Es geschieht aber auch nicht ohne Gegenleistung: Wer Schutz gibt, muss auch Aufträge bekommen beim Wiederaufbau. Wer unterstützt, muss auch profitieren können – jedenfalls mehr und früher als die anderen. Auch das: eine Spielregel der Amis.

► Es ist unser Kontinent. Es ist unsere Freiheit. Und die müssen wir verteidigen. Zu Hause und in Europa. Und, ja, es tut verdammt gut, einen deutschen Kanzler an vorderster Front zu sehen. Anführend, wenn es um Freiheit geht – und nicht nur, wenn es um das billigste Gas zu dreckigsten Preisen geht.

Und: Ja, auch wenn wir zum Jagen getragen wurden, ich bin heute auch ein wenig stolz. Auch auf mein Land. Nicht mehr nur im Konjunktiv.