Washington – US-Präsident Donald Trump zieht im Kampf gegen die Drogenkrise in den USA die drastischste aller Notbremsen: Er erklärt die Todesdroge Fentanyl offiziell zur Massenvernichtungswaffe.

„Mit diesem historischen Dekret, das ich heute unterzeichnen werde, stufen wir Fentanyl formell als Massenvernichtungswaffe ein – denn genau das ist es“, sagte Trump am Montag bei einer Veranstaltung im Weißen Haus. Laut US-Drogenbehörde DEA ist Fentanyl die häufigste Todesursache unter Amerikanern im Alter von 18 bis 45 Jahren.

Fentanyl ist ein synthetisches Schmerzmittel, das bis zu 50-mal stärker wirkt als Heroin und 100-mal stärker als Morphium. Eigentlich für die Medizin entwickelt, doch auf dem Schwarzmarkt ist es längst zur tödlichen Droge geworden.

Ein Mann im sogenannten „Fent-Fold“: Die Droge ist 100-mal stärker als Morphium, beeinflusst das zentrale Nervensystem, Konsumenten klappen so teilweise einfach nach vorne, werden zu Zombies (Archivfoto)

Ein Mann im sogenannten „Fent-Fold“: Die Droge ist 100-mal stärker als Morphium, beeinflusst das zentrale Nervensystem, Konsumenten klappen so teilweise einfach nach vorne, werden zu Zombies (Archivfoto)

Foto: Jae C. Hong/dpa

US-Behörden sollen durchgreifen

Seit Jahren kämpfen die USA mit den verheerenden Auswirkungen des Horrormittels. Mehr als 450 000 Amerikaner sind im vergangenen Jahrzehnt an einer Überdosis gestorben – viele von ihnen an Fentanyl. Millionen Menschen sind abhängig. Besonders dramatisch zeigt sich die Krise in den US-Bundesstaaten West Virginia und Delaware sowie in Metropolen wie Los Angeles und San Francisco.

Mit dem Dekret erhalten die US-Behörden weitreichende Befugnisse, um gegen Fentanyl und seine Vorläufersubstanzen vorzugehen. Das Justizministerium soll Ermittlungen anstoßen, das Heimatschutzministerium Schmugglernetzwerke aufdecken.

Mehr zum ThemaTrump macht China und Mexiko verantwortlich

Die US-Regierung macht vor allem China für den Fentanyl-Fluch verantwortlich. Von dort kommen laut Behörden die chemischen Vorläuferstoffe. Produziert wird die Droge dann meist in Mexiko – und über die Südgrenze in die USA geschmuggelt.

Anfang Oktober hatte US-Präsident Donald Trump (79) den Kartellen den Krieg erklärt. Er begründete den Einsatz gegen die Schmuggler mit dem „Schutz der Amerikaner“ und kündigte an, die Drogenflut zu stoppen, die in den Vereinigten Staaten eine schwere Opioid-Krise ausgelöst hat.