Das Internationale Kurt-Masur-Institut im Mendelssohn-Haus und Partner veranstalten dafür vom 19. bis 21. Dezember 2025 öffentliche Konzerte, Gespräche und Begegnungen.

Durch die Kraft der Musik weltweit Menschen und insbesondere Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven zu öffnen, gehörte zu Masurs gelebten Botschaften und Initiativen. Deshalb übernehmen den Auftakt am 19. Dezember 2025 Grundschüler der Kurt-Masur-Schule in der Scharnhorststraße. Sie würdigen den Maestro und Namensgeber ihrer Schule mit einem Projekttag „Frei-Day/Zukunftswerkstatt mit Kurt“. Selber gestaltete Schulradiobeiträge, der Besuch des Ehrengrabs von Masur und der Film + Diskussion „Kurt Masur – Das Porträt“ gehören dazu.

Das Gewandhaus bittet am 20. Dezember 2025 um 15 Uhr zu einem Gespräch ins Leo-Schwarz-Foyer unter dem Titel „Herz und Freiheit – Masurs Vermächtnis“. Neben Gewandhausdirektor Prof. Andreas Schulz ist hier unter anderem OBM Burkhard Jung angekündigt. Um 17 Uhr konzertiert das Gewandhausquartett zu Ehren Masurs im Mendelssohn-Saal mit Werken von Beethoven und Schostakowitsch, als Gastredner wird Prof. Norbert Lammert (Bundespräsident a. D.) erwartet.

Am 21. Dezember 2025, 11 Uhr, veranstaltet das Mendelssohn-Haus eine Sonntagsmatinée mit der Kurt Masur Akademie der Dresdner Philharmonie und Werken von Mozart und Reger. Tickets für die Konzerte gibt es jeweils über die Häuser, für das Gesprächsforum wird um Anmeldung unter r.unger@masur-institut.de gebeten.

Dirigent von Weltrang und Ehrenbürger

Kurt Masur, geboren am 18. Juli 1927 im schlesischen Brieg (heute Brzeg) war Leipzig während seiner gesamten Laufbahn eng verbunden. Hier studierte er Komposition und Orchesterleitung und kehrte 1970 nach Stationen in Halle, Erfurt, Schwerin, Dresden und Berlin zurück, um als Gewandhauskapellmeister zu wirken. In nahezu drei Jahrzehnten – von 1970 bis Ende 1996 – hat er das traditionsreiche Orchester zu künstlerischen Höchstleistungen geführt, die in aller Welt anerkannt worden sind.

Zugleich war Kurt Masur ein großer Humanist, der Kunst und Leben nie trennte. Im Herbst 1989, als die Leipziger Montagsdemonstrationen mit ihrem Ruf nach Veränderung der Verhältnisse in der damaligen DDR immer stärker wurden, formulierte er gemeinsam mit fünf prominenten Leipzigern den Aufruf „Keine Gewalt“, der Behörden und Demonstranten zur Besonnenheit mahnte. Dass der 9. Oktober nicht mit einem Blutbad endete, sondern zum Beginn der Friedlichen Revolution wurde, ist ganz maßgeblich dem Mut zu danken, mit dem er seine Autorität in die Waagschale warf. Dafür machte ihn Leipzig noch 1989 zum Ehrenbürger. 

Weitere bleibende Verdienste um die Stadt erwarb er sich unter anderem mit der Gründung der Internationalen Mendelssohn Stiftung e. V. (seit 2003: Felix-Mendelssohn-Bartholdy Stiftung), die Mendelssohns Wohn- und Sterbehaus rettete und seit diesem Jahr wieder den Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig vergibt.