Die angeklagte Sozialarbeiterin steht im Landgericht Göttingen.

AUDIO: Getötete 15-Jährige: Sozialarbeiterin wegen Mordvorwurfs vor Gericht (1 Min)

Stand: 17.12.2025 18:45 Uhr

Vor dem Landgericht Göttingen hat am Mittwoch der Prozess gegen eine 23-jährige Sozialarbeiterin begonnen. Sie soll im Juni eine 15-Jährige im Reinhäuser Wald in Gleichen (Landkreis Göttingen) getötet haben.

Zum Prozessauftakt stellten die Ermittler die Ergebnisse einer Untersuchung vor: Im Auto der 23-Jährigen fanden sie auf dem Beifahrersitz Fasern vom T-Shirt der getöteten Jugendlichen. Außerdem passe das DNA-Muster einer Blutspur im Fußraum zu der 15-Jährigen. In einer Getränkedose habe man zudem einen Wirkstoff gefunden, mit dem die Angeklagte die Jugendliche betäubt haben soll. Die 23-Jährige schwieg zum Prozessauftakt. Ob sie sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde, ließen ihre Anwälte offen.

Opfer betäubt, erstochen und verbluten lassen

Ende Juni soll die Angeklagte ein Treffen mit der 15-Jährigen vereinbart haben, die sie von ihrer Arbeit bei einer Jugendhilfeeinrichtung kannte. Den Angaben zufolge holte die 23-Jährige die Jugendliche mit dem Auto ab und fuhr mit ihr in ein Waldstück in der Gemeinde Gleichen. Dort soll sie ihr laut Anklage ein Getränk verabreicht haben, in dem Tropfen beigemischt waren. Das habe die Jugendliche betäubt. Als sie kaum noch bei Bewusstsein war, soll die Angeklagte mit einem Messer auf die 15-Jährige eingestochen haben. Daraufhin verblutete die Jugendliche.

Suizid vorgetäuscht?

Laut Anklage waren einige Stiche offenbar bewusst so gesetzt, dass der Tod der 15-Jährigen wie ein Suizid aussehen sollte. Die Staatsanwaltschaft sieht mehrere Mordmerkmale erfüllt, unter anderem Heimtücke und niedrige Beweggründe. Die 23-Jährige sitzt seit Juli in Untersuchungshaft. Das Gericht hat für den Prozess Verhandlungstermine bis März angesetzt. Die Mutter der 15-Jährigen tritt als Nebenklägerin auf.

Wald

Die 23-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft das Mädchen betäubt und anschließend in einen Wald gelockt haben.

Heimtücke als Motiv?

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Sozialarbeiterin eifersüchtig auf eine Kollegin ihres damaligen Freundes gewesen sein. Sie habe deshalb Beschwerdeschreiben per E-Mail geschrieben, die sich gegen diese Kollegin gerichtet haben sollen. Der Freund der Angeklagten habe sich daraufhin von ihr getrennt und Anzeige erstattet, so die Staatsanwaltschaft weiter. Dann habe die 23-Jährige versucht, andere Menschen zu überreden, sich als Absender der Beschwerdemails auszugeben. Darunter sei laut Staatsanwaltschaft auch die getötete 15-Jährige gewesen, die jedoch ablehnte. Die Staatsanwaltschaft wirft der 23-jährigen Sozialarbeiterin vor, die Jugendliche getötet zu haben, um an ihr Handy zu kommen.

Video:
Prozess in Göttingen: 23-Jährige soll 15-Jährige getötet haben (1 Min)

Auf einem Glasfenster in Göttingen steht die Aufschrift Landgericht, Amtsgericht, Arbeitsgericht.

Die Angeklagte soll Betreuerin des getöteten Mädchens in der Jugendhilfe gewesen sein. Der Mordprozess startet im Dezember.

Wald

Die 23-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft das Mädchen betäubt und anschließend in einen Wald gelockt haben.

Durch eine Baumlandschaft in Niedersachsen führt ein schmaler Schotterweg.

Sie soll beruflich mit der 15-Jährigen zu tun gehabt haben. Spaziergänger hatten die Leiche in einem Wald bei Göttingen entdeckt.

Ein Fahrzeug der Spurensicherung steht in einem Wald bei Göttingen in dem eine Frauenleiche entdeckt wurde.

Spaziergänger hatten die Leiche der Jugendlichen entdeckt. Eine verdächtige 23-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.