– Nach langer Diskussion und gerichtlichen Auseinandersetzungen soll der Frankenschnellweg in Nürnberg ausgebaut werden. Die Stadt hat beschlossen, im Herbst 2026 mit dem ersten Bauabschnitt zu beginnen.

Es ist das Dauerthema der Region schlechthin: der Ausbau des Frankenschnellwegs zwischen der Stadtgrenze Nürnberg/Fürth und der Jansenbrücke. Nach jahrelangem Streit hat die Stadt am Mittwoch, 17. Dezember, den Objektplan für den ersten Bauabschnitt West genehmigt. Die Sigmundstraße-Brücke soll ersetzt werden, dazu sind bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwände beidseitig des Frankenschnellwegs geplant. Der Stadtrat hatte bereits den Auftrag gegeben, den Bauabschnitt West auszuschreiben und umzusetzen.

Bürgermeister Christian Vogel zeigte sich erfreut über das klare Votum des Werkausschusses des Servicebetriebs Öffentlicher Raum (Sör): „Es zeigt, dass dieses wichtige Verkehrsinfrastrukturprojekt von einer klaren und breiten Mehrheit getragen wird.“ Der Frankenschnellweg dürfe aber nicht beim West-Abschnitt stehen bleiben, so Vogel weiter. „Nur mit dem geplanten Tunnel und seiner begrünten Oberfläche im größeren Abschnitt Mitte können wir die beiden Stadtteile nachhaltig verbinden und echte Stadtreparatur leisten.“

Die Baukosten belaufen sich laut Stadt insgesamt auf rund 90 Millionen Euro, finanziert durch städtische Mittel sowie Fördermittel des Freistaats. Davon entfallen etwa 84 Millionen Euro auf den Frankenschnellweg und knapp über 6 Millionen Euro auf die Sigmundbrücke. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2026 beginnen. Zunächst mit Rodungen, gefolgt von Abbruch- und Neubauarbeiten ab Februar 2027. Das Bauende ist für Dezember 2029 vorgesehen; Restarbeiten sollen bis 2030 abgeschlossen sein.

Frankenschnellweg „aus der Zeit gefallen“: Bürgerinitiative kritisiert Milliardenprojekt in Nürnberg

Christian Vogel betont dennoch: „Wir verstehen die Sorgen einzelner Projektgegner, doch das Baurecht ist gesichert.“ Der Bund Naturschutz (BN) wies in einer Pressemeldung im vergangenen September auf das „ungeheure Ausmaß“ hin, in dem „Grün und Bäume verloren gehen“ und bedauert, „wie das über zwölf Jahre Bauzeit hinaus das Nürnberger Stadtbild prägen und das Klima negativ beeinflussen“ werde. Eine Klage des BN gegen den Ausbau, war im März 2025 in letzter Instanz vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen worden.

Kritik gegen den ausgebauten Frankenschnellweg in Nürnberg unter anderem von den Grünen und vom Bund Naturschutz

Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte ein alternatives Konzept mit dem Untertitel „Stadtteilpark statt Milliardengrab“ erarbeitet: Demzufolge sollte der geplante Tunnel durch eine „günstige, schnelle, ökologische und stadtverträgliche Lösung“ ersetzt werden. „Ziel ist es, die Lebensqualität der Menschen in den Stadtteilen Gostenhof, St. Leonhard und der Südstadt zu verbessern und den Stau zu beseitigen, der seit Jahrzehnten diese Quartiere belastet“, schrieben die Nürnberger Grünen weiter.

Bald rollen die Bagger: Bürgermeister kündigt Vorarbeiten für Ausbau des Frankenschnellwegs an

Zuletzt versuchte beispielsweise noch die Initiative „Lieber zurück auf Los“ ein Bürgerbegehren anzustoßen. In St. Leonhard seien besonders viele Bäume in akuter Gefahr, so die Initiatoren gegenüber NN.de, „weil sie über Jahre kein Wasser aus dem Boden ziehen können“. Christian Vogel entgegnete darauf zum damaligen Zeitpunkt: „Diese Behauptungen sind nicht belegt und widersprechen den Ergebnissen der durchgeführten Fachgutachten.“ Mit dem heutigen Beschluss lege die Stadt stattdessen „den Grundstein für eine zukunftsfähige Infrastruktur“.