Am vergangenen Mittwoch erstrahlte auf den Straßen von Halle (Saale) wieder ein besonderer Glanz, als der vierte Weihnachtskonvoi des Vereins „Bus Vierjahreszeiten e. V.“ seine traditionelle Weihnachtstour antrat. Der festlich geschmückte Weihnachtstruck, der mit unzähligen Lichterketten und einer liebevollen Dekoration bereits von Weitem auf sich aufmerksam machte, brachte nicht nur weihnachtliche Stimmung, sondern vor allem konkrete Hilfe und menschliche Wärme zu den Bedürftigen der Stadt.
Stationen der Hoffnung
Der Konvoi steuerte am vergangenen Mittwoch gezielt Orte an, an denen die Not oft am größten, aber für viele Passanten unsichtbar ist. In diesem Jahr machte der Truck am Landesverwaltungsamt in der Ernst-Kamieth-Straße, beim Netto an der Eselsmühle in Halle-Neustadt sowie am Glauchaer Platz halt. An jeder Station warteten bereits Menschen, für die dieser Besuch oft das Highlight der Vorweihnachtszeit darstellt.
Gulasch, Rotkohl und Klöße
Der Fokus des Konvois lag auch diesmal auf der kulinarischen Versorgung. Insgesamt wurden rund 100 Portionen eines klassischen Weihnachtsmenüs ausgegeben: Zartes Gulasch mit Rotkohl und Klößen sorgte für volle Mägen und glückliche Gesichter. Das Essen wurde in dem zum mobilen Speisesaal umgebauten Auflieger serviert, der den Gästen einen Moment der Ruhe und Würde abseits der Straße bot.
Ein Gemeinschaftswerk
Möglich wurde der vierte Weihnachtskonvoi durch ein inzwischen eingespieltes, starkes Netzwerk an Unterstützern. Lokale Firmen wie die Spedition Böhm & Schaaf, das Sägewerk Marco Schenkel sowie Gastronomen wie Max Weise (Gasthaus zu Teicha), Eventkoch Mario Rühs und die Halle Caterer GmbH trugen dazu bei, dass der Truck rollen und die Töpfe gefüllt werden konnten. Auch zahlreiche private Spender und fleißige Bäcker sorgten dafür, dass am Ende des Tages niemand mit leerem Magen oder ohne ein Lächeln im Gesicht zurückblieb.
Mit dieser Aktion hat der Bus Vierjahreszeiten erneut bewiesen, dass der Zusammenhalt in Halle lebt – besonders dort, wo es am kältesten ist.
Über die Arbeit des „Bus Vierjahreszeiten e. V.“
Der „Bus Vierjahreszeiten e. V.“ ist weit mehr als nur ein weihnachtliches Projekt. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das ganze Jahr über für sozial schwache Menschen, Obdachlose und von Armut betroffene Familien in Halle da zu sein. Dreimal wöchentlich steuert das Team mit seinem umgebauten Linienbus verschiedene Haltepunkte im Stadtgebiet an. Dabei geht es nicht nur um die Verteilung von warmen Mahlzeiten, Heißgetränken, Kleidung oder Hygieneartikeln. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht darin, den Menschen zuzuhören, sie bei Behördengängen zu unterstützen oder bei der Wohnungssuche zu helfen. Der Verein versteht sich als Brückenbauer in die Gesellschaft und kämpft aktiv gegen die Stigmatisierung und Vereinsamung der Betroffenen. Finanziert wird dieses Engagement fast ausschließlich durch Spenden und das unermüdliche ehrenamtliche Wirken der Mitglieder, die oft nach ihrem regulären Feierabend in den Bus steigen, um anderen zu helfen.















