Miami/Berlin – Nach den Friedensgesprächen in Berlin zu Wochenbeginn geht der diplomatische Marathon im Ukraine-Konflikt jetzt in Florida weiter.
Der Kreml schickt einen seiner einflussreichsten Strategen nach Miami: Bei den neuen Gesprächen über den Krieg in der Ukraine in Florida wird Russland von Kirill Dmitrijew (50) vertreten. „Auf dem Weg nach Miami“, schrieb der russische Sonderbeauftragte am Samstag im Onlinedienst X – ergänzt um ein Tauben-Emoji. Dazu veröffentlichte er ein Video, das Sonnenstrahlen zeigt, die durch dunkle Wolken über einem Palmenstrand brechen.
„Während die Kriegstreiber unermüdlich daran arbeiten, den US-Friedensplan für die Ukraine zu untergraben, erinnerte ich mich an dieses Video von meinem vorherigen Besuch – Licht, das durch Gewitterwolken bricht“, kommentierte Dmitrijew den Clip. Die Symbolik ist offensichtlich: Moskau inszeniert die Reise als Friedensmission – obwohl der russische Angriffskrieg unvermindert weitergeht. Erst am Freitag hatte Kreml-Chef Wladimir Putin (73) bei einer Pressekonferenz eine Fortsetzung des Krieges angekündigt.
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Bereits am Freitag waren in Miami Vertreter der Ukraine sowie Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff (68) und Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (44) zusammengekommen.
Direkte Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Delegationen sind allerdings nicht vorgesehen. Auch Dreiergespräche unter Beteiligung Kiews seien nicht geplant, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen russischen Insider. Stattdessen will Dmitrijew mit den Trump-Vertrauten Witkoff und Kushner zusammentreffen.
Dmitrijew traf Witkoff und Kushner bereits im Oktober
Schon im Oktober hatte sich Dmitrijew mehrere Tage lang im luxuriösen Faena Hotel in Miami Beach mit Witkoff und Kushner getroffen. Obwohl er eigentlich auf internationalen Sanktionslisten steht, erhielt er für die Einreise in die USA eine Ausnahmegenehmigung. Inhaltlich ging es dabei nicht nur um politische Maximalforderungen Moskaus – etwa einen Nato-Verzicht der Ukraine oder Gebietsabtretungen –, sondern vor allem um wirtschaftliche Interessen: die Aufhebung aller Sanktionen und die Rückkehr Russlands in die Weltwirtschaft.
Dmitrijew ist Chef des staatlichen russischen Investitionsfonds und gilt derzeit als einer der mächtigsten Männer im Kreml. Er wurde in Kiew geboren und studierte an der US-Eliteuniversität Stanford. Als Investmentbanker ist Dmitrijew ähnlich wie Witkoff kein klassischer Diplomat.