Selina Freitag in Engelberg in Aktion.

Stand: 20.12.2025 15:11 Uhr

Die Leistung stimmt, Landung und Ergebnis (noch) nicht ganz: Die deutsche Skispringerin Selina Freitag ist am Samstag (20. Dezember) in Engelberg erneut haarscharf am Podest vorbeigeschrammt.

Die Landung ist das große Problem von Selina Freitag. Die sächsische Skispringerin lieferte mit 128,5 und 135,5 Metern beim ersten von zwei Weltcupspringen in Engelberg zwei Topweiten ab. Dass es wie in der Vorwoche „nur“ zum vierten Platz reichte, lag an der Landung.

„Geht gar nicht“ – Kuttin sauer

Freitag zeigte wieder keinen sauberen Telemark und wurde mit heftigen Abzügen bei den Noten bestraft. Nach Ansicht von Bundestrainer Heinz Kuttin wurde Freitag von den Sprungrichtern beim ersten Sprung zu schlecht bewertet. „Was da abgezogen wird – klar, für diesen Telemark gibt es Abzüge – aber so viel. Teilweise bis 13,5 – das geht gar nicht, meiner Meinung nach“, sagte Kuttin im ZDF.

Freitag lag auf dem sechsten Platz, schob sich im Finale mit einem famosen Satz auf 135,5 Metern aber noch auf den vierten Rang. „Wenn ich mich nicht ärgern würde, wäre ich keine Leistungssportlerin“, sagte die Oberwiesenthalerin.

Agnes Reisch fliegt auf der Gross-Titlis Schanze auf den fünften Platz.

Ihre Teamkollegin Agnes Reisch (WSV Isny) fiel dagegen nach 128,5 und 129,5 Metern vom vierten auf den fünften Platz zurück. Fakt ist: Die deutschen Springerinnen sind auf Schlagdistanz, haben es in dieser Saison im Weltcup aber noch nicht auf das Siegerpodest geschafft.

Maruyama bremst Prevc aus

Ganz oben auf dem Treppchen wechseln sich in dieser Saison regelmäßig Nika Prevc aus Slowenien und Nozomi Maruyama aus Japan ab. In Engelberg jubelte Maruyama über ihren fünften Saisonsieg. Die Japanerin fing Prevc, die ihren großen Vorsprung mit einem wackligen zweiten Versuch einbüßte, noch ab. Anna Odine Stroem (Norwegen) flog als Dritte auf das Siegerpodest.

Nika Prevc beim Skisprung Weltcup in Engelberg.

Maruyama und Prevc sorgen in dieser Saison bisher für ziemlich viel Langeweile und schlechte Quoten an den Wettschaltern. In 18 der letzten 19 Weltcups stand entweder Prevc (13 Mal) oder Maruyama (5) ganz oben. Einmal durfte immerhin auch schon Stroem den Siegerpokal in Empfang nehmen.

Schmid und Seyfarth verfehlen persönliches Ziel

Zwei sehr gute Sprünge in einem Wettkampf – dieser Wunsch hat sich für Katharina Schmid (12. Platz/123,5 m, 119,5 m) und Juliane Seyfarth (17. Platz/122m, 120 m) auch in der Schweiz nicht erfüllt. In Engelberg flogen die beiden Deutschen solide, konnten den Rückstand zu den Topspringerin aber nicht verkleinern. Für Top-Ten-Plätze reichte es deshalb für das erfahrene Duo nicht.

Weltcup-Rückkehrerin Emely Torazza schaffte den Sprung in das Feld der besten 40. dagegen nicht. Mit mageren 95 Metern schied die Oberstdorferin als 38. aus.

Alvine Holz 0,5 Punkte am (Wettkampf)-Glück vorbei

Die nötige Portion Glück fehlte Alvine Holz. Die 21-jährige Berlinerin, die erst mit 14 mit dem Skispringen begonnen hatte, verpasste das Springen haarscharf. In der Qualifikation reichten 112 Meter nur für den 42. Platz. 0,5 Punkte fehlten der Flachländerin für den Sprung in den Wettkampf. Damit hat Holz nur noch eine Chance am Sonntag (11.30 Uhr im Sportschau-Ticker), um sich für die TwoNightsTour zu empfehlen.