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Ein Bremer Sonderposten-Laden verkauft weiter angefressene Lebensmittel – trotz eines bekannten Schädlingsbefalls. Jetzt wurden die Behörden aktiv.

Erneut haben Lebensmittelkontrolleure bei Zimmermann Sonderposten in Bremen massive Hygienemängel festgestellt. Bei einer Kontrolle im November entdeckten die Prüfer des Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienstes Bremen abermals einen erheblichen Mäusebefall im Verkaufsraum und den Nebenräumen des Discounters in der Duckwitzstraße. Jetzt ist das Untersuchungsergebnis veröffentlicht worden.

Mäusekot. Im Hintergrund ein Luftbild von BremenLebensmittel-Kontrolleure haben in Bremen in einem Sonderposten-Laden Kot und Urin von Mäusen entdeckt. © Imago/Hans Blossey/Montage

Die Kontaminierung erstreckte sich über weite Teile des Sonderpostens. Besonders brisant: Selbst im Bereich der Türschwelle zum Büro des Betriebsleiters fanden die Kontrolleure deutliche Kotspuren, heißt es in der Untersuchung. Auch im Lagerbereich wurde viel Mäusekot vorgefunden. Die Behörde geht deshalb davon aus, dass trotz des bekannten Schädlingsbefalls weder eine ordnungsgemäße Reinigung noch das Aussortieren angefressener Lebensmittel stattgefunden habe.

Ekel-Fund im Sonderposten-Geschäft: Mäusekot und angefressene Lebensmittel rufen Behörde auf den Plan

Mehrere vorverpackte Lebensmittel, darunter Kekse und Chips, waren auf der Verkaufsfläche angefressen und für den menschlichen Verzehr ungeeignet. Trotzdem wurden diese weiterhin zum Verkauf angeboten. „Der Verbraucherschutz wurde erneut vernachlässigt“, so das nüchterne Fazit. Vor Kurzem haben Lebensmittel-Kontrolleure einen Ekel-Fund am Bremer Hauptbahnhof gemacht.

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Zwar hatte das Unternehmen einen Schädlingsbekämpfer engagiert, der jede vierte Woche vor Ort war – und auch eigene Prüflisten und Reinigungspläne wurden erstellt. Doch ohne Erfolg. Die Sicherheit der Lebensmittel konnte nicht gewährleistet werden. Jetzt soll der Schädlingsbekämpfer im wöchentlichen Intervall kommen.

Erneut Mäusekot bei Zimmermann Sonderposten: Lebensmittel-Kontrolleure veröffentlichen Untersuchung

„Mäuse übertragen Krankheitserreger und verunreinigen Lebensmittel durch Anfrass und Exkremente“, informiert die Behörde weiter. Sie kontaminieren durch ihre Kot- und Urin-Ausscheidungen Gegenstände des täglichen Bedarfs, Nahrungsmittel und Oberflächen. Nach Angaben der Behörde sind die Mängel am 10. Dezember behoben worden. Die Untersuchungsergebnisse sind bis zum 13. Juni 2026 einsehbar.

Bremen ist kein Einzelfall bei Hygienemängeln in Lebensmittelbetrieben. Der Lebensmittelüberwachungsdienst ist nach § 40 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs verpflichtet, schwerwiegende Verstöße zu veröffentlichen. Aktuell sind im Land Bremen 18 Lebensmittelkontrolleure für knapp 4.000 registrierte Gastronomiebetriebe zuständig.