Standdatum: 20. Dezember 2025.

Autorinnen und Autoren:
Antonia Rüller

Mieter sprechen von unhaltbaren Zuständen in einem Haus in der Bremer Neustadt.

Bild: Radio Bremen

Eine Wohnung steht nach Regenschauern unter Wasser, der Deckenputz kommt runter – doch der Immobilienkonzern verlangt die volle Miete. Mehrere Mieter wehren sich jetzt.

Es riecht nach Feuchtigkeit in der gesamten Wohnung, die Räume sind kalt. In der Küche tropft immer wieder Wasser von der Decke. Farhad Ashkani lebt seit rund zwei Monaten unter diesen Bedingungen in seiner Wohnung in der Bremer Neustadt.

„Das ist ein reiner Regenwasserschaden, der am 17. Oktober angefangen hat“, sagt Ashkani. Anfangs habe er gedacht, das Problem lasse sich schnell beheben. Er meldete den Schaden bei dem zuständigen Wohnungsunternehmen LEG. Wenige Tage später kamen Bauarbeiter, um das Dach zu reparieren. Doch bei jedem Regen sei weiterhin Wasser von der Decke getropft.

Schlafstörungen und Panikattacken

Die Situation belastet Farhad Ashkani stark. Nach eigenen Angaben konnte er zeitweise kaum schlafen, suchte ärztliche Hilfe und bekam Schlafmedikamente verschrieben.

Ich hatte Panikattacken, wenn wieder etwas von der Decke runtergefallen ist.

Farhad Ashkani, LEG-Mieter

Die Entwicklung des Schadens habe er mit zahlreichen Fotos und Videos dokumentiert.

„Wenn es stark geregnet hat, musste ich alle ein bis zwei Stunden das Wasser aus der Wohnung schöpfen. Einmal war ich kurz essen – als ich zurückkam, war das Wasser bis ganz nach hinten gelaufen“, so der Mieter.

Unbefriedigende Angebote des Wohnungsunternehmen

Auf Anfrage teilt die LEG Management GmbH mit, man habe auf den Schaden reagiert. „Nach ersten Reparaturmaßnahmen mussten wir feststellen, dass die Leckage noch nicht gänzlich behoben war, weshalb eine umfangreiche Leckageortung durchgeführt werden musste“, schreibt das Unternehmen. Herrn Ashkani sei für diese Zeit eine Ersatzwohnung angeboten worden.

Nach Angaben des Mietervereins „Mieter helfen Mietern“ war dieses Angebot jedoch mit einem neuen Mietvertrag und einer höheren Quadratmiete verbunden. Das sei problematisch, sagt der Verein. Aus seiner Sicht könne es nicht sein, dass ein Vermieter seiner Instandhaltungspflicht nicht nachkomme und anschließend die Notlage des Mieters nutze, um einen teureren Vertrag anzubieten.

In einer weiteren Stellungnahme betont die LEG, Instandhaltungsmaßnahmen grundsätzlich regelmäßig zu planen und durchzuführen. Modernisierungen würden stets auf ihren Nutzen und ihre wirtschaftliche Belastung für die Mieterschaft geprüft.

Protest gegen ausbleibende Lösungen

Ashkani ist nicht der einzige Mieter in dem Gebäude, der Probleme meldet. Mehrere Bewohner berichten von Wasserschäden, Feuchtigkeit, Schimmel und weiteren baulichen Mängeln. Fotos und Videos, die der Redaktion vorliegen, zeigen Schäden in verschiedenen Wohnungen sowie in Kellern und Garagen.

Aus Frust über ausbleibende Lösungen haben sich einige Mieter zusammengeschlossen. Auch Mieter eines Gebäudes im Fehrfeld klagen über Mängel in ihren Wohnungen. Schließlich organisierten die Mieter eine Protestaktion vor einem Büro der LEG in der Überseestadt.

„Wir wollen uns nicht mehr mit Einzelantworten abspeisen lassen“, sagt ein Aktivist der Mieterinitiative. Ziel sei es, sichtbar zu machen, dass es sich nicht um Einzelfälle handele, sondern um wiederkehrende Probleme.

Lösung weiter offen

Während der Konflikt andauert, lebt Farhad Ashkani weiterhin in seiner beschädigten Wohnung. Wann der Wasserschaden vollständig behoben wird, ist derzeit offen. Auch die protestierenden Mieter warten nach eigenen Angaben weiter auf konkrete Lösungen.

Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 20. Dezember 2025, 19:30 Uhr