Dresden. Mit Einsamkeit ist man in Deutschland nicht allein. Rund 60 Prozent der Bevölkerung leiden laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2024 zumindest gelegentlich darunter. Von den über 40-Jährigen gibt jeder Zweite an, häufig oder manchmal einsam zu sein. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar zwei Drittel. Das Thema ist auch in Dresden präsent. Nach Angaben der kommunalen Statistikstelle sind 29 Prozent der Dresdner alleinstehend – Tendenz steigend.

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Dabei kann dauerhafte Einsamkeit erhebliche gesundheitliche Folgen haben, wie zum Beispiel Schlafstörungen, Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz. Besonders schmerzhaft kann das Alleinsein in der dunklen Jahreszeit sein – und erst recht an Weihnachten, dem Fest der Liebe und der Familie.

Mischtische – Niedrigschwellig und offen

In Dresden gibt es rund um die Weihnachtszeit zahlreiche Angebote, damit niemand allein sein muss. Eines davon sind die sogenannten Mischtische des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Sachsen. Dabei stellen Cafés und Restaurants Tische zusammen, an denen fremde Menschen unverbindlich Platz nehmen können, um sich zu unterhalten, gemeinsam zu essen und neue Kontakte zu knüpfen. Ziel ist es, eine unkomplizierte und niedrigschwellige Möglichkeit des Zusammenkommens zu schaffen. Das Projekt wurde im letzten Jahr in Sachsen erprobt und kam laut des Verbandes bei Menschen aller Generationen gut an.

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In verschiedenen Restaurants, Cafés und Gasthäusern Dresdens stehen über die Wintermonate Mischtische bereit. 

Bisher beteiligten sich in der Landeshauptstadt das Aposto Dresden, das Hotel zur Post sowie das Café Restaurant Friedrichstadt an der Initiative. In diesem Jahr sind der Pillnitzer Elbblick, das Restaurant Platzhirsch am Schlosseck, das Café und Restaurant Dresdner Aussicht, das Hotel zur Post, der Radeberger Spezialausschank und das Café Restaurant Friedrichstadt dabei. Auch in anderen Regionen Sachsens werden bestehende Mischtische fortgeführt und neue vorbereitet. Langfristig strebt der Verband ein flächendeckendes Mischtisch-Netz in ganz Sachsen an.

Win-Win für alle

Die Mischtische bieten für alle Beteiligten Vorteile: Die Gäste kommen miteinander ins Gespräch und fühlen sich weniger allein. Aufsteller und Sticker machen auf die Tische aufmerksam, während sogenannte Moderations-Bierdeckel mit heiteren oder nachdenklichen Impulsen das Eis brechen und den Gesprächseinstieg erleichtern.

Gastronomiebetriebe profitieren von einer besseren Auslastung ihrer Sitzplätze, schaffen ein besonderes Angebot mit Wiedererkennungswert und ziehen neue Gäste an. Als Unterstützung erhalten die Betriebe ein Starterpaket mit den spezifischen Aufstellern, Stickern und Bierdeckeln.

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Cafés, Restaurants und Gasthäuser, die Teil der Initiative werden möchten – ob dauerhaft oder zunächst nur für die Wintermonate –, können sich jederzeit beim DEHOGA Sachsen melden. Ebenso sind Vorschläge aus der Bevölkerung willkommen, wenn man sich in der eigenen Nachbarschaft einen Mischtisch wünscht. Der Verband nehme dann Kontakt zum jeweiligen Betrieb auf und unterstützt bei der Einrichtung der Mischtische.

Weitere Wege aus der Einsamkeit

Neben den Mischtischen gibt es in Dresden noch weitere Wege, um Einsamkeit an Weihnachten zu bewältigen. Die Seniorenberatungs- und Begegnungsstätten bieten im gesamten Stadtgebiet Raum für Kontakt und Gemeinschaft. Zudem informiert der städtische Seniorenkalender über passende Angebote für Menschen der älteren Generationen.

Im Frauenbildungshaus Dresden findet am 30. Dezember ein kostenloses Frühstück für Frauen zum Jahreswechsel statt. Darüber hinaus gelten wie jedes Jahr die Dresdner Kirchen als klassische Treffpunkte zu Weihnachten. Weitere Angebote lassen sich über die sozialen Medien finden. Wer gezielt Kontakte in der unmittelbaren Nachbarschaft sucht, kann die Plattform nebenan.de nutzen.

Für akute Belastungssituationen empfiehlt die Stadt Dresden die verschiedenen Krisentelefone, die jederzeit angerufen werden können. Weiter gibt es mehrere Selbsthilfegruppen, in denen sich einsame Menschen treffen können. Die Stadt empfiehlt darüber hinaus auch ehrenamtliches Engagement, Nachbarschaftsinitiative und Sportvereine, um Einsamkeit langfristig entgegenzuwirken. Nähere Informationen zu den verschiedenen Angeboten stellt die Stadt auf ihrer Webseite bereit.

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https://misch-tisch.de/

DNN