Die Anzahl der Gänge in der Ukraine steht für die zwölf Apostel, die Jesus beim Abendmahl begleitet haben.

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Immer nur Kartoffelsalat oder Gans ist es ja auch nicht. Gemeinsam mit Nina Orjaneli zeigt Natali Shtefunyk, was es Weihnachten in der Ukraine und Georgien zu essen gibt.

In Natali Shtefunyks Heimat, der Ukraine, kommen Weihnachten zwölf Gänge auf den Tisch. Sie betreibt mit ihrem Bruder ukrainische Streetfood-Restaurants, außerdem spielt sie Theater, schreibt und singt. Für buten un binnen kocht sie mit Nina Orjaneli aus Georgien. Orjaneli ist Pianistin mit einem georgischen Catering-Service. Beide zeigen, was es in ihren Heimatländern Weihnachten zu essen gibt.

Die Anzahl der Gänge in der Ukraine steht für die zwölf Apostel, die Jesus beim Abendmahl begleitet haben. „Bei jeder Familie müssen auf dem Tisch zwölf Gerichte stehen. […] Aber wichtig ist: Es sind vegane Sachen – mit der einzigen Ausnahme: Fisch“, sagt Shtefunyk.

Geld unter der Tischdecke soll für Erfolg sorgen

Vor Weihnachten ist in vielen orthodox geprägten Ländern Fastenzeit. Fisch, wie Karpfen, ist trotzdem erlaubt. Besteck gibt es mehr als auf den ersten Blick nötig wäre. „So laden wir unsere Vorfahren ein und ehren sie mit unserem Mahl“, erklärt Shtefunyk.

Und es gibt noch ein Ritual – für den Wohlstand: Dafür legt man unter die Tischdecke etwas Geld, damit das kommende Jahr für alle erfolgreich wird.

Abgrenzung von Russland

Kutja ist traditionell das erste Gericht, das gegessen wird und steht für Glück und Gottes Segen. Shtefunyk kocht Kutja mit Walnüssen, Rosinen und Honig – das Weihnachtsmenü in der Ukraine beginnt süß.

Traditionell ist Weihnachten in der Ukraine am 7. Januar gefeiert worden. Das ukrainische Parlament hat vor gut zwei Jahren beschlossen, das Fest in den Dezember zu verlegen, um sich weiter von Russland loszusagen.

Die Tradition ist geblieben, nur der Tag ist verlegt. Jetzt gehören wir zu Europa – was wir auch schon vorher haben – und freuen uns, mit der ganzen Welt mitzufeiern.

Natali Shtefunyk

Weihnachten ist ein Familienfest. Zum Essen ist auch Orjanelis Mann dazugekommen. Er ist Schwergewichtsboxer und Trainer. Shtefunyks Bruder Slavik, mit ihm betreibt sie die Restaurants, ist ebenfalls da. Weihnachten, das hat ihr Bruder schon als Kind geliebt. „Es kommt die ganze Familie zusammen: sitzen, essen, reden, haben Spaß“, erzählt Slavik Shtefunyk.

Nach dem Gebet kommen die Kerzen und dann Kutja, die süße Speise, die die Frauen zusammen bereitet haben – und dann ist Zeit für Weihnachtslieder.

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Rezept für Kutja von Natalie Shtefunyk – festliche Weizenspeise mit Mohn und Honig

Kutja ist ein süßes Getreidegericht, das zu Weihnachten serviert wird. Es symbolisiert Gemeinschaft, Erinnerung und Hoffnung und wird oft als erstes Gericht des Festmahls gereicht.

Zutaten (vier Portionen):

  • 200 g Weizenkörner (alternativ Dinkel oder Gerste) .
  • 80 g Mohn .
  • 3 EL Honig (nach Geschmack) .
  • 50 g Walnüsse, grob gehackt .
  • 40 g Rosinen .
  • ca. 200 ml warmes Wasser oder Pflanzenmilch .
  • 1 Prise Salz .

Zubereitung:

Die Weizenkörner über Nacht in Wasser einweichen. Am nächsten Tag in frischem Wasser mit einer Prise Salz etwa 60 Minuten weichkochen, abgießen und auskühlen lassen.

Den Mohn mit heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und anschließend fein mahlen oder mörsern, bis er cremig wird. Walnüsse hacken.

Die gekochten Körner mit Mohn, Nüssen und Rosinen vermengen. Honig unterrühren und nach Bedarf warmes Wasser oder Pflanzenmilch hinzufügen. Die Kutja sollte saftig, aber nicht flüssig sein. Bei Zimmertemperatur servieren.

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Szenenwechsel: Als nächstes zur Tafel bittet Nina Orjaneli. Sie ist Konzertpianistin – und spielt zur Einstimmung kein Weihnachtslied, sondern ein Stück von Levan Basharuli, einem georgischen Komponisten. Das Publikum: ihr Mann Makho Margvelani und eben wieder Shtefunyk aus der Ukraine.

Zum Studieren nach Deutschland gekommen

Die Fastenzeit in Georgien endet, wenn sie Weihnachten feiern. Dann gibt es auch wieder Fleisch. „Die Fastenzeit dauert bei uns 40 Tage. Vom 28. November bis 6. Januar“, erklärt Orjaneli. „Am 7. Januar ist dann Weihnachten.“

Orjaneli und Shtefunyk sind zum Studieren nach hergekommen und haben ihr Essen aus der Heimat vermisst – und fingen an zu Kochen. „Ich war 18 Jahre alt als ich alleine hierhergekommen bin und musste dann eben lernen, wie man diese georgischen Gerichte kocht“, sagt Orjaneli. „Das war bei mir ähnlich“, ergänzt Shtefunyk. Sie ist mit 20 Jahren nach Deutschland gekommen.

Traditionelle Weihnachtsbäume heißen Chichiaki

Die Georgier essen gerne mehrere Gänge. Orjaneli und Shtefunyk kochen Chaschuschuli, georgisches Gulasch mit Rindfleisch, und Pkhali mit Spinat und Walnüssen. Weihnachstbäume, wie wir sie kennen, gibt es auch in Georgien, aber sie sind dort keine Tradition, sondern dem westlichen Einfluss geschuldet.

Der traditionelle georgische Weihnachtsbaum heißt Chichiaki. Das sind Dekorationen aus getrockenten Haselnuss- oder Walnusszweigen. Handwerker schälen das Holz kunstvoll in dünne Streifen. Der Baum symbolisiert oft Hoffnung und Erneuerung.

Nina Orjaneli bietet nicht nur georgisches Catering an, sie handelt auch mit Gewürzen. „Jede Familie hat ihre eigene Art, die Gewürzmischung herzustellen“, erklärt sie. Mittlerweile ist das Essen fertig und alle sitzen am Tisch. Gaumarjos – Prost!

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Spinat Pkhail Rezept von Nina Orjaneli

Zutaten (für 2 Personen):

  • 300 g frischer Spinat .
  • 50 g Walnüsse, sehr fein gemahlen.
  • 1 kleine Knoblauchzehe .
  • 1 EL Granatapfelsaft oder milder Weinessig .
  • optional sehr fein gehackte Schalotte oder Zwiebel. Sie bringt Frische und eine leichte Schärfe und gleicht die Fettigkeit der Walnüsse aus. Dadurch wirkt der Pkhali weniger schwer und aromatischer. .

Gewürze:

  • Swanetisches Gewürzsalz.
  • Schabzigerklee .
  • Gemahlener Koriander .

Alternative, falls kein swanetisches Gewürzsalz vorhanden ist: Tagetis plus normales Salz.

Zum Servieren:

Granatapfelkerne nach Wunsch

Zubereitung:

Spinat kurz in kochendem Wasser blanchieren. Kalt abschrecken und sehr gründlich ausdrücken. Spinat fein hacken oder pürieren.

Walnüsse und Knoblauch sehr fein mahlen. Spinat mit der Walnussmasse vermengen. Granatapfelsaft oder Essig unterrühren.

Mit Gewürzen abschmecken. Optional Schalotte oder Zwiebel sehr fein unterheben. Mindestens 30 Minuten kalt stellen. Vor dem Servieren mit Granatapfelkernen bestreuen.

Hinweis Pkhali wird traditionell kalt serviert und schmeckt am besten gut durchgezogen.

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Rote Bete Pkhali

Zutaten für 2 Personen:

  • 2 mittelgroße Rote Bete, gekocht .
  • 50 g Walnüsse, sehr fein gemahlen .
  • 1 kleine Knoblauchzehe .
  • 1 EL Granatapfelsaft oder milder Weinessig .
  • Optional: Sehr fein gehackte Schalotte oder Zwiebel.Sie sorgt für Frische und Balance und macht die Walnussmasse geschmacklich leichter..

Gewürze:

  • Swanetisches Gewürzsalz .
  • Schabzigerklee .
  • Gemahlener Koriander .
  • Alternative: Tagetis plus normales Salz .

Zum Servieren:

  • Granatapfelkerne nach Wunsch .

Zubereitung:

Gekochte Rote Bete schälen und fein reiben oder pürieren.
Walnüsse und Knoblauch sehr fein mahlen. Rote Bete mit der Walnussmasse vermengen.

Granatapfelsaft oder Essig unterrühren. Mit Gewürzen abschmecken. Optional Schalotte oder Zwiebel sehr fein unterheben. Mindestens 30 Minuten kalt stellen.

Vor dem Servieren mit Granatapfelkernen garnieren. Hinweis Pkhali wird traditionell kalt serviert und schmeckt am besten gut durchgezogen.

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Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 22. Dezember 2025, 19:30 Uhr