
Ohne Laura Gimmler starten die deutschen Langläufer am Sonntag (28.12.2025) in die Tour de Ski.
Der erste Saison-Höhepunkt der Langläufer geht ohne Laura Gimmler über die Bühne. Die 32-jährige Oberstdorferin ist noch nicht richtig fit und wird bei der Tour de Ski nicht laufen, teilte der Deutsche Skiverband am Freitag mit. Es handle sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme.
Sprint-Ass Gimmler hat ihr Olympia-Ticket nach dem vierten Platz im Teamsprint beim Weltcup in Davos schon in der Tasche und soll sich nun gezielt auf die Winterspiele vorbereiten.
Hennig Dotzler braucht noch ein Top-Ergebnis
Neben Gimmler sind aus dem Frauenteam auch Coletta Rydzek, Helen Hoffmann, Pia Fink und Katherine Sauerbrey schon für die Spiele in Cortina d’Ampezzo und Mailand qualifiziert. Dagegen kämpft ausgerechnet das langjährige Aushängeschild Katharina Hennig Dotzler, die im Sommer ihren langjährigen Freund Christian Dotzler geheiratet hat, noch um ihre Olympia-Fahrkarte.
Nach einer schwierigen Vorbereitung hat die 29-Jährige erst die halbe Norm in der Tasche. „Katha braucht Geduld“, sagte Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder im Sportschau-Interview. Sie setze sich stark selbst unter Druck und versuche es dann teilweise mit der Brechstange, so Schlickenrieder.
Traum: Olympia-Einzelmedaille
Mit einer normalen Vorbereitung wäre Hennig Dotzler eine Kandidatin für eine Einzelmedaille gewesen. „Das ist jetzt in weite Ferne gerückt, das muss man ehrlich sagen“, so Schlickenrieder. Hennig Dotzler sieht es genauso: „Mein großer Traum wäre eine Einzelmedaille, aber ich weiß realistisch einzuschätzen, dass es vielen glücklichen Umständen bedarf und dass die Wahrscheinlichkeit nicht sehr groß ist“, sagte die sympathische Läuferin aus dem Erzgebirge im Podcast „Sport im Kopf“.
Langläuferin Katharina Hennig Dotzler beim Weltcup in Kuusamo im November 2025
Für die 29-Jährige werden es die letzten Olympischen Spiele. 2022 war sie gemeinsam mit der aktuell wegen Dopings gesperrten Victoria Carl zum Olympiasieg gelaufen, dazu gab es Silber mit der Mannschaft. „Katharina Hennig hat alles erreicht, was man erreichen kann. Mehr als Olympiasiegerin kann man nicht werden.“ Sie habe für den deutschen Langlauf sehr viel geleistet und könne eigentlich nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“ locker an die Sache herangehen. Doch das sei leichter gesagt als getan, weiß Schlickenrieder.
Katharina Hennig und Victoria Carl liefen 2022 zum Olympiasieg.
Holpriger Saisonstart
Nicht nur die Hennig Dotzler musste beim Saisonstart einige Hürden umschiffen, auch für ihre Teamkollegen lief der Start nicht optimal. „Wir sind schon stärker in die Saison eingestiegen“, sagte Schlickenrieder kurz vor dem Beginn der Tour de Ski am Sonntag in Toblach.
Seit fast acht Jahren ist der 55-Jährige nun schon Bundestrainer, hat Höhen und Tiefen erlebt. Der Start in den Olympia-Winter war zumindest bei den Männern so ein Tief. Lediglich Florian Notz hat die Olympia-Norm schon erfüllt. Alle anderen müssen sich bei der Tour de Ski strecken.
Kläbo und Diggins sind die Favoriten
Als Top-Favorit bei den Männern geht Titelverteidiger Johannes Hösflot Kläbo aus Norwegen, der die Tour zum fünften Mal gewinnen kann und damit alleiniger Rekordmann wäre, an den Start. Bei den Frauen hat Jessica Diggins aus den USA wenige Monate vor ihrem Karriereende die besten Karten. Für den Gesamtsieg werden weiterhin 80.000 ausgezahlt – in diesem Jahr aber erstmals Euro statt Schweizer Franken.
Aufgebot
Frauen
- Pia Fink (SV Bremelau)
- Theresa Fürstenberg (SC Partenkirchen)
- Laura Gimmler (SC Oberstdorf)
- Katharina Hennig Dotzler (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal)
- Helen Hoffmann (WSV Oberhof)
- Sofie Krehl (SC Oberstdorf)
- Coletta Rydzek (SC Oberstdorf)
- Katherine Sauerbrey (SC Steinbach-Hallenberg)
- Verena Veit (SC Oberstdorf)
Männer
- Janosch Brugger (SC Schluchsee)
- Friedrich Moch (WSV Isny)
- Jakob Moch (WSV Isny)
- Florian Notz (TSV/SZ Böhringen Römerstein)
- Anian Sossau-Daubermann (SC Eisenärzt)
- Jan Stölben (SLV Ernstberg)
- Jannis Grimmecke (NSV Wernigerode) (Ersatz)
Zeitplan Tour de Ski
- 28. Dezember, 14.15 Uhr: Sprint-Freistil in Toblach im TV und Live-Stream
- 29. Dezember, 11.45 Uhr: 10 km Einzel Männer in Toblach im TV und Live-Stream
- 29. Dezember, 14.45 Uhr: 10 km Einzel Frauen in Toblach im TV und Live-Stream
- 31. Dezember, 11.30 Uhr: 5 km Freistil Massenstart Männer in Toblach
- 31. Dezember, 14.30 Uhr: 5 km Freistil Massenstart Frauen in Toblach
- 1. Januar, 10.30 Uhr: 20 km Verfolgung Männer klassisch in Toblach
- 1. Januar, 12.30 Uhr: 20 km Verfolgung Frauen klassisch in Toblach
- 3. Januar, 14.45 Uhr: Sprint klassisch in Val di Fiemme
- 4. Januar, 11.30 Uhr: 10 km Freistil Männer Massenstart in Val di Fiemme
- 4. Januar, 15.30 Uhr: 10 km Freistil Frauen Massenstart in Val di Fiemme