Legendärer Humorist

Loriot soll in Frankfurt ein eigenes Museum bekommen

29.12.2025 – 07:14 UhrLesedauer: 2 Min.

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Loriot im Januar 1993 (Archivbild): Der Künstler hatte keinen biografischen Bezug zu Frankfurt. (Quelle: Karlheinz Schindler/dpa/dpa-bilder)

Das Frankfurter Caricatura Museum bekommt den umfangreichen Nachlass des Humoristen Loriot. Die Stadt sucht nach geeigneten Räumen für eine Dependance.

Der künstlerische Nachlass des Humoristen Loriot kommt nach Frankfurt. Die Erben von Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow – so Loriots bürgerlicher Name – haben entschieden, die umfangreiche Sammlung dem Caricatura Museum für Komische Kunst zu überlassen. Ende 2025 trafen drei Lastwagenladungen mit Zeichnungen, Manuskripten, Filmen und persönlichen Gegenständen in der Mainmetropole ein.

Loriot, der 1923 in Brandenburg an der Havel geboren wurde und 2011 in Ammerland am Starnberger See starb, hatte keinen biografischen Bezug zu Frankfurt. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei laut Caricatura-Leiter Martin Sonntag vielmehr eine inhaltliche Nähe gewesen. Loriot stehe der Neuen Frankfurter Schule geistig nahe; mit dem Nachlass wachse nun zusammen, was zusammengehöre. „Wir können jetzt die führenden Komik-Schulen der Nachkriegszeit zusammenführen“, sagte Sonntag.

Zum Nachlass gehören rund 3.000 Originalzeichnungen, Drehbücher, Filmrollen, Zeichentrickfilme, Requisiten sowie Bühnenmodelle für Operninszenierungen. Auch das komplette Arbeitszimmer des Künstlers mit Schreibtisch, Schallplattensammlung und Pfeifen wurde nach Frankfurt gebracht. Der Bestand wird derzeit in einem städtischen Depot aufbewahrt.

Die Entscheidung der Familie steht im Zusammenhang mit Loriots 100. Geburtstag im Jahr 2023, zu dem das Caricatura-Museum eine große Jubiläumsausstellung gezeigt hatte. Diese Ausstellung tourt weiterhin durch Deutschland und ist ab Februar 2026 in Saarlouis zu sehen. Dabei seien Vertrauen und enge Kontakte entstanden, sagte der Enkel und Familiensprecher Leo von Bülow-Quirk. „Wir haben als Familie das Gefühl, dass sich die Werke und persönlichen Stücke wirklich in guten Händen befinden.“

Zunächst soll der Nachlass inventarisiert werden, was mehrere Jahre dauern dürfte. Parallel sind kleinere Präsentationen geplant. Langfristig ist eine eigene Loriot-Dependance vorgesehen, da das Caricatura-Museum für eine Dauerausstellung zu klein ist. Nach geeigneten Räumen wird derzeit noch gesucht.