1. Startseite
  2. Politik

DruckenTeilen

Kommt Alice Weidel zur Münchner Siko? Noch hat sie keine Einladung, aber klar ist, dass die AfD im Februar dort vertreten sein wird – trotz Kritik.

München – Die Münchner Sicherheitskonferenz öffnet 2026 ihre Türen wieder für die AfD. Nach zweijährigem Ausschluss dürfen Fachpolitiker der Partei erneut an dem weltweit wichtigsten sicherheitspolitischen Expertentreffen teilnehmen, wie ein Sprecher der Konferenz der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

„Hierbei wurden insbesondere Fachpolitiker der außen- und sicherheitspolitisch relevanten Ausschüsse berücksichtigt“, erklärte der Sprecher zu den bereits vor Weihnachten versandten Einladungen. Zu dem hochrangigen Treffen im Hotel Bayerischer Hof in München werden wieder Dutzende Staats- und Regierungschefs sowie Außen- und Verteidigungsminister erwartet.

Kurswechsel bei der Münchner Siko: AfD wieder eingeladen

Die Entscheidung markiert einen klaren Kurswechsel unter dem amtierenden Vorsitzenden Wolfgang Ischinger, der die Konferenz nach einer Pause wieder leitet. Ischinger springt 2026 noch einmal ein, weil Ex-NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der bereits als künftiger Vorsitzender ernannt wurde, noch als norwegischer Finanzminister tätig ist.

AfD Logo - SYMBOLBILDAfD wieder bei Münchner Siko: CSU fürchtet Risiko wegen Kontakten zu Russland und China. (Symbolbild) © Carsten Koall/dpa

Ischingers Vorgänger Christoph Heusgen hatte die AfD 2024 und 2025 bewusst ausgeschlossen, zuletzt auch das BSW. Er begründete dies damit, dass Vertreter beider Parteien einst bei einer Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Bundestag verlassen hatten: „Das ist das Gegenteil von Dialog, und Ähnliches möchte ich auf der Konferenz nicht erleben.“

Schock-Momente und große Eklats: So turbulent war das Politik-Jahr 2025Eklat im Oval Office, Demos gegen Friedrich Merz und Putin-Trump-Gipfel in Alaska: Das Politik-Jahr 2025 war von großen Aufregern geprägt. Fotostrecke ansehen

Auf scharfe Kritik stößt die Entscheidung bei CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann. Er warnt vor einem Sicherheitsrisiko durch die Teilnahme der AfD. „Dort fließt auch Information“, sagte er mit Blick auf die Kontakte der Partei nach Russland und China. „Und deswegen wäre das ein Sicherheitsrisiko.“

AfD wieder bei Münchner Siko: CSU fürchtet Risiko wegen Kontakten zu Russland und China

Hoffmann kritisierte zudem die jüngste USA-Reise von sechs AfD-Bundestagsabgeordneten: „Man fährt da in die USA und tut dann so, als hätte man tatsächlich irgendwie jetzt da politisch und diplomatisch irgendetwas zu melden. Und da finden dann Runden statt, wo man Deutschland schlechtredet.“ Er bezeichnete das Vorgehen als „Anti-Deutschland-Diplomatie“.

Siko-Rede von JD Vance zur AfD bleibt unvergessen – Weidel bisher ohne Einladung

Unterstützung erhielt die AfD im Februar 2025 von US-Vizepräsident JD Vance bei der Münchner Siko. In einer aufsehenerregenden Rede hatte er den Ausschluss der Partei aus der Regierungsverantwortung in Deutschland kritisiert: „Es gibt keinen Platz für Brandmauern.“ Anschließend traf er sich demonstrativ mit AfD-Chefin Alice Weidel außerhalb des Konferenzgeländes, während ein Gespräch mit dem damaligen Kanzler Olaf Scholz (SPD) nicht zustande gekommen war.

AfD-Fraktionschefin Weidel hat nach dpa-Informationen bislang keine Einladung für die vom 13. bis 15. Februar 2026 stattfindende Münchner Sicherheitskonferenz erhalten. Der Sprecher verwies jedoch darauf, dass der Einladungsprozess noch nicht abgeschlossen sei: „Die MSC behält sich vor, weitere relevante Politikerinnen und Politiker aus dem In- und Ausland zur Konferenz einzuladen.“

AfD sucht Nähe zu Trump und organisiert eigenen Kongress in Berlin

Die AfD intensiviert derweil ihre Beziehungen zur Trump-Regierung. Mitte Dezember reisten sechs Bundestagsabgeordnete nach Washington und New York, um Kontakte zu vertiefen. Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Markus Frohnmaier kündigte für Februar einen Kongress in Berlin an, zu dem Vertreter des US-Außenministeriums, Kongressabgeordnete und US-Lobbyorganisationen eingeladen werden sollen. (Quelle: dpa) (smu)