Altenholz. Schon seit 1997 besteht der „Zweckverband Entwicklungsgemeinschaft Altenholz-Dänischenhagen-Kiel“. Der Name kommt sperrig daher, das damit verbundene Anliegen ist aber höchst einfach: Man will Gewerbeflächen bereitstellen und so den Wohlstand aller drei Kommunen mehren. Weil das bislang so gut funktioniert, werden derzeit die Weichen für ein neuerliches Erweitern des interkommunalen Gewerbegebiets Lehmkaten gestellt. Ein Fragezeichen gibt es aber wegen der Finanzierung.

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Schon in den 90er-Jahren begann die Erschließung zusammenhängender Flächen auf Altenholzer und Dänischenhagener Gebiet, als Dritte im Bunde war die Stadt Kiel an Bord. Viele Nachfragen, aber kaum Platz verzeichnet die große Nachbarin. Das Bündnis sollte für Kiel, aber auch für Altenholz und Dänischenhagen Vorteile bringen. Die Devise lautet: Alle teilen sich die Kosten – und nicht zuletzt den Gewinn.

Erweiterung von Gewerbegebiet Lehmkaten brächte Millionen-Defizit

Die Flächen im Lehmkaten waren so begehrt, dass sie inzwischen komplett belegt sind. Also kam die Idee auf, den sogenannten vierten Quadranten zu erschließen, der 19 Hektar umfasst und allein auf dem Terrain von Dänischenhagen liegt. „Ein Sahnestück“ ist das aus Sicht von Mike Buchau (CDU), Bürgermeister von Altenholz und zugleich Vorsteher des Zweckverbands fürs interkommunale Gewerbegebiet.

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Mithin handele es sich bei der Erweiterung um ein „tolles Projekt“, sagte Buchau in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Und fügte einen entscheidenden Halbsatz hinzu: „wenn es denn weitergeht“.

Ganz trivial ist die Sache tatsächlich nicht. Im vergangenen Sommer hatte der Zweckverband eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aufstellen lassen, um Klarheit über die zu erwartenden Kosten und Beträge zu gewinnen. Ernüchterndes Ergebnis: Es wäre ein Defizit von 6,1 Millionen Euro zu erwarten.

Allerdings tut sich in der Analyse auch ein Lichtblick auf. Frisch aufgelegt hat das Land Schleswig-Holstein einen Gewerbeflächenentwicklungsfonds. Im Idealfall könnte dieser Topf für das Gewerbegebiet Lehmkaten 3,8 Millionen Euro bringen, sodass das Minus nur noch 2,3 Millionen Euro betragen würde. Die Gutachter haben dieser Rechnung zugrunde gelegt, dass der Quadratmeter für 90 Euro an die ansiedlungswilligen Unternehmen verkauft wird.

Es wäre ein tolles Projekt, wenn es weitergeht.

Mike Buchau (CDU)

Bürgermeister der Gemeinde Altenholz

Wirklich klein wäre diese Finanzierungslücke damit zwar immer noch nicht. Doch würden sich die drei Partner die Kosten immerhin teilen. Außerdem müssen mittel- bis langfristige positive Effekte gegengerechnet werden, nicht zuletzt in Form von Einnahmen durch Gewerbesteuer und den kommunalen Anteil an der Einkommensteuer.

Erweiterung von Gewerbegebiet Lehmkaten: „Ein Risiko bleibt immer“

Konkret gehen die Gutachter von 19 Millionen Euro Kosten aus. Der Löwenanteil entfällt auf den Grundstückserwerb mit 5,45, Zinsen mit gut 2,2 sowie die Erschließung mit 8,3 Millionen Euro. Auf der Einnahmeseite sagt die Potenzialanalyse 12,9 Millionen aus Grundstücksverkäufen voraus, sodass es zu dem Minus von 6,1 Millionen Euro käme. Ließen sich die Flächen jedoch teurer oder schneller als erwartet vermarkten, sähen die Zahlen deutlich freundlicher aus.

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Der Altenholzer Gemeindevertreter Dirk Ryll (FDP) gibt sich optimistisch und erwartet sogar, dass sich die Erweiterung von Lehmkaten auf lange Sicht auch ohne Zuschüsse rechnet. Außerdem, so merkte er in der Gemeindevertretersitzung an: „Ein Risiko bleibt immer.“

Vorsichtiger äußerte sich zwar Norbert Worth (Grüne), doch auch er war der Meinung, dass man das Projekt „nicht verzögern“ solle. Einstimmig beschloss das Gemeindeparlament am Ende, dass Altenholz 145.000 Euro zur Absicherung der Planung und Erschließung von Lehmkaten bereitstellt. Sollte es tatsächlich mithilfe von Zuschüssen weitergehen, müssten dem noch wesentlich höhere Beträge folgen.

KN