Der Bischof von Columbus im US-Bundesstaat Ohio hat auf Ängste von Einwanderern vor Verhaftungen und Abschiebungen reagiert und diese Menschen per Dekret von der Sonntagspflicht befreit.
Nach Wochen der Gewalt haben Thailand und Kambodscha einen Waffenstillstand vereinbart. Der Apostolische Vikar von Phnom Penh fordert humanitäre Hilfe und dauerhaften Frieden.
„In den letzten Tagen wurden die Einwanderungskontrollen im Bistum Columbus verschärft, was in unseren Einwanderergemeinden Angst und Besorgnis ausgelöst hat“, begründete Bischof Earl Fernandes seine Entscheidung. Ein Messbesuch sei zwar sonntags und an Feiertagen geboten, heißt es in dem Dekret. Er räumte jedoch ein, dass „die mit diesen Kontrollen verbundene Angst einige Gläubige davon abhalten könnte, ihrer Pflicht zum Messbesuch nachzukommen, was ihrem geistlichen Wohlbefinden abträglich wäre. Der Diözesanbischof kann die Gläubigen von den allgemeinen und partikularen Disziplinargesetzen dispensieren, wenn dies zu ihrem geistlichen Wohlbefinden beiträgt (vgl. Kanon 87 §1).“ Damit sind laut dem Bischof alle, die eine Verhaftung riskieren, bis zum 11. Januar 2026 vom Gottesdienstbesuch befreit.
Spanischsprachige Gemeinden unter Druck
Er habe die Entscheidung zwar nicht gerne getroffen, erläuterte der Geistliche gegenüber Radio Vatikan. Die Lage in Ohio sei aber „so dramatisch“ und die Menschen „so besorgt gewesen, dass ich mich dazu gezwungen sah“ – insbesondere nach Gesprächen mit den Priestern spanischsprachiger Gemeinden. Familien aus Einwanderergemeinden hätten ihre Dankbarkeit für die Entscheidung zum Ausdruck gebracht.
Vor dem Bischof von Columbus hatte bereits weitere Oberhirten in den USA Einwanderer von der Sonntagsplicht befreit. Die Bischofskonferenz hat sich gegen die Einschränkung der Menschenrechte im Zusammenhang mit der strikten Einwanderungs- und Abschiebepolitik der Trump-Administration positioniert.
(vatican news – mit Informationen von Paweł Rytel-Andrianik)