Doch was muss man beachten wenn man doch in die USA reisen möchte? Und welche Veränderungen könnte es demnächst bei der Reise geben? Ein Überblick.

Um in die Vereinigten Staaten einreisen zu können, benötigt man entweder eine gültige ESTA-Genehmigung oder ein gültiges US-Visum. Da Deutschland Teil des Visa-Waiver-Programm (VWP) ist, können deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger generell mit ESTA-Genehmigung in die Vereinigten Staaten einreisen – ein US-Visum ist nicht nötig.

Folgende Dokumente werden für die visumsfreie Einreise in die USA benötigt:

Der neuen Bestimmung zufolge sollen im ESTA-Antrag zur visumsfreien Einreise künftig auch die Social-Media-Konten angegeben werden. Einreisende müssten damit den Grenzbeamten ihre Beiträge in sozialen Netzwerken aus den vergangenen fünf Jahren zugänglich machen, heißt es in dem Änderungsvorschlag, den die Grenzschutzbehörde vorgelegt hat.

Zu sozialen Medien zählen Plattformen wie etwa Tiktok, X oder Instagram. Diese Angaben war bislang freiwillig, jetzt soll es ein verpflichtender Bestandteil des ESTA-Antrags werden. Ein Antrag ohne diese Angaben wäre unvollständig und könnte abgelehnt werden.

Die verpflichtende Überprüfbarkeit der Social-Media-Aktivitäten ist Teil eines größeren Pakets, das eine umfassende Datensammlung zur Nachverfolgung von Ein- und Ausreise regeln würde, wenn es denn so in Kraft tritt. 

Dann sollen auch andere Daten abgefragt werden, wie beispielsweise die Telefonnummern der vergangenen fünf Jahre, die E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre. Außerdem soll dann auch nach persönlichen Daten von Familienmitgliedern gefragt werden, zum Beispiel nach Namen, Telefonnummer, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift.

Doch auch wenn man all diese Dokumente vorlegen kann, warnt das Auswärtige Amt in den Reise- und Sicherheitshinweisen: „Weder eine gültige ESTA-Genehmigung noch ein gültiges US-Visum begründen einen Anspruch auf Einreise in die USA. Die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft der US-Grenzbeamte.“

Doch die USA ist bei weitem nicht das einzige Urlaubsziel, bei dem einem die Einreise verweigert werden kann. Bei der Türkei warnt das Auswärtige Amt beispielsweise ganz konkret vor „Festnahmen und Einreiseverweigerungen“. Bloße Äußerungen oder das Teilen, Kommentieren oder „Liken“ von Beiträgen in sozialen Medien könne hier schon für eine Strafverfolgung ausreichen. Ein Einblick in die Social-Media-Konten wird hier jedoch nicht offiziell verlangt.

Wird einem die Einreise verweigert, bekommt man sein Geld vermutlich bei den meisten Reiseunternehmen nicht zurück. Das Reiseunternehmen DERTOUR teilte auf WDR-Anfrage mit, dass ihre AGBs bislang „keine Rückerstattung des Reisepreises bei einer Verweigerung der Einreise aufgrund von Social-Media-Aktivitäten“ vorsehen.

Laut dem Auswärtigen Amt bekommt in solchen Fällen Hilfe und Rat bei der deutschen Botschaft und bei den Konsulaten. „Die Hilfsmöglichkeiten müssen sich allerdings am internationalen Recht und an den Gesetzen des jeweiligen ausländischen Staates orientieren.“

Fragt man in verschiedenen Reisebüros in NRW nach, dann gehen die Einschätzungen zum Teil auseinander. Ein Mitarbeiter aus einem Reisebüro in Essen sagt dem WDR, dass die Menschen inzwischen „zurückhaltend sind, ohne Ende“ eine Reise in die USA zu buchen. „Reisen in die USA haben ganz arg verloren“, sagte er.

Ein Mitarbeiter aus einem anderen Essener Reisebüro schätzt die Situation etwas anders ein. Er sagte im Gespräch mit dem WDR, dass die Leute, die bereits in der Vergangenheit in die USA gereist sind, dies auch weiterhin machen würden. Er sagt: „Die reisen auch trotz Trump weiter in die USA, die schreckt das nicht ab.“

Eine Mitarbeiterin aus einem Düsseldorfer Reisebüro erzählt im Gespräch mit dem WDR, dass es schon eine große Anzahl an Menschen gebe, die nicht in die USA einreisen wollen, solange Trump regiert. Ebenso verhielte es sich auch mit Reisen in die Türkei – viele wollen auch hier keinen Urlaub verbringen, solange Erdogan das Land regiert. Sie sagt, dass die Leute vorsichtiger geworden seien. Sie hätten Angst, dass ihnen die Einreise verweigert würde, oder dass sie sogar verhaftet würden.

„So will man seinen Urlaub auch nicht verbringen. Das man Angst hat, wenn man was falsch macht, verhaftet zu werden und dann den Urlaub nachher noch hinter Gittern verbringt.“
Mitarbeiterin, Reisebüro Düsseldorf

Ein anderer Mitarbeiter des Düsseldorfer Reisebüros sagt, dass das die geplanten Änderungen die Menschen wohl auch schon aus Datenschutzgründen abschrecken werden. Auf Social Media würden ja zum Teil auch private Dinge gepostet – „Da muss man ja komplett die Hosen runterlassen“. Er fände das unmöglich und sagt: „Ich denke, viele, die jetzt noch in der Planung sind, die werden ihre Planungen wohl verwerfen.“

Unsere Quellen:

  • Website des Auswertigen Amts
  • Stellungnahme der Reiseveranstalters Dertours
  • Statistik IT.NRW
  • Gespräch mit Mitarbeitern aus zwei Reisebüros in Essen
  • Gespräch mit Mitarbeitern aus einem Reisebüro in Düsseldorf
  • Nachrichtenagenturen DPA und AFP
  • Tagesschau-Beitrag vom 10.12.2025 – Infos zum Regulierungsvorschlag US-Grenzschutzbehörde
  • WDR-Beitrag vom 20.03.2025 – Welche Dokumente benötigt man für die Einreise in die USA

Sendung: WDR 5, Nachrichten, 10.12.2025, 11 Uhr.