Immer dann, wenn sich ein Jahr dem Ende entgegen neigt, ist es Zeit, auf die wichtigsten oder lustigsten Ereignisse der vergangenen zwölf Monate zurückzublicken. Das Jahr 2025 in Kaarst wurde von der Kommunalwahl geprägt, bei der es einen Machtwechsel an der Verwaltungsspitze gab. Doch abseits der Politik hat es weitere Ereignisse gegeben, die im Gedächtnis bleiben.

Der Himmel war strahlend Blau, die Sonne schien den ganzen Tag: Die Närrinnen und Narren feierten den Rosenmontagszug in Büttgen Anfang März trotz verschärfter Sicherheitsauflagen und eines verkürzten Zugweges ausgelassen. Denn nach den Anschlägen in Magdeburg und München wurden die Sicherheitsauflagen verschärft, der Zug rollte zweimal die gleiche Strecke entlang, die Zufahrten waren mit riesigen Blumenkübeln und Traktoren versperrt, um einen Anschlag mit einem Auto oder einem Lkw zu verhindern. Aber: Im kommenden Februar wird der Zug wieder die normale Strecke nehmen. Das versprachen alle Beteiligten hoch und heilig.

Es ist später Sonntagnachmittag, als sich die Sonne nach einem traumhaften Frühlingstag so langsam verabschiedet. Die beiden Schwestern Hannah und Theresa Trippelsdorf gehen gemeinsam mit ihrem Freund Louis Novak und dessen Hund eine große Runde Gassi. Als sie aus dem Vorster Wald kommen, werden sie plötzlich verfolgt: Ein Wolf nahm im Wald vermutlich die Fährte des Hundes auf. Vorbei am Kriegerdenkmal über die Schiefbahner Straße folgte das Tier dem Trio bis zur Straße „Düppheide“. Als sie dann wieder Richtung Stadtmitte abbogen, drehte der Wolf um und verschwand. In einem Facebook-Video ist der Wolf gut zu erkennen, viele Bürger sorgten sich um das Wohl ihrer Kinder und Tiere. Doch keine Panik: Der Wolf tauchte nach der einen Sichtung nicht mehr in Kaarst auf.

Die Abstimmung auf der Ratssitzung im März fiel einstimmig aus: Arlind Fejza und Fatbardh Tikoski übernehmen die Gastronomie im Bürgerhaus. Die Kaarster Bürger könnten die beiden kennen, sie sind Teil des Laguna-Teams gegenüber des ehemaligen Frankenheims. In einem Video hatte die ehemalige Bürgermeisterin Ursula Baum verkündet, dass die Gastronomie im Oktober wieder eröffnen soll, doch das war wohl ein Schnellschuss, denn noch immer steht das Ladenlokal leer. Die Arbeiten haben mittlerweile begonnen, im Februar soll es nun endlich losgehen. Dann haben die Kaarster die schönste Bier-Terrasse der Stadt endlich wieder.

Nach 113 Jahren endete im September eine Ära: Die Gärtnerei Pötschke meldete Insolvenz an, alle 112 Mitarbeiter erhielten die Kündigung. Die Schule an der erneuten Pleite geben sie der Düsseldorfer Droege Group, die das einst so blühende Geschäftsmodell als verwelkt ansah: zu hohe Kosten für die Paketlogistik, zu geringe Nachfrage nach Grünpflanzen. Zwar wurde noch versucht, eine Lösung zu finden, doch trotz zweier Angebote wurde keine gefunden.

Es roch auch am Tag nach dem verheerenden Brand im Tierfachgeschäft Katina, der in der Nacht zum 21. Juni ausgebrochen war, noch stark verbrannt. Zersplitterte Fensterscheiben und verbrannte Aktenschränke lagen vor dem Geschäft an der Industriestraße, in dem Kunden aus der gesamten Region einkaufen kamen. Der gesamte Gebäudekomplex kann nur noch abgerissen werden. Nachdem Junior-Chef das Geschäft vorübergehend in einem Container weiterführte, ist Katina mittlerweile in einen Teil des Hagebaumarktes gezogen und verkauft dort seine Waren.

Die „Holzbüttcher Mädsche“ haben Geschichte geschrieben: Erstmals in der Historie der Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft Holzbüttgen marschierten die Damen im Regiment in Hubertusuniformen mit – in Lisa Köhler schoss sogar eine von ihnen am Schützenfest-Montag auf den Jungschützenkönigsvogel, verlor das Duell allerdings. Dass in den sozialen Netzwerken an den Uniformen der Frauen herumgemäkelt wurde, sollten sie sich nicht zu Herzen nehmen. Denn mit ihrem Schritt, den ersten Frauenzug zu gründen, sind sie ein Vorbild für andere Bruderschaften und tragen ihren Teil zur Gleichberechtigung auch im Schützenwesen bei. Also, liebe Kaarster, Vorster, Büttger, Driescher und auch Neusser, nehmt Euch ein Beispiel an dem Mut der jungen Damen.

Kurz vor der Kommunalwahl verkündete Kämmerer Sebastian Semmler Anfang September einen echten Finanz-Hammer: Die Stadt Kaarst muss ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen. Satte 13 Millionen Euro fehlen in der Kasse, Semmler kündigte „schmerzhafte Eingriffe“ an. Weitere Einsparungen alleine würden die Situation der Stadt nicht verbessern, es müssen mehr Gewerbesteuereinnahmen erzielt werden, erklärte der Kämmerer. Im kommenden Jahr müssen dringend Unternehmen in den Gewerbegebieten angesiedelt werden, ansonsten könnte es in Kaarst ziemlich düster werden.

Über allem stand im Jahr 2025 die Kommunalwahl, und dabei hat es einen Machtwechsel gegeben: Christian Horn-Heinemann löste Ursula Baum als Bürgermeister ab, der CDU-Kandidat gewann die Stichwahl deutlich mit 69,8 Prozent. Dass er nicht im ersten Wahlgang als neuer Bürgermeister feststand, liegt an den insgesamt sieben Kandidaten, die Bürgermeister werden wollten – wobei einige davon von vornherein kaum eine Chance auf den Wahlsieg hatten. Neben Horn-Heinemann kann sich auch seine CDU freuen, die bei der Kommunalwahl wieder alle Wahlkreise für sich entscheiden und die 40-Prozent-Marke knacken konnte. Für eine absolute Mehrheit im Stadtrat reichte es allerdings nicht, also gingen die Christdemokraten mit der Grünen-Fraktion eine Zusammenarbeit auf Zeit ein, um die Stadt sicher durch die anstehende Haushaltssicherung zu bringen.

Das Gerücht hielt sich hartnäckig in der Stadt: Der Traditions-Imbiss „Delmes“ macht Ende des Jahres zu. Doch die Inhaber-Schwestern Petra Esser und Claudia Delmes verwiesen im September die Gerüchte ins Reich der Fabeln. „Von uns aus ist es kein Thema, den Laden zu schließen. Es macht uns Spaß, wieso sollten wir also aufhören?“, erklärte Esser damals. Somit gibt es weiterhin leckere Grillhähnchen und Pommes im Kultimbiss auf der Mittelstraße.

Der „Pannenbaum“ in der Kaarster Stadtmitte hat es sogar in die „Bild“-Zeitung geschafft, nachdem unsere Redaktion darüber berichtet hatte. Auf dem Neumarkt wurde ein Weihnachtsbaum ohne Spitze aufgestellt. Dieser ist so in der Natur gewachsen und wurde der Stadt gespendet, allerdings war das kein schöner Anblick. Auch für Dachdecker Frank Jülich alias Mr. Mondän nicht, der den „Pannenbaum“ spontan reparierte, indem er einen kleinen Baum als Spitze obendrauf setzte und 50 Schleifen zur Verschönerung spendierte. Nun heißt es also doch noch „O Tannenbaum“.