Kiel. Ein eigenes Buch schreiben und veröffentlichen: Für viele Menschen ist das ein Traum. Doch der Weg zur Veröffentlichung ist oft schwer. Wo bringt man die ersten Texte am besten unter? Wie findet man einen Verlag oder Agenten?
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Drei junge Autorinnen aus Kiel berichten von ihrem Weg zum Roman-Debüt und welche Herausforderungen sie dabei gemeistert haben.
Caroline Wahl
Ich habe immer viel gelesen und geschrieben, und für mich war früh klar, dass ich mich im Studium und dann auch im Beruf mit Literatur auseinandersetzen möchte. Als ich dann mein Volontariat in einem Verlag machte, hat das großen Spaß gemacht, mir wurde aber auch schnell klar, dass ich gerne die Seite wechseln würde, dass ich einen Roman schreiben will.
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Die größte Herausforderung ist natürlich die Zeit, während man den ersten Roman schreibt und noch keine Beglaubigung durch einen Verlagsvertrag und einen Honorarvorschuss hat, also noch nicht offiziell Autorin ist. Ich hatte zu der Zeit einen anstrengenden Vollzeitjob, und die gesamte Freizeit und Kraft einem Projekt zu widmen, von dem ich nicht wusste, ob es von Erfolg gekrönt sein würde, war oft überwältigend. Dranzubleiben und daran zu glauben, dass der Text gut ist, auch in schwachen Momenten, ist nicht immer leicht; ab und zu habe ich mich schon gefragt, was ich da eigentlich mache. Zum Glück habe ich früh eine Literaturagentin gefunden, die mich vertreten wollte, das gab mir ein wenig Sicherheit beim Schreiben.
Ich denke, es ist wichtig, dass man als Schreibende seinen eigenen Weg findet. Aber vielleicht hätte ich mich gefreut, wenn mich einmal ein Lehrer zum Schreiben ermutigt oder gesagt hätte, dass ich schreiben kann, damit ich eben gewusst hätte, dass ich schreiben kann. Wenn Schreiben sich für dich richtig anfühlt und du dafür brennst, dann kämpfe dafür, es beruflich machen zu können. Wenn es nicht klappt, hast du es wenigstens versucht.
Dara Brexendorf

Im Frühjahr 2026 erscheint mein Debütroman „Paradise Beach“ im Eichborn Verlag. Geklappt hat das durch die Vermittlung einer Literaturagentur. Ich habe vorher den Master „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ in Hildesheim abgeschlossen. Damals war ich allerdings sehr zurückhaltend mit meinen Texten. Erst mein Umfeld hat mich ermutigt, mit meinen Texten rauszugehen.
Veröffentlichen ist etwas anderes als Schreiben. Ich hätte gerne früher gewusst, dass es für die Professionalisierung nicht reicht, einen guten Text zu haben, ohne ihn ein wenig zu vermarkten. Dazu gehört es zum Beispiel, sich fotografieren zu lassen oder in dritter Person eine kleine Biografie von sich anzufertigen.
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Ich musste erst lernen, diesen Raum einzunehmen. Ich habe zum Beispiel aktiv mit einer Freundin geübt, mir Sätze abzutrainieren, mit denen wir uns immer wieder klein gemacht haben. Eine andere Freundin hat mir geholfen, den Raum vor der Kamera einzunehmen. Der Inhalt der Texte steht trotzdem immer an erster Stelle.
Allen, die mit dem Veröffentlichen anfangen, würde ich raten: Bildet Banden, tauscht Infos aus, tauscht eure Texte aus. Schaut in eurer Region oder Online, ob es Lesebühnen gibt, wo ihr mal lesen könnt. Geht auf Lesungen, schaut nach Schreibworkshops. Lest, auch im Indiebereich. Schickt eure Texte an Ausschreibungen, die euch gefallen, aber macht euch nicht abhängig von der Entscheidung. Vergleicht euch nicht mit Leuten, die ganz woanders stehen, sondern mit eurem früheren Ich. Macht weiter und falls ihr mal den Spaß verliert, erinnert auch daran, warum ihr eigentlich schreiben wollt.
Zara Zerbe

Nach der Uni hatte ich einige unterschiedliche Jobs und habe nebenbei geschrieben und veröffentlicht. Als ich durch ein paar Erfolgserlebnisse gemerkt habe, dass es mit dem Schreiben ganz gut läuft, habe ich mich erst getraut, dem auch beruflich mehr Platz einzuräumen. Für meinen Roman „Phytopia Plus“ habe ich mich für ein Stipendium beworben und konnte dann zumindest ein paar Monate Schriftstellerei in Vollzeit betreiben.
An längeren Schreibprojekten dranzubleiben ist, glaube ich, für alle, die es zum ersten Mal machen, eine Herausforderung. Mir hat es geholfen, Zeiträume fest zum Schreiben einzuplanen, eine bestimmte Playlist anzumachen und mich erstmal für ein paar Minuten mit meinem Tagebuch warm zu schreiben. Ich finde es auch hilfreich, sich eine bestimmte Anzahl an Wörtern als Tagesziel festzusetzen. Die würde ich immer nicht zu hoch ansetzen, damit man nicht auf dem Zahnfleisch ins Ziel kriecht.
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Ich kann unbedingt empfehlen, sich Schreibfreundinnen zu suchen! Zusammen ist es viel netter und spaßiger. Für den Anfang finde ich es außerdem immer ganz gut, mal zu schauen, welche Literaturzeitschriften gerade einen Open Call laufen haben. Mit einem Thema und einer Deadline hat man eine Herausforderung, an der man sich abarbeiten kann. Wenn es mit der Veröffentlichung nicht klappt, hat man trotzdem einen Text geschrieben.
KN