Stand: 30.12.2025 15:09 Uhr
Nachdem in Elze (Landkreis Hildesheim) Güterwaggons entgleist sind, sollen am Wochenende die Waggons geborgen werden. Die Reparatur auf der Bahnstrecke Hannover-Göttingen dauert wohl noch bis Februar.

Am kommenden Wochenende sollen die entgleisten Waggons geborgen werden.
Wenn die entgleisten Waggons geborgen sind, soll am 5. Januar damit begonnen werden, die Strecke zwischen Nordstemmen und Elze wieder Instand zu setzen. Das wird nach Einschätzung des Eisenbahnunternehmens Metronom mindestens bis Anfang Februar dauern. Bis dahin fallen im Regionalverkehr weiterhin Züge aus, sie werden teilweise durch Busse ersetzt. Zuvor waren Experten davon ausgegangen, dass der Abschnitt Anfang Januar repariert sein würde. Wie lange die Strecke konkret gesperrt bleibt, dazu konnte eine Sprecherin der Bahn dem NDR Niedersachsen zunächst noch nichts sagen. Experten seien weiterhin dabei, den Umfang der Schäden zu begutachten, so die Sprecherin. Die Anfang der Woche entgleisten Güterzug-Waggons hätten umfangreiche Schäden an Gleisen, Signalen und Oberleitungen hinterlassen, hatte der private Bahnanbieter Metronom am zweiten Weihnachtstag mitgeteilt.
Güterzug entgleist: Schienen bei Elze gesprengt
Die Sprengung der Schienen fand laut Polizei am Sonntagvormittag statt. Die Maßnahme „dient der zügigen Instandsetzung sowie der schnellstmöglichen Wiederfreigabe der Strecke“, wie die Polizei mitteilte. Die Gleise hatten demnach unter mechanischer Spannung gestanden und wenn Menschen per Hand daran gearbeitet hätten, hätte jemand verletzt werden können, sagte ein Polizeisprecher dem NDR Niedersachsen. Nur wenige Menschen mussten kurzzeitig ihre Häuser wegen der Sprengung verlassen, teilte ein Sprecher des Technischen Hilfswerks in Elze mit.
Aktuelle Reisemöglichkeiten von Hannover nach Göttingen
Seit dem 30. Dezember fahren laut dem Eisenbahnverkehrsunternehmen Metronom die Ersatzbusse zwischen Nordstemmen und Banteln nach einem festen Fahrplan. Dieser sei zunächst bis einschließlich 11. Januar 2026 gültig. Zudem haben Fahrgäste, die von Hannover nach Göttingen reisen möchten, folgende Möglichkeiten:
- ab Hannover Hauptbahnhof alle zwei Stunden (Abfahrt ’36) mit dem Metronom RE2 über Sarstedt nach Nordstemmen, dort weiter mit dem Bus über Elze nach Banteln
- oder ab Hannover Hauptbahnhof stündlich mit der S4 (Abfahrt ’19) über Bismarckstraße, Messe/Laatzen, Rethen (Leine) und Sarstedt nach Barnten, dort weiter mit dem Bus über Nordstemmen und Elze nach Banteln
- in beiden Fällen anschließend von Banteln aus stündlich (Abfahrt ’05) mit dem Metronom RE2 weiter nach Göttingen, mit allen planmäßigen Halten
Aktuelle Reisemöglichkeiten von Göttingen nach Hannover
Ab Göttingen Hauptbahnhof können Reisende stündlich mit dem Metronom RE2 bis nach Banteln fahren – mit allen planmäßigen Halten. In Banteln geht es weiter mit dem Busnotverkehr:
- bis Nordstemmen: dort Umstieg in den alle zwei Stunden (Abfahrt ’09) fahrenden Metronom RE2 über Sarstedt nach Hannover Hauptbahnhof
- oder bis Barnten: Umstieg in die stündlich fahrende S-Bahn-Linie S4 (Abfahrt ’17) nach Hannover Hauptbahnhof mit Halt in Sarstedt, Rethen (Leine), Messe/Laatzen und Bismarckstraße
- oder bis Barnten: Umstieg in die außerplanmäßig stündlich in Barnten haltende Erixx-Linie RE10 (Abfahrt ’53) über Sarstedt nach Hannover Hbf

Grund ist ein entgleister Güterzug. Die Strecke ist voraussichtlich bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag gesperrt.
Reisende müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen
Dem Unternehmen Metronom zufolge kann es nicht nur auf der betroffenen Strecke, sondern auch auf der Strecke Hamburg-Hannover zu „einzelnen Verspätungen“ kommen. Reisende sollen sich vor Fahrtantritt per Website, App oder WhatsApp über die aktuelle Lage informieren. Metronom weist darauf hin, dass es durch geänderte Zugnummern in den elektronischen Fahrplanauskünften zu Anzeigefehlern kommen kann. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist von dem Unfall nicht betroffen.
Waggons entgleist: Bundespolizei untersucht Unfallursache

Fahrgäste müssen vorerst – wie hier in Banteln – teils auf Busse umsteigen.
Der Unfall hatte sich am 23. Dezember ereignet. Laut Bundespolizei war ein Waggon eines Güterzuges aus den Gleisen gesprungen. Kurz darauf seien dann weitere Waggons entgleist und umgekippt. Auf einer Strecke von vier Kilometern wurden dadurch Betonschwellen beschädigt und auch ein Strommast wurde mitgerissen. Ein entgegenkommender Güterzug wurde den Angaben zufolge leicht beschädigt – verletzt wurde niemand. Der zweite Zug sei – im Gegensatz zu früheren Angaben – nicht entgleist, hieß es von der Bundespolizei. Die Unfallursache werde nun untersucht.
27.12.2025 18:18 Uhr
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes las es sich so, als könne man mit dem Metronom von Göttingen bis nach Barnten fahren. Nach Barnten kommt man allerdings nur mit dem Busnotverkehr, in den man in Banteln umsteigt. Wir haben diese Passage im Text jetzt klarer formuliert.

Seit Montag gilt ein sogenannter Stabilisierungsfahrplan. Dieser soll bis Mitte Dezember mehr Verlässlichkeit schaffen.

Eine heiß gelaufene Bremse soll für den Qualm verantwortlich gewesen sein. Drei Menschen wurden verletzt.