Wer an Heiligabend wegen akuter Krankheit einen Hausarzt benötigt und daher die bundesweite Nummer 116 117 gewählt hat, musste teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) war die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung in Stuttgart und ganz Baden-Württemberg zwar gesichert – trotz der langen Zeit, während der die Hausärzte über die Weihnachtsfeiertage und das anschließende Wochenende geschlossen hatten.
Die 116 117 habe „erwartungsgemäß eine hohe Inanspruchnahme“ gemeldet, aber durch Urlaubssperren und andere organisatorische Maßnahmen die Kapazitäten deutlich ausgeweitet, heißt es von der KVBW.
Zahlreiche Anrufer wollten Arzttermine ausmachen
Dennoch sei die Erreichbarkeit zu Spitzenzeiten, vor allem an Heiligabend, beeinträchtigt gewesen. „Grund war, dass zahlreiche Anrufer die 116 117 nicht wegen akuter Beschwerden kontaktiert haben, sondern einen regulären Arzttermin in einer Praxis vereinbaren wollten – und damit die Leitungen blockierten“, so die KVBW weiter. Dieser Terminservice steht jedoch in den Zeiten des Bereitschaftsdienstes nicht zur Verfügung, aus guten Gründen. Die Mitarbeiter müssen sich um akut Erkrankte kümmern.
Die KVBW, die für die vertragsärztliche Versorgung der Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherungen zuständig ist und im Land mehr als 23.500 Ärzte und Psychologen vertritt, weist daher noch mal eindringlich darauf hin, auch über Silvester und Neujahr die 116 117 nur wegen dringender Beschwerden zu kontaktieren, deren Behandlung keinen Aufschub duldet – und zwar bei Erkrankungen, die außerhalb der regulären Sprechzeiten (nachts, am Wochenende, an Feiertagen) auftreten und nicht bis zum nächsten Werktag warten können.
Über Feiertage nur bei Erkrankung die 116 117 anrufen
Darunter fallen unter anderem akute Schmerzen, länger anhaltendes hohes Fieber, Magen-Darm-Beschwerden oder Harnwegsinfekte. Bei lebensbedrohlichen Notfällen, etwa starker Atemnot, heftigen Blutungen, starken Brustschmerzen oder Verdacht auf Herzinfarkt und Schlaganfall, sollte man den Notruf 112 wählen.
Gerade in Zeiten einer hohen Inanspruchnahme, wie sie auch rund um den Jahreswechsel zu erwarten ist, „sollte die 116 117 nur kontaktiert werden, wenn der Ärztliche Bereitschaftsdienst“ gefragt sei, so die KVBW. Alles andere könne warten. Patientinnen und Patienten könnten aber auch im Internet unter www.docdirekt.de ihren Behandlungsbedarf von zuhause aus selbst einschätzen – ohne Wartezeiten in der Telefonhotline. „Dort kann man dann bei akuter Behandlungsnotwendigkeit auch direkten Zugang zu einer telemedizinischen Behandlung durch einen baden-württembergischen Vertragsarzt erhalten“, teilt die KVBW mit.