Bus und Bahn in Dortmund wurden bei einer Online-Befragung bewertet. © Schaper (A)

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Viel Kritik gab es zuletzt vor allem von Bahn-Pendlern, die die Stadtbahn-Linie U42 nutzen, über Pannen und Verspätungen. Insgesamt sind die Dortmunder aber mit dem Bus- und Bahn-Angebot in ihrer Stadt zufrieden, wie das Ergebnis einer städtischen Umfrage zeigt. Kritik gibt es allerdings in der Tat an Verlässlichkeit und Pünktlichkeit bei Bus und Bahn.

2700 Rückmeldungen gab es zwischen April und Juni bei einer Online-Befragung, die eine Grundlage für die städtische Mobilitätsplanung sein soll. Dabei wurden die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) nach ihrer Bewertung des Angebots, aber auch nach ihren Wünsche befragt. Bei den Wünschen stehen mehr Direktverbindungen, mehr Sicherheit und Sauberkeit obenan.

Insgesamt machen die Mobilitätsplaner ein vorwiegend positives Stimmungsbild aus. Viele Rückmeldungen betonten das grundsätzlich hohe Niveau des Dortmunder ÖPNV, vor allem im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten.

Am besten bewertet wurde mit der Schulnote 2 die Stadtbahn. Das Bus-Angebot sowie S-Bahn-und Regionalbahn werden überwiegend mit guten bis befriedigenden Schulnoten beurteilt.

Vor allem die Stadtbahn bekommt in Dortmund gute Noten.© Jörg Bauerfeld (A)

Wie stark die Verkehrsmittel genutzt werden, variiert stark nach Stadtteilen, heißt es in der Auswertung: Die Stadtbahn wird stadtweit regelmäßig genutzt, besonders in der Nordstadt. Der Bus spielt vor allem dort eine Rolle, wo es keine Stadtbahn-Anbindungen gibt.

Die Entfernung zur nächsten Haltestelle, die von über 90 Prozent der Befragten zu Fuß zurückgelegt wird, wird mit der Schulnote 2,2 am besten bewertet. Sauberkeit, Zustand, Pünktlichkeit, Verknüpfung mit anderen Verkehrsangeboten und Informationen im Störungsfall schneiden jeweils mit Note 3,5 am schlechtesten ab.

Nur ein ausreichend gibt es für den nächtlichen ÖPNV, den 10 bis 20 Prozent der Befragten regelmäßig nutzen. Sharing-Angebote wie Leihräder, E-Scooter und Carsharing, sowie Park+Ride und Bike+Ride werden von rund 70 bis 90 Prozent der Befragten selten bis nie genutzt und entsprechend eher schwach bewertet.

Bei den Wünschen werden mehr Direktverbindungen, mehr Sauberkeit und die Verbesserung der Haltestellenausstattung, gefolgt vom Ausbau der Stadtbahn, neuen Buslinien und mehr Fahrten in den Abendstunden am häufigsten genannt. Auch mehr Informationen und Kommunikation wird gewünscht.

Bessere Information versprochen

„Wir freuen uns über die vielen positiven Bewertungen für unser Angebot, nehmen aber auch die Kritikpunkte ernst“, erklärt dazu Ulrich Jaeger als Verkehrsvorstand von Bus- und Bahn-Betreiber DSW21. „An Aspekten, die in Teilen kritisch beurteilt wurden, wie etwa die Fahrgastinformation im Störungsfall, arbeiten wir bereits intensiv.“

Die Hinweise aus der Online-Beteiligung fließen in das Teilkonzept ÖPNV im Masterplan Mobilität 2030 ein und werden berücksichtigt, wenn der Nahverkehrsplan anschließend neu aufgestellt wird. Ziel der Stadt bleibe, den ÖPNV weiter zu verbessern und auszubauen, erklärt Planungsdezernent Stefan Szuggat.